Daniela Ambrosoli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daniela Ambrosoli (2012)

Daniela Ambrosoli (* 10. November 1941 in Ascona) ist eine Schweizer Unternehmerin, Mäzenin, Gründerin und Präsidentin der Pierino Ambrosoli Foundation sowie Filmregisseurin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniela Ambrosoli ist die Tochter der deutschen Tänzerin Sonja Bragowa und des aus der Lombardei stammenden Tessiner Geschäftsmanns Pierino Ambrosoli. Sie besuchte Schulen in Ascona und Locarno und legte die eidgenössische, klassische Matura ab. Anschließend studierte sie an der Universität Florenz, der Universität Zürich und der Universität Genf

Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1975, lernte sie Management und übernahm einige der von ihrem Vater gegründeten Unternehmen, darunter in 1983 das Camping Delta in Locarno (zusammen mit ihrem Ehemann) und die Immobiliengesellschaft Amministrazioni Immobiliari Ambrosoli (beide in Locarno). 1999 gründete sie in Zürich die Travel & Culture Management AG.

1990 gründete Ambrosoli die Pierino Ambrosoli Foundation in Zürich, eine Organisation, die weltweit die Ausbildung talentierter junger Tänzer und Musiker unterstützt. In den folgenden Jahren wurde Ambrosoli Mitglied mehrerer Leitungsräte internationaler Vereine, zum Beispiel Prix de Lausanne, die sich in den Bereichen Tanz und Musik sowie auf humanitärem und sozialem Gebiet, zum Beispiel Soroptimist International, Union Schweiz, engagieren.

Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem italienischen Regisseur Renato Pugina kam Ambrosoli in Kontakt mit der Filmwelt. Seit 2004 arbeitet sie mit Renato Pugina als Regieassistentin, Organisatorin und Übersetzerin von Dokumentarfilmen für das RSI: La Depressione, il male oscuro (2004), Sul corpo e nel cuore (2007), In un corpo sbagliato (2009), Madri figlicide (2010), L'ultimo viaggio (2013), I sopravvisuti (2014), Il sogno di Hans (2015), Via dal Ticino (2015). Ambrosoli war Co-Regisseurin mit Renato Pugina für den Dokumentarfilm Per Amor di Dio (2011) RSI.

2008/2009 realisiert Ambrosoli einen Dokumentarfilm über Hermann Nitsch, den österreichischen Künstler und Gründervater des Wiener Aktionismus. 2011 wurde der Film HN Hermann Nitsch mit dem Publikumspreis für den besten Dokumentarfilm auf dem Beverly Hills Film Festival in Los Angeles ausgezeichnet.

2017 entstand der Dokumentarfilm The Making of a Dream – Life as a ballett dancer, ein filmischer Essay über Tanz, Tänzer und deren Leben, wobei Interviews mit international bekannten Tänzern sowie unter anderem mit der Schweizer Schauspielerin Sabine Timoteo, einer ehemaligen Tänzerin, geführt wurden.[1]

Es wurden viele Interviews geführt, mit berühmten Protagonisten der Tanzszene weltweit, wie dem bekannten Tänzer Etoile von der Mailänder Scala und Béjarts Muse Luciana Savignano und unter anderem mit der Schweizer Schauspielerin Sabine Timoteo, einer ehemaligen Tänzerin. Das Filmteam besuchte mehrere renommierte Firmen und Schulen in der Schweiz, den Niederlanden, Italien und in den USA in Boston und New York.

Ab Mai 2018 lief «The Making of a Dream» während sechs Wochen im Kino Stüssihof in Zürich und wird weltweit von Taskovskifilms London vertrieben. Am 11. November 2018 wurde auf dem Tessiner Fernsehsender RSI um 10.30 Uhr in der Paganini-Show der Dokumentarfilm «The Making of a Dream» ausgestrahlt.

2021 stellt sie den Dokumentarfilm „papa & dada“ fertig. Der Film geht der Frage nach: Wie „funktioniert“ eigentlich eine Familiengründung als Paar von zwei Männern und wie sieht der Familienalltag aus. Der Dokumentarfilm geht diesen Fragen nach und dokumentiert die Erfahrungen des Balletttänzers John Lam und seines Ehemanns, Anwalt John Ruggieri. In grösstmöglicher Offenheit erzählen die beiden ihre Geschichte und gewähren einen intimen Einblick in ihren Familienalltag mit ihren Söhnen Giovanni und Santino in Boston. Ergänzungen erfolgen durch die Erfahrungen und Geschichten anderer gleichgeschlechtlicher Paare und anderer Weggefährten aus verschiedenen Teilen der Welt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge des Abstimmung über das Covid-19-Gesetz im Herbst 2021 trat Ambrosoli auf Abstimmungsflyern der Gegnerschaft in Erscheinung und verglich die Massnahmen in der Schweiz durch das demokratisch abgesegnete Epidemiengesetz mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und Faschisten in den 1930er Jahren.[2]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Depressione un male oscuro, Dokumentarfilm RSI 2004, Regie-Assistentin, Organisation und Übersetzung
  • Sul corpo e nel cuore, Dokumentarfilm RSI 2007, Regie-Assistentin, Organisation und Übersetzung
  • HN Hermann Nitsch, Dokumentarfilm 2009, Projekt, Drehbuch, Regisseurin, Co-Produzentin
  • In un corpo sbagliato, Dokumentarfilm RSI 2009, Regie-Assistentin, Organisation und Übersetzung[3]
  • Madri figlicide, Dokumentarfilm RSI 2010, Regie-Assistentin, Organisation und Übersetzung[4]
  • Per Amor di Dio 2011, Dokumentarfilm RSI 2011, Co-Regie, Organisation und Übersetzung[5]
  • Der Fisch, Kurzfilm 2011 von Shari Yantra Marcacci, ausführende Produzentin
  • L’ultimo viaggio 2013, Dokumentarfilm RSI 2013, Regie-Assistentin, Organisation und Übersetzung[6]
  • I sopravvissuti 2014, Dokumentarfilm RSI 2014, Regie-Assistentin, Koordinatorin und Übersetzung[7]
  • Via dal Ticino 2015, Dokumentarfilm RSI 2015, Regie-Assistentin, Koordinatorin und Übersetzung[8]
  • Il sogno di Hans 2015, Dokumentarfilm RSI 2015, Regie-Assistentin, Koordinatorin und Übersetzung[9]
  • The Making of a Dream 2017, Dokumentarfilm 2017, Drehbuch, Regisseurin, Produzentin
  • Figli? No grazie! 2017, Dokumentarfilm RSI 2017, Regie-Assistentin, Koordinatorin und Übersetzung[10]
  • papa&dada, Dokumentarfilm 2021, Regie

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentarfilm papa&dada

  • Bester Dokumentarfilm für das Love Story Film Festival London 2022 nominiert
  • Finalist für das Swedish Luleå International Film Festival

Dokumentarfilm The Making of a Dream

  • Official Selection «LA Femme International Film Festival 2017»
  • Winner Best Documentary «Utah Dance Film Festival 2018»
  • Winner Best Documentary «Austrian Independent Film Festival 2018»
  • Nominated Best Cinematography «Nice International Film Festival 201»
  • Semi-Finalist «Women International Film Festival», Orlando (US-FL)

Dokumentarfilm HN Hermann Nitsch

  • 2011 HN Hermann Nitsch, Publikumspreis für den besten Dokumentarfilm des Beverly Hills Film Festival, Los Angeles.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Daniela Ambrosoli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Maeder: Daniela Ambrosoli – Tochter aus besserem Hause. Abgerufen am 10. Dezember 2020.
  2. Freunde der Verfassung: Flyer Covid-Gesetz Nein. In: https://covidgesetz-nein.ch/. Freunde der Verfassung, 8. November 2021, abgerufen am 8. November 2021.
  3. RSI Radiotelevisione svizzera: In un corpo sbagliato. Abgerufen am 23. März 2017 (italienisch).
  4. RSI Radiotelevisione svizzera: Madri figlicide. Abgerufen am 23. März 2017 (italienisch).
  5. RSI Radiotelevisione svizzera: Per amor di Dio. Abgerufen am 23. März 2017 (italienisch).
  6. RSI Radiotelevisione svizzera: L'ultimo viaggio. Abgerufen am 23. März 2017 (italienisch).
  7. RSI Radiotelevisione svizzera: I sopravvissuti. Abgerufen am 23. März 2017 (italienisch).
  8. RSI Radiotelevisione svizzera: Via dal Ticino. Abgerufen am 23. März 2017 (italienisch).
  9. RSI Radiotelevisione svizzera: Il sogno di Hans. Abgerufen am 23. März 2017 (italienisch).
  10. RSI Radiotelevisione svizzera: Figli? No, grazie! Abgerufen am 23. März 2017 (italienisch).