Das Irrlicht (Film)

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Film
Deutscher TitelDas Irrlicht
OriginaltitelLe feu follet
ProduktionslandFrankreich
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr1963
Länge108 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieLouis Malle
DrehbuchLouis Malle
ProduktionAlain Quefféléan
MusikErik Satie
KameraGhislain Cloquet
SchnittSuzanne Baron
Besetzung

Das Irrlicht (Originaltitel: Le feu follet) ist ein französischer Spielfilm in Schwarzweiß von Louis Malle aus dem Jahr 1963. Der Regisseur hatte auch das Drehbuch verfasst. Es basiert auf dem gleichnamigen Roman von Pierre Drieu la Rochelle. Die Hauptrollen sind mit Maurice Ronet, Léna Skerla und Yvonne Clech besetzt. In Frankreich kam der Film zum ersten Mal am 15. Oktober 1963 ins Kino; in der Bundesrepublik Deutschland hatte er seine Premiere erst drei Jahre später am 7. Oktober.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Mann, Anfang Dreißig, gibt sich selbst Rechenschaft über sein verpfuschtes Leben. Er ist zum Selbstmord entschlossen, nicht, weil er das Dasein nicht mehr ertragen kann, sondern weil er es nicht mehr ertragen will. Liebe und starker Alkoholgenuss haben ihn frühzeitig verbraucht, eine Entziehungskur hat er gerade hinter sich. Innerlich ausgebrannt, verlässt er sein Zimmer im verstaubten Sanatorium, in dem er sich wie in einem Mausoleum mit den Erinnerungsstücken seiner tristen Existenz umgeben hatte, um in den letzten 24 Stunden seines Lebens noch einmal Bekannte und Freunde aufzusuchen. Wenn er auch halb im Unterbewusstsein hofft, dass einer ihm vielleicht doch noch einen Sinn des Lebens erklären könnte, so erwartet er letzten Endes nur die Bestätigung seiner Weltverachtung. Einer seiner Freunde versichert ihm zwar: „Das Leben ist gut“, aber das überzeugt ihn nicht. Alain geht in sein Sanatoriumszimmer zurück, liest den Roman „Der große Gatsby“ zu Ende, setzt sich die Pistole an die Brust und erschießt sich.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films zieht folgendes Fazit: „Louis Malle entwickelt aus der Romanvorlage […] das Porträt eines intellektuellen Rebellen gegen bürgerliche Mittelmäßigkeit, dessen narzißtische Verweigerungshaltung gleichsam die dunkle Seite des französischen Existentialismus verkörpert. Kühl und distanziert beobachtend, setzt der Film das Einzelschicksal zugleich in Beziehung zum gesellschaftlichen Umfeld, das von Materialismus, Egoismus und Gefühlskälte geprägt ist.“[2]

Lobend äußert sich auch der Evangelische Film-Beobachter: „Ein Filmkunstwerk hohen Grades, das Diskussionen auslösen wird und nur von reifen Menschen gesehen werden sollte.“[1]

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden erteilte dem Werk das Prädikat „Besonders wertvoll“.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Quelle: Evangelischer Filmbeobachter, Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 72/1967, S. 100 bis 101
  2. Lexikon des Internationalen Films, rororo-Taschenbuch Nr. 6322 (1988), S. 1832