Das Tribunal

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Filmdaten
Deutscher TitelDas Tribunal
OriginaltitelHart’s War
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch, Deutsch
Erscheinungsjahr2002
Länge125 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
JMK 14[1]
Stab
RegieGregory Hoblit
DrehbuchBilly Ray,
Terry George,
John Katzenbach (Roman)
ProduktionDavid Foster,
Gregory Hoblit,
David Ladd,
Arnold Rifkin
MusikRachel Portman
KameraAlar Kivilo
SchnittDavid Rosenbloom
Besetzung

Das Tribunal ist ein US-amerikanischer Kriegsfilm aus dem Jahr 2002 unter der Regie von Gregory Hoblit. Der Film beruht auf einer literarischen Vorlage des Autors John Katzenbach.[2] In die deutschen Kinos kam er am 30. Mai 2002.

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, am Jahreswechsel 1944/45, gerät der junge US-Leutnant Hart, verkörpert von Colin Farrell, in ein Kriegsgefangenenlager in Deutschland (StaLag). In der fiktiven Handlung geht es vor allem um zwei Handlungsstränge: die Absicherung des Ausbruchsversuchs einer 35 Mann großen amerikanischen Fluchtgruppe und um den Einsatz farbiger Soldaten in Army und Airforce (Rassendiskriminierung). Das Geschehen gipfelt in einem unter Aufsicht der Wehrmacht durchgeführtem amerikanischem Militärprozess gegen einen des Mordes verdächtigten Gefangenen nach US-Kriegsrecht. Der dienstälteste Offizier der Kriegsgefangenen, ein Army-Colonel, dargestellt von Bruce Willis, ist zugleich Gerichtsvorsitzender und Führer des erfolgreichen Ausbruchs, der die Zerstörung einer benachbarten Waffenfabrik erreicht. Zur Dramatisierung tragen einige wirklichkeitsfremde Inszenierungen im Film bei. Interessant an der Darstellung des Kriegsgefangenenlagers ist, dass zur Illustrierung der Rassendiskriminierung in einem anderen Lagerabschnitt Gefangene der Roten Armee (Russenlager) gezeigt werden, denen die amerikanischen POW’s (die engl. Abkürzung für Kriegsgefangene) wiederholt vor den Augen der Deutschen ihren menschlichen und militärischen Respekt zeigen. Weitere Hauptrollen sind mit Marcel Iureș und Terrence Howard besetzt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 1944, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, gerät während der Ardennen-Offensive der junge US-Leutnant Thomas W. Hart auf einer Erkundungsfahrt in der Nähe von Malmedy in Belgien in die Hände der deutschen Wehrmacht.

Nach der Vernehmung schicken die Deutschen Lt. Hart in ein Kriegsgefangenenlager bei Augsburg, ein so genanntes Stalag. Hier wird er auf Anordnung des amerikanischen Colonels (Lagerältester Offizier) William A. McNamara in einer Baracke untergebracht, in der Soldaten mit niederen Dienstgraden einquartiert sind. McNamara hat den Verdacht, dass Hart unter der Folter bei den Vernehmungen Angaben zu militärischen Geheimnissen gemacht haben könnte (im Film gibt es entsprechende Zeitrücksprünge).

Einige Tage später kommen mit einem weiteren Transport auch zwei afroamerikanische Offiziere, Lincoln Scott und Lamar Archer, in das Lager. Sie werden ebenfalls in der Baracke Harts einquartiert und werden von Beginn an aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert und ausgegrenzt. Die Deutschen finden kurz darauf ohne lange Suche unter der Pritsche von Lamar Archer einen als Waffe geeigneten Zeltanker. Darauf wird Archer von den Deutschen sofort gegen jedes Kriegsrecht erschossen. Scott beschuldigt danach Sgt. Bedford, den Zeltnagel aus rassistischen Gründen unter Archers Pritsche gelegt und ihn denunziert zu haben. Als kurz danach Bedford ermordet wird, fällt der Verdacht auf Lincoln Scott. Colonel McNamara überredet den Lagerkommandanten Oberst Werner Visser, ein Gerichtsverfahren zur Klärung der Schuldfrage durchführen zu dürfen – allerdings unter hohem Zeitdruck. Er beauftragt den noch nicht bis zum Abschluss als Anwalt ausgebildeten Lt. Hart mit der Verteidigung von Lt. Scott. Visser, der ebenfalls in den USA Jura studiert hat, und McNamara versuchen jeweils Hart bei der Wahrnehmung des „Verteidigungs-Mandats“ zu beeinflussen.

Hart weiß zunächst nicht, dass Colonel McNamara zur gleichen Zeit einen größeren Ausbruch aus dem Stalag zusammen mit anderen Gefangenen vorbereitet, um eine als Schuhfabrik getarnte Munitionsfabrik in der Nähe des Lagers zu zerstören. Nach und nach offenbart sich für Hart die Wahrheit.

Hart gibt innerhalb seines Schlussplädoyers plötzlich und offensichtlich wahrheitswidrig zu, dass er selbst den Mord begangen habe. Das kann auch noch Colonel McNamara hören, bevor er in den Fluchttunnel klettert. Als die deutschen Offiziere den Ausbruch bemerken, soll es zu einer Massenerschießung amerikanischer Offiziere kommen, die allerdings durch die Rückkehr McNamaras vor das Lagertor verhindert wird, nachdem die Munitionsfabrik explodiert ist. McNamara gibt also sein Leben, um die Soldaten und übrigen Offiziere zu schützen. Er wird von dem deutschen Oberst erschossen. Im Abspann heißt es, dass die amerikanischen Soldaten nach Kriegsende in ihre Heimat zurückkehren konnten.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmzeitschrift Cinema schrieb: „Die Schlusspointe funktioniert wie ein Weckruf, mindert aber nicht den Eindruck, dass Gregory Hoblit (‚Zwielicht‘) einen lahmen Propagandafilm über die Rechtschaffenheit tapferer US-Boys gedreht hat. Amerikanische Moralsauce mit Nazi-Garnitur.“[3]

Zum Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sitz des zentralen Handlungsortes, des vorgeblichen Stammlagers VI A im Film, wird mit Augsburg angegeben, obwohl ein so benanntes Kriegsgefangenenlager sich in Hemer, 480 Kilometer von Augsburg entfernt in der Nähe von Dortmund befand. Dort war jedoch auch kein Kriegsgefangenenlager für Offiziere der Wehrmacht. Und es gab dort, soweit bekannt, im gesamten Kriegsverlauf keine größere Zahl amerikanischer Kriegsgefangener.

Die Vernehmungspraxis deutscher Geheimdienstoffiziere (Folter) würde nach Preisgabe eines Geheimnisses sicher nicht, so wie hier geschildert, beendet werden.

Dass eine Wachstreife mit Schäferhund nachts an einem unter einer Baracke versteckten Gefangenen vorbeiläuft, ohne dass der Hund anschlägt, ist ebenfalls so wirklichkeitsfremd, wie die Tatsache, dass der Lagerälteste McNamara nachts einmal die Dienstwohnung des deutschen Lagerkommandanten ohne Begleitung und Ankündigung zu einem Gespräch betritt.

Erst mit der Executive Order Nr. 9981 des US-Präsidenten Harry S. Truman vom 26. Juli 1948 wird die Diskriminierung formal beendet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alterskennzeichnung für Das Tribunal. Jugendmedien­kommission.
  2. John Katzenbach: Das Tribunal: Thriller. deutsch bei Droemer Knaur, München, 2015. ISBN 978-3-426-51479-5 (Original Hart’s War, 1999)
  3. Cinema.de: Filmkritik