Deep Space Gateway

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Deep Space Gateway (links) und Orion-Raumschiff

Deep Space Gateway (DSG) ist eine geplante, cislunare Raumstation der NASA und Roskosmos.[1] Sie soll sich am inneren Lagrange-Punkt L1 befindet, einem cislunaren Ort zwischen Erde und Mond, an dem sich die Schwerkräfte beider Himmelskörper gegenseitig aufheben.[2][3] Ein Satellit oder eine Raumstation kann sich hier jahrelang nahezu antriebslos aufhalten. In früheren Planungsphasen wurden auch die Optionen erwägt, dass die Station entweder den Mond umkreist oder am äußeren Lagrange-Punkt L2 positioniert wird, einem Ort hinter dem Mond, der einen Erdorbit synchron zum Mond bietet.[4][5]

Anders als die ISS wird das DSG nicht durchgängig bemannt sein. Die Station soll als Zwischenstation für bemannte Missionen zum Mond oder zum Mars dienen und dafür nötige Technologien erproben.[6] Mit dem Aufbau der Station könnte ab 2022Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren im Rahmen des ersten bemannten Starts des Space Launch System (SLS) im Zuge der Exploration Mission 2 begonnen werden.[7][8]

Projekt-Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der japanischen JAXA wollen die kanadische CSA und europäische ESA an dem Projekt teilnehmen.[9][10] Im August 2017 vergab die CSA den Auftrag zum Bau eines Remote Manipulator Systems (RMS/Canadarm), ein elektromechanischer Greifarm für die geplante Raumstation.[11]

Im September 2017 unterzeichnete Roskosmos mit der NASA eine Absichtserklärung gemeinsam an diesem Projekt zu arbeiten. Auch andere Weltraumbehörden der BRICS-Staaten wurden zur Zusammenarbeit eingeladen. Roskosmos will neben Modulen mit seinen Trägerraketen Proton-M und Angara, die sich noch in der Entwicklung befindet, zum Projekt beitragen.[1][12]

Geplanter Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufbau-Zeitplan
 
2022 / 2023 Antriebsmodul
(EM-2)
 
2023 / 2024 Wohnmodul
(EM-3)
 
2025 Logistikmodul
(EM-4)
 
2026 Luftschleuse
(EM-5)
 
2027 Zusammenbau Deep Space Transport
 
ab 2028 / 2029 Ausgangspunkt für Mond- und Marsmissionen

Im März 2017 veröffentlichte die NASA einen Zeitplan zum Aufbau und zur Nutzung des Deep Space Gateways, der mit einem bemannten Flug zum Mars endet. Dazu dienen vor allem bemannte Flüge mit Orion-Raumschiffen, die zusätzlich Module zur Station bringen. Das erste Modul wird Solarzellen zur Stromversorgung sowie Triebwerke beinhalten, danach folgt ein Wohnmodul. Als Drittes kommt ein Logistik-Modul, um längere Aufenthalte in der Station zu ermöglichen. Für 2026Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren ist die Installation einer Luftschleuse geplant.[8][13]

Als Vorbereitung für einen bemannten Flug zum Mars soll an die Luftschleuse dann mit einem unbemannten Flug Deep Space Transport (DST) angedockt werden, ein wiederverwendbares Raumschiff mit chemischem Raketentriebwerk und Ionenantrieb.[6] Danach folgt ein bemannter Flug, die Crew soll über ein halbes Jahr in der Station verbringen. Nach einer Mission um den Treibstoff und Vorräte aufzufüllen, soll dann ab 2028Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren eine Besatzung etwa ein Jahr im DST leben. Um die Unabhängigkeit vom Rest der Station zu demonstrieren, wird der DST möglicherweise abgekoppelt und kehrt erst zum Abschluss der Mission zum Deep Space Gateway zurück. Nach einer weiteren Versorgungsmission ist dann geplant, mit einer vierköpfigen Crew zum Mars zu fliegen und in einen Marsorbit einzutreten. Später fliegt der DST dann zurück zum Deep Space Gateway. Diese Mission ist vorläufig für 2030Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren oder später geplant.[8][13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Russland will mit USA Raumstation im Mond-Orbit vorantreiben | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. September 2017, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 27. September 2017]).
  2. Cislunar Habitation & Environmental Control & Life Support Systems. In: NASA. 29. März 2017, abgerufen am 13. Oktober 2017 (PDF, englisch).
  3. Jeff Foust: NASA and Roscosmos to study Deep Space Gateway. In: Spacenews.com. 28. September 2017, abgerufen am 13. Oktober 2017 (englisch).
  4. Leonard David: New Space Station? NASA Mulls „Earth-Moon L2“ On Lunar Far Side. In: The Huffington Post. 10. März 2012, abgerufen am 28. September 2017 (englisch).
  5. Chris Bergin: Exploration Gateway Platform hosting Reusable Lunar Lander proposed. In: NasaSpaceflight.com. 2. Dezember 2011, abgerufen am 13. Oktober 2017 (englisch).
  6. a b Deep Space Gateway to Open Opportunities for Distant Destinations. In: NASA. 28. März 2017, abgerufen am 9. September 2017 (englisch).
  7. SLS EM-1 & -2 launch dates realign; EM-3 gains notional mission outline. In: NasaSpaceflight.com. 22. September 2017, abgerufen am 23. September 2017 (englisch).
  8. a b c NASA finally sets goals, missions for SLS – eyes multi-step plan to Mars. In: NasaSpaceflight.com. 6. April 2017, abgerufen am 9. September 2017 (englisch).
  9. What is the Deep Space Gateway? In: ESA. 21. August 2017, abgerufen am 28. September 2017 (englisch).
  10. Japan has plans to land astronauts on the moon by 2030 — with a little help from the United States. In: Spacenews.com. 29. Juni 2017, abgerufen am 28. September 2017 (englisch).
  11. Identifying emerging technologies for robotics systems for potential space station near the moon. In: Canadian Space Agency. 18. August 2017, abgerufen am 28. September 2017 (englisch).
  12. Russland und USA planen gemeinsame Mondstation. In: Der Landbote. 27. September 2017, abgerufen am 28. September 2017.
  13. a b NASA’s human spaceflight plans come into focus with announcement of Deep Space Gateway. 1. April 2017, abgerufen am 9. September 2017 (englisch).