Deindustrialisierung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Vom Industrie- zum Freizeitzentrum: Der Innenhafen Duisburg (äußerer Bereich)
Innenhafen Duisburg (innerer Bereich): Früher ein Getreidespeicher, heute Gaststätte und Museum

Deindustrialisierung bezeichnet Prozesse sozialen oder wirtschaftlichen Wandels, die verursacht werden durch eine Schrumpfung der industriellen Sektoren, vor allem der Schwer- und verarbeitenden Industrie, in einem Land oder einer Region. Das Gegenteil ist die Industrialisierung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1980er-Jahren führte der postindustrielle Strukturwandel zunehmend zu einer Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer. Deshalb versuchten viele betroffene Regionen und Großstädte mit Wirtschaftsförderung in den betroffenen Gebieten technologie- und forschungsintensive Produktionen wieder aufzubauen. Dies geschah zum Beispiel im Silicon Valley.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altindustrien verlieren an volkswirtschaftlicher Wichtigkeit wegen strukturellen Verschiebungen zwischen Industrie- und Dienstleistungssektor. Dies bewirkt Produktionsverlagerungen und die Stilllegung von Werken, eine Zunahme der Arbeitslosigkeit sowie ein Rückgang der Wertschöpfung im Zweiten Sektor. Häufig ist damit auch der Zerfall von Städten verbunden. Ehemalige Industrieanlagen und Gebäude werden oft als Industriedenkmäler erhalten, zum Beispiel Völklinger Hütte.

Die strukturellen Verschiebungen zwischen Industriesektor und Dienstleistungssektor können ihrerseits auf eine geänderte Strategie der Unternehmen zurückgeführt werden, die eine Verschiebung der Arbeitsteilung bewirken: Rückbesinnung auf Kernkompetenzen, Outsourcing oder Reorganisation von Großunternehmen durch „Downsizing“. Als Folge werden aus Großunternehmen kleine dezentrale Einheiten gebildet und viele bislang unternehmensinterne Dienstleistungen von externen Dienstleistungsunternehmen geliefert.

Veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie etwa die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik ermöglichen solche Veränderungen. Dieselben reagieren damit auch auf veränderte Nachfragepräferenz (etwa hin zu mehr produktbezogener Beratung und Wartung), Beschleunigung der Produkteinführung (Time-to-Market). Daneben mag sich auch eine positivere Einstellung gegenüber Kooperationen herausgebildet haben.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Kowalik: Industriekompass Rheinland-Pfalz 2004. 3. erweiterte und aktualisierte Auflage, Mainz 2004, S. 21 f.