Der große Treck
| Film | |
| Titel | Der große Treck |
|---|---|
| Originaltitel | The Big Trail |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1930 |
| Länge | 125 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Raoul Walsh |
| Drehbuch | Jack Peabody Marie Boyle Florence Postal Fred Sersen[1] |
| Produktion | Winfield R. Sheehanungenannt |
| Musik | Arthur Kay R. H. Bassett[1] Peter Bruneli[1] James F. Hanley[1] Joseph McCarthy[1] Jack Virgil[1] |
| Kamera | Arthur Edeson Lucien Andriot |
| Schnitt | Jack Dennis |
| Besetzung | |
| |

Der große Treck (im Original The Big Trail) ist ein US-amerikanischer Western von Raoul Walsh aus dem Jahre 1930. Das Drehbuch basiert auf einer Erzählung von Hal G. Evarts. Die deutsche Premiere fand am 17. Mai 1977 im 3. Programm der ARD statt. Dabei wurde die um 20 Minuten kürzere 35-mm-Fassung ausgestrahlt.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Vereinigten Staaten um 1840: Der junge Trapper Breck Coleman trifft am Mississippi einen Siedlertreck, der von Missouri über den Oregon Trail versucht, den im Pazifischen Nordwesten zu erreichen. Coleman will den Mörder eines Freundes, einem Trapper aufspüren. Zunächst lehnt er ein Angebot der Siedler ab, ihrem Treck zu leiten. Er ändert jedoch seine Meinung, als er erfährt, dass Red Flack mit seinem Kumpan Lopez einen an den Siedlertreck angekoppelten Viehtrieb leitet. Er verdächtigt Red Flack, seinen Freund ermordet zu haben.
Unterwegs ist der Treck Büffeljagden, Flussüberquerungen, Schneestürmen und Indianerüberfällen ausgesetzt. Breck verliebt sich in die Siedlerin Ruth Cameron, die sich aber dem Glücksspieler Bill Thorpe zuwendet. Breck kommt Red Flack als Mörder seines Freundes auf die Spur. Thorpe, der unter dem Einfluss Flacks steht, versucht, Breck zu töten, wird aber von Brecks Freund Zeke erschossen. Schließlich kommen die Siedler in einem Tal in Oregon an und lassen sich hier nieder. Breck bricht in die Wildnis auf, um Flack zu töten. Ruth, die sich nun in ihn verliebt hat, wartete mehrere Monate auf seine Rückkehr im Frühling.
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der etwa zwei Millionen US-Dollar[2] teure Film wurde von der Fox Film Corporation produziert. Bei den Dreharbeiten wurden 4.300 Meilen in sieben Staaten zurückgelegt. Dabei wurden 123 Gepäckwagen zum Transport eingesetzt. Gedreht wurde in Arizona (Grand-Canyon-Nationalpark, Yuma), Kalifornien (Sequoia National Park, Sacramento), Wyoming (Yellowstone-Nationalpark, Jackson Hole, Grand Teton Pass), Idaho, Montana (Moiese), Utah und Oregon. Bei dem Film wirkten 93 Hauptakteure, 20.000 Komparsen, 725 Indianer von fünf Stämmen (Shoshone, Arapaho, Blackfoot, Crow und Cheyenne), zwölf Indianische Führer, 200 technische Mitarbeiter, unter ihnen allein 22 Kameramänner, mit. Ferner wurden 1.800 Rinder, 1.400 Pferde, 500 Büffel und 700 Hühner, Schweine und Hunde und 185 Planwagen eingesetzt.
Die Rolle von Breck Coleman sollte zuerst Gary Cooper übernehmen. Als dieser die Rolle niederlegte, gab Regisseur Walsh Marion Mitchell Morrison die Hauptrolle, seine erste in seiner Karriere und gab dem bis dahin unbekannten Schauspieler den Künstlernamen John Wayne. Für Tyrone Power sr. war es die erste und einzige Sprechrolle seiner Filmkarriere. Der Film war sein letzter, da er im Dezember 1931 verstarb. Einen nicht im Abspann erwähnten Auftritt als Sid Bascom hatte Ward Bond. Ebenso unerwähnt bleibt die Rolle eines Jungen für Robert Parrish, dem späteren preisgekrönten Filmeditor.
Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]„Einer der ersten Tonfilmwestern, der mit drastischem Realismus die Strapazen von Menschen und Tieren in unwegsamer Gegend schildert.“
„The Big Trail gehört zum Western-Subgenre des Planwagen- oder Treckfilms. […] Raoul Walsh setzt freilich dem pompösen Wesen des Subgenres einen poetisch-lässigen Stil entgegen, der so schön und locker wirkt wie der unnachahmliche Gang von John Wayne. The Big Trail ist so weniger ein heroischer Pionierwestern als vielmehr – wie viele spätere Walsh-Filme, etwa Pursued oder Colorado Territory – ein Trip in eine amerikanische terrain vague, ein Road Movie durch innere und äußere amerikanische Welten, durch unschuldige Landschaften der Sehnsucht und der Unwägbarkeit.“
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Film wurde 2006 in National Film Registry des National Film Preservation Board aufgenommen.
Filmversionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Raoul Walsh drehte gleichzeitig neben der 35-mm-Version vier weitere Versionen des Films:
- eine 70-mm-Version in der Grandeur-Technik für die Vorführung in großen Kinos
- eine französische Version, La Piste des géants, mit Gaston Glass, Jeanne Helbling, Raoul Paoli und Louis Mercier, 105 Minuten, Co-Regisseur: Pierre Couderc
- eine italienische Version, Il grande sentiero, mit Franco Corsaro, Luisa Caselotti, Guido Trento und Franco Puglia, unbekannte Länge, Co-Regisseur: Louis Loeffler
- eine spanische Version, Horizontes nuevos, mit George Lewis, Carmen Guerrero Franco, Roberto Guzmán und Martin Garralaga, unbekannte Länge, Co-Regisseur: David Howard
- eine deutsche Version, Die große Fahrt, mit Theo Shall, Marion Lessing, Peter Erkelenz und Ullrich Haupt, 79 Minuten, Co-Regisseur: Lewis Seiler
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans Schifferle: Die große Fahrt. In: Bernd Kiefer, Norbert Grob (Hrsg.), Marcus Stiglegger (Mitarbeit): Filmgenres. Western (= RUB. Nr. 18402). Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 64–68 [mit Literaturhinweisen].
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der große Treck bei IMDb
- Kritik in der Variety (englisch)
- Kritik des Timeout Filmguide (englisch)
- Kritik von Mordaunt Hall in der New York Times (englisch)
- Fred Camper im Chicago Reader (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d e f Angabe nach: Hans Schifferle: Die große Fahrt. In: Bernd Kiefer, Norbert Grob (Hrsg.), Marcus Stiglegger (Mitarbeit): Filmgenres. Western (= RUB. Nr. 18402). Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 64–68, hier 64.
- ↑ http://www.imdb.com/title/tt0020691/business
- ↑ Der große Treck. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
- ↑ Hans Schifferle: Die große Fahrt. In: Bernd Kiefer, Norbert Grob (Hrsg.), Marcus Stiglegger (Mitarbeit): Filmgenres. Western (= RUB. Nr. 18402). Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 64–68, hier 64f.