Deutscher Fransenenzian

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Deutscher Fransenenzian
Gentianella germanica 280908b.jpg

Deutscher Fransenenzian (Gentianella germanica)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Gattung: Kranzenziane (Gentianella)
Art: Deutscher Fransenenzian
Wissenschaftlicher Name
Gentianella germanica
(Willd.) Börner

Der Deutsche Fransenenzian (Gentianella germanica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kranzenziane (Gentianella) in der Familie der Enziangewächse (Enziangewächse).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Fransenenzian ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 30 Zentimetern erreicht. Der Stängel wird meist erst im oberen Bereich verzweigt. Die kreuzgegenständigen, unteren Laubblätter sind spatelig bis verkehrt-eiförmig, nach oben hin werden sie eiförmig-lanzettlich bis spitz.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist ungefähr halb so lang wie die Kronröhre, wobei die fünf am Rand rauen Kelchzipfel gleich lang und die Einbuchtungen zwischen den Kelchzipfeln spitz sind. Die fünf rötlich-violetten Kronblätter sind verwachsen.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.[1]

Habitus im Habitat auf der Schwäbischen Alb

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenökologisch handelt es sich um Stieltellerblumen, deren Kronröhre ist durch ein Haargitter für einkriechende Insekten verschlossen. Der Nektar ist nur langrüsseliegen Insekten zugänglich; dagegen ist ein „Einbruch“ durch seitliches Anbeißen nicht selten. Die Blühzeit reicht von Mai bis Oktober.

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Die Laubblätter enthalten den Bitterstoff Gentianopikrin.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Fransenenzian kommt in Mitteleuropa und weiten Teilen Westeuropas und auch Osteuropas vor. Er besiedelt Magerrasen, Flachmoore, Wiesen, Matten, Triften und Schafweiden in Höhenlagen bis zu 2600 Metern. Er gedeiht am besten auf lehmigen, kalkreichen Böden. Er ist eine Charakterart des Verbandes Mesobromion und kommt in Südwestdeutschland besonders gern im Gentiano-Koelerietum vor.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1798 unter dem Namen (Basionym) Gentiana germanica durch Karl Ludwig Willdenow. Die Neukombination zu Gentianella germanica (Willd.) Börner wurde 1912 durch Carl Julius Bernhard Börner veröffentlicht. Synonyme für Gentianella germanica (Willd.) Börner sind: Gentiana obtusifolia Willd., Gentiana polymorpha Wettst. subsp. polymorpha, Gentiana solstitialis Wettst., Gentiana rhaetica A.Kern. & Jos.Kern., Gentiana solstitialis Wettst., Gentiana wettsteinii Murb., Gentianella germanica (Willd.) E.F.Warb., Gentianella pilosa (Wettst.) Á.Löve & D.Löve, Gentiana campestris subsp. germanica (Willd.) Murb., Gentiana germanica subsp. kerneri (Dörfl. & Wettst.) Schinz & Thell., Gentiana germanica subsp. rhaetica (A.Kern. & Jos.Kern.) Hayek, Gentiana germanica subsp. semleri Vollm., Gentiana germanica subsp. solstitialis (Wettst.) Vollm., Gentiana germanica Willd. subsp. germanica, Gentiana polymorpha subsp. germanica (Willd.) Dostál, Gentiana rhaetica A.Kern. & Jos.Kern. subsp. rhaetica, Gentiana rhaetica subsp. kerneri Wettst., Gentianella germanica subsp. rhaetica (A.Kern. & Jos.Kern.) Holub, Gentianella germanica subsp. semleri (Vollm.) Holub, Gentianella germanica subsp. solstitialis (Wettst.) Jovet & R.Vilm., Gentianella germanica subsp. solstitialis (Wettst.) Holub.[3]

Von Gentianella germanica gibt es etwa drei Unterarten:[3]

  • Gentianella germanica (Willd.) Börner subsp. germanica
  • Gentianella germanica subsp. saxonica W.Hempel: Sie kommt in Deutschland im sächsischen Hügelland vor und wurde 1981 erstbeschrieben.[3] Nach Rothmaler 2005 ist sie aber wie die Unterarten Gentianella germanica subsp. solstitialis (Wettst.) Jovet & R.Vilm. und Gentianella germanica subsp. semleri (Vollm.) Holub keine eigenständige Unterart, sondern zu Gentianella germanica subsp. germanica zu stellen.[4]
  • Rätischer Enzian (Gentianella germanica subsp. rhaetica (A.Kern. & Jos.Kern.) Hayek; Syn.: Gentiana germanica subsp. rhaetica (A.Kern. & Jos.Kern.) Hayek; Gentianella rhaetica (A.Kern. & Jos.Kern.) Á.Löve & D.Löve): Diese von manchen Autoren von der subsp. germanica unterschiedene Unterart kommt in der Schweiz vor, besonders in Graubünden.[5]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gentianella germanica (Willd.) Börner, Deutscher Kranzenzian. In: FloraWeb.de.
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 758–759.
  3. a b c Karol Marhold: Gentianaceae. 2011: Datenblatt Gentianella germanica In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  4. Eckehart J. Jäger, Klaus Werner: Exkursionsflora von Deutschland. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. 10. Auflage, Elsevier Verlag, München 2005. Seite 525. ISBN 3-8274-1496-2
  5. Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. Flora der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, 1996, ISBN 3-258-05405-3, S. 798.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bertram Münker: Wildblumen Mitteleuropas (= Steinbachs Naturführer). Neue, bearb. Sonderausgabe. Mosaik, München 1996, ISBN 3-576-10563-8.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutscher Fransenenzian (Gentianella germanica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien