Deutscher Freiheitssender 29,8

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Deutscher Freiheitssender 29,8 war ein Hörfunksender, der vom 19. Januar 1937 bis 28. März 1939 von Madrid in Spanien aus sendete und sich in deutscher Sprache an die Bevölkerung des Deutschen Reiches richtete. Der Name 29,8 resultiert aus der Sendefrequenz auf Kurzwelle 29,8 Meter, was 10067 kHz entspricht.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei deutsche Antifaschisten, der frühere kommunistische Landtagsabgeordnete Franz Dahlem und der Journalist Gerhart Eisler, bekamen Anfang 1937 während des spanischen Bürgerkrieges von dem Informationsminister der Volksfrontregierung, Jesus Hernandez, die Erlaubnis, eine Rundfunkstation für antifaschistische Sendungen nach Deutschland aufzubauen. Der „Deutsche Freiheitssender 29,8“ konnte am 19. Januar 1937 mit den Worten: „Hier spricht der Sender der Deutschen Freiheitspartei!“ seine Arbeit aufnehmen.

Ziel des Senders[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Achtung! Achtung! Hier spricht der Deutsche Freiheitssender 29,8. Trotz Gestapo! Sollten Sie uns an einem Abend nicht hören können, aus begreiflichen Gründen, so suchen Sie uns am nächsten Abend! Wir kommen immer wieder!“

Über eine Station in der Nähe von Madrid meldete sich zwischen Januar 1937 und März 1939 der Deutsche Freiheitssender 29,8. Zunächst begründete sich der Freiheitssender 29,8 als Stimme der im Deutschen Reich verbotenen KPD, später stellte er sich dem Pariser „Volksfrontkomitee“, auch als „Lutetia-Kreis“ bekannt, zur Verfügung. Durch diese Öffnung nach allen politischen Seiten wurde es möglich, dass viele berühmte deutsche und ausländische Persönlichkeiten über den Sender zu Wort kommen, so z. B. Bertolt Brecht, Willi Bredel, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Ernest Hemingway, der „rasende ReporterEgon Erwin Kisch, Heinrich Mann und Thomas Mann, Erich Weinert u.v.m.

Der Deutsche Freiheitssender 29,8 verstand seine Aufgabe darin, die deutsche Bevölkerung über die wahre Natur des Faschismus aufzuklären. So machte er den Deutschen den Einsatz der „Legion Condor“ in Spanien bekannt (am 26. April 1937 bombardierte die Legion Condor Guernica) und warnte eindringlich vor den Gefahren eines nahenden Krieges in Europa. Der Sender trat, entsprechend den Absichten des Pariser Volksfrontkomitees, für eine Volksfrontregierung in Deutschland ein.

Immer wieder wurde über die Welle 29,8 Meter zum Widerstand aufgerufen. Es wurden genaueste Anweisungen zum Widerstand gegen die Hitlerdiktatur und zu Sabotageakten durchgegeben.

Flüsterpropaganda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einer der ersten antifaschistischen Sender gewann 29,8 unter den deutschen Arbeitern eine relativ hohe Bekanntheit. Seine Meldungen wurden als „Flüsterpropaganda“ weitergegeben. Die Gestapo machte sich sofort auf die Suche nach dem Sender. Die faschistischen Polizeiorgane vermuteten den Sender an verschiedenen Orten, mal in Süddeutschland oder auch im Saargebiet. Sie durchsuchten Häuser, LKWs und Rheinschiffe.

Ende der Information[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Niederlage der republikanischen spanischen Regierung – am 28. März 1939 fiel Madrid – musste der Deutsche Freiheitssender 29,8 seine Sendungen einstellen. Den Rundfunkmitarbeitern blieb nur kurze Zeit zur Flucht. Sie gehörten zu den letzten, die die Stadt und Spanien verlassen konnten.

Nach dem Ende des Freiheitssenders 29,8 meldete sich auf der gleichen Welle nochmals kurzzeitig ein Sender mit demselben Namen, der von Frankreich aus von Werner Thormann und wahrscheinlich auch Willi Münzenberg betrieben wurde. Er erreichte nicht die Popularität des ursprünglichen Senders.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]