Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information
– DIMDI –
Logo des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information
Staatliche Ebene Bund
Rechtsform nicht-rechtsfähige Bundesanstalt
Aufsichtsbehörde Bundesministerium für Gesundheit
Gründung 1. September 1969
Hauptsitz Köln
Behördenleitung Dietrich Kaiser
Website www.dimdi.bund.de/

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) ist eine nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Gesundheit und wurde 1969[1] mit Sitz in Köln gegründet. Zu seinen Aufgaben gehört es, der fachlich interessierten Öffentlichkeit aktuelle Informationen aus dem gesamten Gebiet der Medizin einfach und schnell zugänglich zu machen.

Medizinische Klassifikations- und Nomenklatursysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation ist Herausgeber der deutschsprachigen Fassungen medizinischer Klassifikationen wie ICD-10, ICF, OPS und ATC, von Thesauri und Nomenklaturen wie MeSH und UMDNS sowie von weiteren Begriffsystemen (Alpha-ID, LOINC, Objekt-Identifikatoren [OID]), die für den elektronischen Datenaustausch im Gesundheitswesen wichtig sind.

Die vom DIMDI herausgegebenen Klassifikationen ICD-10-GM und OPS bilden eine wichtige Grundlage für das pauschalierende Entgeltsystem G-DRG, das vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) bereitgestellt und in der stationären Versorgung eingesetzt wird. Beide Klassifikationen unterliegen dabei einem aufwändigen Pflegeverfahren auf Basis eines zurzeit jährlich unter Federführung des DIMDI durchgeführten Vorschlagsverfahrens.

Die Weltgesundheitsorganisation hat das DIMDI 2003 zum Kooperationszentrum für das System Internationaler Klassifikationen (Collaboration Centre for the Family of International Classifications) ernannt. Zu den Klassifikationen zählen die ICD, ICF und die ICD-O (Tumorerkrankungen).

Datenbankgestützte Informationssysteme für das Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darüber hinaus betreibt das Institut spezielle Informationssysteme für Arzneimittel, Medizinprodukte und Health Technology Assessment (HTA) sowie für Forschungszwecke ein Informationssystem mit Versorgungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung.

In Ergänzung zu diesen Themen und mit den Schwerpunkten Gesundheitswesen und Medizin wurde das Informationsangebot mit den wachsenden Aufgaben stetig erweitert. So stellt das DIMDI auf seiner Website ein Versandhandels-Register zur Verfügung. Damit können Verbraucher prüfen, welche Versandapotheken oder sonstige Händler über eine behördliche Versanderlaubnis für Deutschland verfügen.[2] Verbraucherinnen und Verbraucher können beim DIMDI zudem nach aktuellen Festbeträgen von Arzneimitteln und passenden Vergleichspräparaten recherchieren.[3]

Im DIMDI wird ab 2018 auch das neue Samenspenderregister Deutschlands geführt. [4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.dimdi.bund.de Geschichte des DIMDI, Aufgerufen am 5. Juli 2015.
  2. Versandhandels-Register auf DIMDI-Website
  3. DIMDI - Arzneimittel-Festbeträge. In: www.dimdi.de. Abgerufen am 10. November 2016 (deutsch).
  4. Kabinett beschließt Gesetzentwurf zur Regelung des Rechts auf Kenntnis der Abstammung bei heterologer Verwendung von Samen. Abgerufen am 1. Januar 2017 (deutsch).