Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information

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Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information
– DIMDI –
Logo des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information
Staatliche Ebene Bund
Rechtsform nicht-rechtsfähige Bundesanstalt
Aufsichtsbehörde Bundesministerium für Gesundheit
Gründung 1. September 1969
Hauptsitz Köln
Behördenleitung Dietrich Kaiser
Website www.dimdi.bund.de/

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) ist eine nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Gesundheit und wurde 1969[1] mit Sitz in Köln gegründet. Zu seinen Aufgaben gehört es, der fachlich interessierten Öffentlichkeit aktuelle Informationen aus dem gesamten Gebiet der Medizin einfach und schnell zugänglich zu machen.

Medizinische Klassifikations- und Nomenklatursysteme[Bearbeiten]

Die Organisation ist Herausgeber der deutschsprachigen Fassungen medizinischer Klassifikationen wie ICD-10, ICF, OPS und ATC, von Thesauri und Nomenklaturen wie MeSH und UMDNS sowie von weiteren Begriffsystemen (Alpha-ID, LOINC, Objekt-Identifikatoren [OID]), die für den elektronischen Datenaustausch im Gesundheitswesen wichtig sind.

Die OrganisationI ist kein Ersteller neuer Klassifikations- und Nomenklatursysteme, sondern besorgt bisher lediglich das Übertragen existierender fremdsprachiger Fassungen in eine deutsche Fassung. Das DIMDI wirkt im Einzelfall in den Normengremien der WHO an der Überarbeitung mit. Ein eigenständiger Beitrag zu internationalen Klassifikations- und Nomenklatursystemen (beispielsweise Clinical Knowledge Models der Arbeitsgemeinschaft Open EHR[2])ist bisher nicht angekündigt und mithin nicht zu erwarten. Ein Beitrag des DIMDI zur allgemeinen industriellen oder auch industrielle genormten Klassifikations- und Nomenklatursystemen (beispielsweise im Normenausschuss ISO TC 215 Health Informatics[3]) ist erkennbar nicht beabsichtigt.

Datenbanken im Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Darüber hinaus betreibt das Institut spezielle Informationssysteme für Arzneimittel, Medizinprodukte und Health Technology Assessment (HTA) sowie für Forschungszwecke ein Informationssystem mit Versorgungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung. In Ergänzung zu diesen Themen und mit den Schwerpunkten Gesundheitswesen und Medizin wurde das Informationsangebot mit den wachsenden Aufgaben stetig erweitert. So stellt das DIMDI seit April 2009 auf seiner Website ein Versandapothekenregister zur Verfügung. Damit können Verbraucher prüfen, welche Versandapotheke über eine behördliche Versanderlaubnis für Deutschland verfügt.[4]

Die Organisation bietet heute ein breites Spektrum von Datenbanken aus den Bereichen Medizin, Pharmazie und Psychologie an, die online abrufbar sind. Insgesamt stehen aktuell rund 50 Datenbanken mit mehr als 150 Millionen Informationseinheiten bereit.

Fast alle Datenbanken sind öffentlich, rund die Hälfte zudem kostenlos. Manche Datenbanken sind aufgrund des Heilmittelwerbegesetzes nur für Fachkreise (Ärzte, Apotheker und andere) und als Premiumkunde (mit Abschluss eines Nutzungsvertrags) zugänglich.

Die Weltgesundheitsorganisation hat das DIMDI 2003 zum Kooperationszentrum für das System Internationaler Klassifikationen (Collaboration Centre for the Family of International Classifications) ernannt. Zu den Klassifikationen zählen die ICD, ICF und die ICD-O (Tumorerkrankungen).

Die Dienste sind teilweise kostenpflichtig, die Preise veröffentlicht das DIMDI auf seiner Website[5][6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.dimdi.bund.de Geschichte des DIMDI, Aufgerufen am 5. Juli 2015.
  2. An open domain-driven platform fordeveloping flexible e-health systems
  3. ISO/TR 11487:2008. Health informatics - Clinical stakeholder participation in the work of ISO TC 215.
  4. Versandapothekenregister auf DIMDI-Website
  5. www.dimdi.de – Datenbankrecherche – Preise und Konditionen
  6. Datenbankrecherche: Änderungen in 2013, Pressemeldung vom 22. November 2012