Deutsches Medizinhistorisches Museum

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Deutsches Medizinhistorisches Museum

Ort Ingolstadt
ISIL DE-Ig2
Leitung Marion Maria Ruisinger
Das Deutsche Medizinhistorische Museum vor 2013

Das Deutsche Medizinhistorische Museum (DMM) in Ingolstadt (Bayern) dokumentiert die Geschichte der Medizin von der Antike bis zur Gegenwart.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des Museums wurde durch den Arzt und Medizinhistoriker Heinz Goerke angeregt, der das Museum auch zunächst leitete. Das Museum befindet sich seit 1973 in der Alten Anatomie in Ingolstadt. Dieser spätbarocke, schlossartige Bau wurde in den Jahren 1723 bis 1736 nach Plänen von Gabriel de Gabrieli von der medizinischen Fakultät der ehemaligen bayrischen Landesuniversität erbaut und bis 1800 als Universitätsinstitut genutzt. Nachdem die Universität nach Landshut verlegt worden war, diente das Gebäude, zu dem auch ein Medizinalgarten gehörte, u. a. als Bauernhof, ehe es seiner heutigen Verwendung zugeführt wurde. Sehenswert am Gebäude ist besonders der ehemalige Anatomiesaal mit seinem barocken Deckenfresko.

Der moderne Erweiterungsbau wurde 2016 nach Plänen des Architekten Volker Staab fertiggestellt. Er dient der barrierefreien Erschließung des Museums und beherbergt neben dem Foyer auch den Sonderausstellungsbereich, einen Seminarraum, Depot und Büros.[1][2]

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arzneipflanzengarten des Deutschen Medizinhistorischen Museums mit Blick auf das Münster
Brunnen mit Äskulapschlange und Blick auf die Hohe Schule

Die Dauerausstellung gliederte sich zuletzt in zwei Abschnitte: Das Erdgeschoss der „Alten Anatomie“ war der frühneuzeitlichen Medizin und ihrem Ursprung in der griechisch-römischen Antike gewidmet. Das Obergeschoss setzt um 1830 ein und zeigte die Ausdifferenzierung der naturwissenschaftliche Medizin am Beispiel der operativen Fächer und der medizinischen Diagnostik bis um 1900. Die Dauerausstellung ist seit Herbst 2015 wegen Sanierungsarbeiten ausgeräumt. Die Wiedereröffnung ist für Anfang 2020 angekündigt.

Die im September 2008 eröffnete Abteilung Medizintechnik in einem Gebäude am Ende des Arzneipflanzengartens präsentiert unter dem Motto „Heilen mit Laser und Stoßwelle“ einen Ausschnitt der umfangreichen medizintechnischen Sammlung des Museums. Die Spezialsammlungen umfassen unter anderem Grafiken (ca. 2.500 Ärzteporträts), eine Sammlung von Thilo von Haugwitz (Augenheilkunde), eine von Harald Feldmann (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde), Objekte zur Klinischen Chemie und zur Geburtsheilkunde.[3] Für Fachbesucher besteht nach Anmeldung die Möglichkeit zur Nutzung der graphischen Sammlung, der Bibliothek und der Objektsammlungen.

Botanischer Garten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände des früheren Botanischen Gartens der Universität werden in einer an barocken Vorbildern orientierten Anlage rund 200 Arzneipflanzen kultiviert, die nach Hauptinhaltsstoffen geordnet sind. Der hintere Teil der Gartenanlage ist als Blindengarten konzipiert und mit Hochbeeten ausgestattet.[4]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum publiziert Kataloge, bisher (Stand Anfang 2018) 44 Bände.[5] Von ca. 1975 bis 1999 publizierte das Museum das "Jahrbuch des Deutschen Medizinhistorischen Museums".[6]

Direktoren des Museums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christa Habrich, Siegfried Hofmann: Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt, 2. Auflage, Braunschweig, Westermann-Verlag 1995
  • Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Von der Alten Anatomie zu Laser und Stoßwellen. (Das DMM in Ingolstadt) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie, Band 2, Süddeutschland. Stuttgart, Verlag S. Hirzel 2015. ISBN 978-3-7776-2511-9, S. 107–110.
  • Marion Maria Ruisinger: Museumsporträts. Die "Kunst der Fuge". Erweiterungsbau für das Deutsche Medizinhistorische Museum Ingolstadt. In: museum heute. Fakten, Tendenzen und Hilfen, Heft 52, Dez. 2017, S. 6–11. (ISSN 0944-8497).[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Architektur pur!: Öffentliche Besichtigung des Erweiterungsbau des Medizinhistorischen Museums. 9. Juni 2016, abgerufen am 24. Juli 2016.
  2. dmm-ingolstadt.de - Deutsches medizinhistorisches Museum Ingolstadt: Medienecho zum Neubau. Abgerufen im 24. Juli 2016.
  3. www.ingolstadt.de/dmm Spezialsammlungen. Aufgerufen am 16. Juli 2011.
  4. www.ingolstadt.de/dmm Museumsgarten. Aufgerufen am 16. Juli 2011.
  5. Siehe Bestand der Kataloge in der Deutschen Nationalbibliothek unter http://d-nb.info/019357842
  6. Siehe Bestand in der Deutschen Nationalbibliothek unter http://d-nb.info/012812757, ISSN 0172-3863
  7. Nachruf auf Christa Habrich, Nachruf der Forschergruppe Klostermedizin, 17. September 2013, abgerufen am 15. April 2016
  8. museum heute 52. Abgerufen am 25. Juni 2018.

Koordinaten: 48° 45′ 45″ N, 11° 25′ 9,5″ O