Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern

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Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern
Aufsichtsbehörde Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Hauptsitz München
Behördenleitung Astrid Pellengahr[1]
Website www.museen-in-bayern.de

Die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern ist eine dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege organisatorisch zugeordnete staatliche Behörde. Ihr obliegt - wie im Bayerischen Denkmalschutzgesetz Art. 12 Abs. 2 Ziff. 7 von 1973 verankert - die "Fürsorge für Heimatmuseen und ähnliche Sammlungen, soweit diese nicht vom Staat verwaltet werden." Diese staatliche Betreuung nichtstaatlicher Museen in Bayern wurde erstmals 1908 definiert. Aus ihren Anfängen als Ein-Mann-Referat des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege entwickelte sich eine leistungsfähige Fachbehörde, die - über den engeren Wortlaut des Gesetzes hinaus - gleichermaßen mit kleinen Vereinsmuseen wie mit großen Stadt-, Diözesan- und Freilichtmuseen zusammenarbeitet.

Die Landesstelle hat ihren Sitz im Alten Hof in München. 2015 beschloss die Bayerische Staatsregierung, sie mittelfristig im Zuge der Behördenverlagerung in den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zu verlegen. Seit 2017 betreuen Mitarbeiter von einem Interimsbüro in Weißenburg aus vor allem nord- und mittelbayerische Projekte.

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang zum Infopoint und der Dauerausstellung Münchner Kaiserburg

Die Landesstelle unterstützt die mehr als 1200 nichtstaatlichen Museen in Bayern bei Neuplanungen sowie in allen fachlichen Fragen des Museumsalltags.[2] Um eine gut strukturierte, lebendige und besucherfreundliche Museumslandschaft zu entwickeln, arbeitet ein Team aus Kunst- und Kulturwissenschaftlern, Historikern, Archäologen, Innenarchitekten und Restauratoren daran, bei der Erfassung, dem Ausbau und der Pflege der bestehenden Sammlungen zu helfen, zukunftsfähige Museums- und Ausstellungskonzepte zu entwickeln und bei der Einrichtung und Gestaltung, Konservierung und Restaurierung, Vermittlung und Besucherorientierung sowie bei der Finanzierungsplanung die richtigen Entscheidungen zu treffen. Neue Schwerpunkte der Arbeit sind daneben Möglichkeiten eines inklusiven Museumsbesuchs für Menschen mit Einschränkungen und die Unterstützung der Museen bei der Provenienzforschung. Auch die staatliche Projektförderung erfolgt über die Landesstelle. Hinzu kommt die fachliche Begutachtung der Förderanträge nichtstaatlicher Museen an den Kulturfonds Bayern, die Bayerische Landesstiftung oder innerhalb der Förderprogramme der Europäischen Union.

Zudem bietet die Landesstelle museumsfachliche Fortbildung an. Der von ihr organisierte Bayerische Museumstag (seit 1981 zweijährlich) zählt zu den größten Museumsfachveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Seit 1989 richtet die Landesstelle die jährlich stattfindende Fachtagung EDV-Tage Theuern im Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern aus. Gemeinsam mit Museumsämtern und -organisationen in Sachsen, Tschechien und Oberösterreich veranstaltet sie zu einem Schwerpunktthema der Museumsarbeit eine jährliche grenzüberschreitende Fachtagung, die umlaufend in den genannten Partnerländern abgehalten wird. Sie lädt zur jährlichen Seminarreihe MuseumsPraxis ein, betreibt die Volontärsakademie Bayern und ist einer der Partner der Bayerischen Museumsakademie. In Kooperation mit der Freien Universität Berlin bietet sie ein Weiterbildungsprogramm zur Provenienzforschung an, daneben in Zusammenarbeit mit den bayerischen Bezirken Zertifikatskurse zur Museumspädagogik. Die Herausgabe der Publikationsreihen MuseumsBausteine, Bestimmungsbuch Archäologie, Bayerische Studien zur Museumsgeschichte und der Zeitschrift Museum heute (seit 1990) dient zur Information des Fachpublikums. Das Handbuch Museen in Bayern sowie Internetangebote wie das Museumsportal Bayern[3] und das Museumsportal München[4] eröffnen den Weg in die bayerischen Museen und ihre Ausstellungen.

Der Infopoint Museen und Schlösser in Bayern im Alten Hof in München, betreut von der Landesstelle, hält aktuelle Informationen über bayerische Museen, Gärten und Schlösser und ihre Ausstellungen bereit und berät bei der Planung von Museumsbesuchen. Er zeichnet daneben auch für Angebote in den Neuen Medien, etwa dem Blog Museumsperlen, verantwortlich. Seit 2007 ist die Dauerausstellung Münchner Kaiserburg in den historischen Gewölberäumen unter dem Infopoint zugänglich, die in die Geschichte des Alten Hofs und die mittelalterliche Stadtgeschichte Münchens unter der Herrschaft der Wittelsbacher einführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern (Hrsg.): Museen in Bayern – Das Bayerische Museumshandbuch (6. völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage), Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2017, ISBN 978-3-422-07382-1.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ansprechpartner der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Abgerufen am 28. Juni 2014.
  2. Der Auftrag der Landesstelle. Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern; abgerufen am 10. November 2017.
  3. Homepage des Museumsportals Bayern
  4. Home - Museumsportal München. Abgerufen am 29. Oktober 2017.

Koordinaten: 48° 8′ 18″ N, 11° 34′ 41″ O