Deutschlandgerät

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Das Deutschlandgerät ist ein hydraulisch betriebenes Hub- und Verschubgerät zum (Wieder)aufgleisen von (entgleisten) Schienenfahrzeugen.

Aufbau und Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Deutschlandgerät besteht im Wesentlichen aus folgenden Teilen:

  • Stabiler Träger
  • Hydraulischer Hubzylinder
  • (kleinere) hydraulische Hilfszylinder

Zum Eingleisen eines Fahrzeugs wird der Träger an einer geeigneten Stelle unter dem Fahrzeug i. d. R. quer über beide Schienen gelegt, so dass er die Last ins Gleis abtragen kann. Auf dem Träger wird der Hubzylinder so positioniert, dass er das Fahrzeug anheben kann. Die kleinen Zylinder dienen zum Verschieben des Hubzylinders auf dem Träger und damit zum Verschieben des angehobenen Fahrzeugs quer zum Gleis. Sie werden an den Enden durch passende Formstücke gehalten, die sich auf dem Träger an verschiedenen Stellen in Löchern fixieren lassen. Die Steuerung der Hydraulik erfolgt durch ein abgesetztes Steuergerät.

Durch zyklisches Anheben, Verschieben, Absenken und Rückverschieben des Hubzylinders lassen sich Lasten auch über längere Strecken verschieben. Im Extremfall kann auch das ganze Gerät ohne Last umgesetzt werden.

Die Einzelteile des Deutschlandgerätes können von der Bedienmannschaft selbst getragen und aufgebaut werden. Wegen der relativ kleinen Abmessungen ist der Einsatz des Deutschlandgerätes auch dort möglich, wo anderes Gerät (z. B. ein Kran) keinen Arbeitsraum hätte oder zu extremen zusätzlichen Betriebsstörungen führen würde (Tunnel, Bahnsteiggleise, Einschnitte).

Das Deutschlandgerät gehört zur Ausrüstung der Hilfszüge, Hilfswagen oder von Zweiwegefahrzeugen, die bei Eisenbahnbetriebsunfällen eingesetzt werden.

Bezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Deutschlandgerät geht auf den ersten Hersteller des Gerätes, die Maschinenfabrik Deutschland, zurück.

Kunstwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Düsseldorfer Künstler Reinhard Mucha stellte im Jahre 1990 seine raumgreifende Installation Deutschlandgerät auf der Biennale di Venezia aus. Im Jahr 2002 wurde diese im Düsseldorfer Museum K21 erneut aufgebaut, wo sie 2010 weiterhin zu sehen war. Über einen Abbau wurde mit der neuen Leiterin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Marion Ackermann intensiv gestritten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]