Diana Krall

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diana Krall (2009)

Diana Jean Krall OC, OBC (* 16. November 1964 in Nanaimo, British Columbia), ist eine kanadische Jazz­pianistin und Sängerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krall wurde in eine musikalische Familie hineingeboren. Die Eltern spielten Klavier, ihre Großmutter war Sängerin. Bereits im Alter von vier Jahren begann sie eine Klavierausbildung. Neben klassischer Musik war sie in ihrem Elternhaus auch stets von Jazzmusik umgeben. Noch als Jugendliche zog sie mit der Familie nach Vancouver, wo sie dann an der High School in einer Jazz-Combo mitspielte. Mit 15 trat sie in Nanaimo regelmäßig in Restaurants auf.

Im Jahr 1980 hatte sie Kontakt zu dem Jazz-Bassisten Ray Brown, der sie in den folgenden Jahren mit einflussreichen Lehrern und Produzenten zusammenbrachte. Das Vancouver International Jazz Festival finanzierte ihr mit 17 Jahren ein Musikstudium am Berklee College of Music in Boston. Nach drei Semestern zog sie nach Los Angeles, wo der Musiker Jimmy Rowles ihr Klavierspiel verfeinerte und sie an den Gesang heranführte.

Krall ging 1990 nach New York, spielte in zahlreichen Bars und schaffte 1993 mit ihrem Debütalbum Stepping Out den Durchbruch. Der einflussreiche Produzent Tommy LiPuma wurde auf sie aufmerksam, nahm sie für GRP Records unter Vertrag und kreierte das Album Only Trust Your Heart. Das dritte Album All For You war 1996 für einen Grammy nominiert und hielt sich über 70 Wochen in den Billboard Traditional Jazz Charts. Love Scenes entstand im Trio mit Russell Malone (Gitarre) und Christian McBride (Bass) und avancierte zu einem Hitalbum der späten 1990er Jahre.

When I Look in Your Eyes fällt durch seine große Orchesterbegleitung auf und unterstreicht ihre Variations- und Innovationslust alter Jazzstandards. Das Album war für mehrere Grammys nominiert. Sie erhielt den Musikpreis in der Kategorie „Beste Jazzinterpretin des Jahres“. Für The Look of Love konnte sie den Arrangeur Claus Ogerman gewinnen. Das Album wurde mehrfach mit Platin ausgezeichnet.

Im September 2001 begann Krall ihre erste Welttournee. Nach den sechs Studioalben wurden auch Live-Mitschnitte ihres Pariser Konzerts im Olympia veröffentlicht. Diana Krall – Live in Paris übertraf ihre alten Rekorde und brachte ihr 2003 den zweiten Grammy für das beste Vocal-Jazz-Album und einen weiteren JUNO Award ein. John Clayton (Bass) und Jeff Hamilton (Schlagzeug), die sie bereits auf dem Debütalbum begleitet hatten, gehörten zu ihrer Stammbegleitung.

Im Dezember 2003 heiratete sie den britischen Musiker und Songschreiber Elvis Costello, mit dessen Unterstützung sie zu texten und zu komponieren begann. Gemeinsam arbeiteten sie an dem Album The Girl in the Other Room, das im April 2004 erschienen ist. Als ihre Vorbilder bezeichnet Diana Krall Carmen McRae und vor allem Nat King Cole, die ebenfalls Sänger und Pianisten waren. 2006 brachte sie in New York Zwillinge zur Welt.

Im März 2009 veröffentlichte sie das vom Bossa Nova beeinflusste Album Quiet Nights. Im selben Jahr erschien im September das von Krall produzierte Album Love Is the Answer von Barbra Streisand. Zudem tauchte sie mit dem Song Bye Bye Blackbird[1] bei einem Auftritt im Spielfilm Public Enemies auf.[2]

Diana Krall begleitete Paul McCartney auf dessen 2012 erschienenem Album Kisses on the Bottom, das starke Jazz-Einflüsse aufweist.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US KanadaKanada CA
1997 Love Scenes 109 Platin
(8 Wo.)
Doppelplatin Erstveröffentlichung: 26. August 1997
1999 When I Look in Your Eyes Gold 71 Silber
(2 Wo.)
56 Platin
(60 Wo.)
12 3-fach-Platin
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Juni 1999
2001 The Look of Love 15 Gold
(25 Wo.)
15 Gold
(24 Wo.)
29 Gold
(20 Wo.)
23 Gold
(10 Wo.)
9 Platin
(53 Wo.)
1 7-fach-Platin
(30 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. September 2001
2004 The Girl in the Other Room 7 Gold
(23 Wo.)
3 Gold
(19 Wo.)
7 Gold
(15 Wo.)
4 Gold
(9 Wo.)
4 Gold
(25 Wo.)
1 Doppelplatin
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. März 2004
2006 From This Moment On 16
(9 Wo.)
15
(7 Wo.)
15
(10 Wo.)
29
(7 Wo.)
7
(16 Wo.)
1 Doppelplatin
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. September 2006
2009 Quiet Nights 7
(11 Wo.)
3 Gold
(12 Wo.)
10
(12 Wo.)
11
(4 Wo.)
3
(25 Wo.)
2
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. März 2009
2012 Glad Rag Doll 17
(7 Wo.)
8
(10 Wo.)
13
(12 Wo.)
21
(2 Wo.)
6
(11 Wo.)
2 Gold
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Oktober 2012
2015 Wallflower 9
(17 Wo.)
5 Gold
(15 Wo.)
5
(12 Wo.)
19
(4 Wo.)
10
(9 Wo.)
2 Platin
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Februar 2015
2017 Turn Up the Quiet 16
(4 Wo.)
5
(9 Wo.)
10
(7 Wo.)
32
(1 Wo.)
18
(2 Wo.)
8
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Mai 2017

Weitere Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US KanadaKanada CA
2002 Live in Paris 53
(5 Wo.)
19
(8 Wo.)
30
(8 Wo.)
30 Silber
(7 Wo.)
18 Gold
(30 Wo.)
3 Doppelplatin
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Oktober 2002
Livealben
2005 Christmas Songs 34
(7 Wo.)
27
(7 Wo.)
28
(6 Wo.)
17 Gold
(10 Wo.)
2 Doppelplatin
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. Oktober 2005
(feat. Clayton-Hamilton Jazz Orchestra)
2007 The Very Best of 52
(3 Wo.)
36
(5 Wo.)
25
(8 Wo.)
35 Silber
(2 Wo.)
19
(17 Wo.)
6 Platin
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. September 2007
Kompilation

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Anmerkungen
2002 In Concert: Live in Paris Erstveröffentlichung: 2. April 2002
2004 Live at the Montreal Jazz Festival Erstveröffentlichung: 23. November 2004
2009 Live in Rio Erstveröffentlichung: 26. Mai 2009

weitere Veröffentlichungen

  • 1990: Vince Benedetti Meets Diana Krall
  • 1993: Stepping Out
  • 1995: Only Trust Your Heart
  • 1996: All for You: A Dedication to the Nat King Cole Trio
  • 1998: Have Yourself a Merry Little Christmas (EP)
  • 2008: Christmas Hits & Duos

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US KanadaKanada CA
2004 Narrow Daylight
The Girl in the Other Room
87
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 2004

weitere Veröffentlichungen

  • 2001: The Look of Love
  • 2005: Jingle Bells
  • 2009: Walk On By
  • 2012: We Just Couldn't Say Goodbye
  • 2012: Just Like a Butterfly That’s Caught in the Rain
  • 2015: California Dreamin’
  • 2015: I'm Not in Love
  • 2015: Sorry Seems to Be the Hardest Word
  • 2015: Alone Again (Naturally)

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land/Region Silver record icon.svg Silber Gold record icon.svg Gold Platinum record icon.svg Platin Verkäufe Quellen
DeutschlandDeutschland Deutschland (BVMI) 0! 3 0! 500.000 musikindustrie.de
KanadaKanada Kanada (MC) 0! 3 33 3.420.000 musiccanada.com
OsterreichÖsterreich Österreich (IFPI) 0! 4 0! 57.500 ifpi.at
SchweizSchweiz Schweiz (IFPI) 0! 2 0! 40.000 hitparade.ch
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten (RIAA) 0! 5 5 7.500.000 riaa.com
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich (BPI) 3 2 0! 380.000 bpi.co.uk
Insgesamt 3 19 38

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Public Enemies Soundtrack, amazon.de, abgerufen am 11. Januar 2015
  2. Diana Krall has a Hollywood minute in "Public Enemies" (Memento vom 11. Januar 2015 im Webarchiv archive.is)
  3. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US CA

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diana Krall – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien