The Owl and the Pussycat

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Dieser Artikel behandelt das Gedicht von Edward Lear. Zum gleichnamigen Spielfilm siehe Die Eule und das Kätzchen (1970).

The Owl and the Pussycat, deutsch Die Eule und das Kätzchen, auch Eulerich und Miezekatz, ist ein erstmals 1870 erschienenes Nonsense-Gedicht von Edward Lear. Es zählt heute zu den bekanntesten Gedichten in englischer Sprache.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Strophen des Gedichts erzählen von der Liebe zwischen einer Eule und einer Miezekatze. Das verliebte Paar packt etwas Honig sowie eine Menge Geld ein und sticht in einem erbsengrünen Boot in See. Nachdem die Eule das Kätzchen, das schöne Kätzchen, mit der Gitarre bezirzt hat, beschließen die beiden, zu heiraten, doch haben sie keinen Ring. Daher steuern sie das Land an, wo der „Bong-Baum“ wächst, kaufen einem Schwein seinen Nasenring ab und werden in der dritten Strophe von einem Truthahn getraut. Zum Hochzeitsmahl verspeisen sie Haschee und Quittengelee, und zwar mit einem „runziblen“ (engl. „runcible“) Löffel, und tanzen schließlich im Mondenschein am Strand, Hand in Hand.

Entstehung und Werkzusammenhang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lear schrieb das Gedicht im Dezember 1870, den er wie schon die beiden vorigen Winter im südfranzösischen Cannes verbrachte. Er schrieb es für die damals dreijährige Janet Symonds, die Tochter des Kunsthistorikers John Addington Symonds und seiner Gemahlin Catherine Symonds (die den Dichter schon seit ihren Kindesjahren kannte); wie Lear verbrachte die Familie Symonds den Winter an der Côte d’Azur. Am 14. Dezember vermerkte Lear in seinem Tagebuch, dass der kleinen Janet nicht wohl sei, und überhaupt „alles traurig“ (‘Their little girl is unwell - & all is sad.’), am 18. des Monats dann, dass er ihr zur Aufmunterung ein bebildertes Gedicht (‘picture poem’) geschrieben habe – nämlich The Owl and the Pussycat. Der Verbleib dieses Manuskripts ist ungeklärt, seit es 1937 von der Dame Janet Vaughan (einer Nichte Janet Symonds') zugunsten des Rotkreuz-Einsatzes im Spanischen Bürgerkrieg versteigert wurde; zumindest die Illustrationen aus Lears Feder sind der Nachwelt aber erhalten geblieben, da sie 1911 in der von der Lady Constance Strachey (einer Schwiegertochter von Catherine Symonds) besorgten Auswahlausgabe Queery Leary Nonsense reproduziert wurden.

1938, also postum, wurde eine unvollendete Fortsetzung des Gedichts aus der Feder Lears veröffentlicht, die von den Nachkommen des verliebten Paars berichtet. Sie sind teils Katze, teils Eule, die Jungs eher eulenhaft, die Mädels eher katzenartig; alle fressen am liebsten Mäuse. Sie leben mit dem mittlerweile verwitweten Eulenvater an der Ostküste Kalabriens.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Owl and the Pussycat ist heute eines der bekanntesten und beliebtesten Werke der englischen Literatur; einer anlässlich des National Poetry Day im Jahre 2014 durchgeführten Erhebung zufolge ist es noch vor Twinkle, Twinkle, Little Star, Humpty Dumpty und Jabberwocky der populärste Kinderreim im Vereinigten Königreich.[1] Es erfreut aber weit über die Landesgrenzen hinaus, auch ältere Semester; so konnte etwa der jugoslawische Diktator Josip Broz Tito das Gedicht noch in volltrunkenem Zustand in passablem Englisch auswendig aufsagen.[2]

Übersetzungen liegen in mehr als 100 Sprachen vor. Hervorzuheben ist unter anderem Le Hibou et le Poussiquette, eine freie Übersetzung ins Französische von Francis Steegmuller, die 1961 zunächst im New Yorker erschien und bald darauf als Kinderbuch mit Illustrationen von Barbara Cooley ein unerwarteter Bestseller wurde (in den Vereinigten Staaten, nicht etwa in Frankreich) und dem bis dahin vor allem als Flaubert-Spezialisten bekannten Steegmuller genug Tantiemen einbrachte, um sich einen Rolls-Royce zulegen zu können. Diese Version weicht in einigen Details vom Original ab, so ist etwa das Boot der Verliebten nicht etwa erbsengrün, sondern kanariengelb, und statt in einer Fünf-Pfund-Note wickeln sie ihr Geld in einem Kreditbrief ein, aber wie bei Lear tanzen sie am Ende au clair de la lune. Die wohl bekannteste Übertragung ins Deutsche ist Eulerich und Miezekatz von Josef Guggenmos, sie erschien erstmals 1978 als 24-seitiges Bilderbuch beim auf Kinder- und Jugendliteratur spezialisierten Verlag Sauerländer.

Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lears Gedicht wurde mehrfach vertont. Zu nennen ist unter anderem Igor Strawinskys in Zwölftontechnik gehaltenes Arrangement für Flöte, Gitarre und Cello nebst Sprechgesang (1967); es ist zugleich sein Schwanengesang.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eulerich und Miezekatz. Ins Deutsche übersetzt von Josef Guggenmos, mit Illustrationen von Gwen Fulton. Sauerländer, Aarau und Frankfurt am Main 1978, ISBN 3794116623.

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Harel: A Natural History of "The Owl and the Pussycat". In: Southwest Review 100:4, 2015, S. 481-492. (Text online auf der Website poems.com)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: The Owl and the Pussycat – Quellen und Volltexte (englisch)
 Commons: The Owl and the Pussycat by Edward Lear – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rebecca Smithers: The Owl and the Pussycat voted most popular childhood poem. In: The Guardian (Onlineausgabe), 2. Oktober 2014.
  2. Fitzroy Mclean: The Heretic: The Life and Times of Josip Broz-Tito. Harper, New York 1957, S. 222.