Dienst (Telekommunikation)

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Als Dienst bezeichnet man in der Telekommunikation die Fähigkeit eines Telekommunikationsnetzes, Informationen einer bestimmten Art zu übertragen und zu vermitteln.

Traditionell wurde im 20. Jahrhundert für jeden Dienst in der Telekommunikation ein eigenes Netz aufgebaut. Zum Beispiel:

Jedes Netz war dabei für den jeweiligen Dienst optimiert. Die Nutzung eines bestimmten Netzes für einen anderen Dienst war aus diesem Grund unerwünscht. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist der jahrzehntelange Widerstand der damaligen Deutschen Post / Abteilung Fernmeldewesen gegen die Nutzung des Telefonnetzes zur Datenübertragung mittels Modems.

Mit ISDN (Integrated Services Digital Network) wurde die Faustregel „Ein Dienst – ein Netz“ aufgegeben. Ziel von ISDN war es, alle damaligen und zukünftigen Dienste über ein einziges Netz abzuwickeln und alle Spezialnetze zu ersetzen. Dies war zum Teil erfolgreich; allerdings war ISDN nicht in der Lage, den schnell steigenden Bandbreitenbedarf des Internets zu befriedigen. Dies führte zur Entwicklung ergänzender Netztechniken wie DSL zum Zugang auf ATM-Backbones über herkömmliche Telefonleitungen.

Seit etwa dem Anfang der 2000er Jahre geht der Trend dahin, klassische Dienste wie Sprachübertragung bzw. Telefonie ebenfalls über das ursprünglich nur für die Datenübertragung gedachte Internet abzuwickeln (siehe IP-Telefonie, Next Generation Network). Fehlende grundsätzliche Eigenschaften des Internets, wie zum Beispiel garantierte Datenpaket-Laufzeiten oder geringer Jitter machen dies zu einer technischen Herausforderung. Lange als technisch beherrscht bzw. ausgereift geltende Dienste gestalteten sich durch die Übertragung auf die Internet-Technologie dadurch plötzlich wieder schwierig. Mittlerweile gilt die IP-Telefonie als weitgehend ausgereift.