Dieter Schwab

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Dieter Schwab (* 15. August 1935 in Würzburg) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und emeritierter Professor für Bürgerliches Recht, deutsche Rechtsgeschichte und Kirchenrecht.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem rechtswissenschaftlichen Studium wurde Dieter Schwab 1960 an der Universität Würzburg mit einer Dissertation über den Freiherrn vom Stein promoviert. 1966 habilitierte er sich an der Ruhr-Universität Bochum bei Paul Mikat mit einer ebenfalls rechtshistorischen Arbeit. 1968 wurde er an die Universität Gießen berufen und zum ordentlichen Professor ernannt. 1974 folgte er einem Ruf an die junge Universität Regensburg, deren juristischer Fakultät er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 als wissenschaftlich prägende Persönlichkeit treu blieb, indem er Rufe der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster ablehnte.

Er ist Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.B.St.V. Rhaetia München.[1]

Der Rechtswissenschaftler Martin Schwab ist sein Sohn.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst vorwiegend historisch interessiert, wandte sich Dieter Schwab als Hochschullehrer mehr und mehr dem Familienrecht zu, dessen Entwicklung er durch zahlreiche Publikationen, Vorträge und Stellungnahmen maßgeblich beeinflusste und das in der Gesamtschau den Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit bildete. Seine persönliche Überzeugung als Christ auf dem Boden der Katholischen Soziallehre hinderte ihn nie daran, sich offen und vorurteilsfrei mit Reformen der staatlichen Familiengesetzgebung – etwa auf dem Gebiet des Scheidungsrechts und des Rechts nicht ehelicher Lebenspartnerschaften – auseinanderzusetzen. In seinen Vorlesungen verband er die Vermittlung juristischen Wissens gern mit Anregungen zur Förderung der Allgemeinbildung, etwa indem er die Lektüre der Schriften von Karl Kraus empfahl und juristische Fallbeispiele mit Eigennamen aus den Opern Richard Wagners würzte.

Aus seiner zeitweiligen Mitwirkung als Experte im Rahmen der ZDF-Fernsehreihe „Wie würden Sie entscheiden?“ ist der populäre Ratgeber „Meine Rechte bei Trennung und Scheidung“ entstanden.

Dieter Schwab ist Mitherausgeber der Zeitschrift für das gesamte Familienrecht (FamRZ).

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 wurde Dieter Schwab durch die auch in Buchform dokumentierte Veranstaltungsreihe „Colloquia für Dieter Schwab zum 65. Geburtstag“ geehrt. 2003 wurde er mit dem Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena verlieh ihm 2004 die Ehrendoktorwürde. Anlässlich seines 70. Geburtstags erschien 2005 eine Festschrift mit dem Titel „Perspektiven des Familienrechts“. Zum 75. Geburtstag brachten seine Schüler eine Sammlung schwabscher Glossen unter dem Titel „Verstehen Sie Recht?“ heraus.

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieter Schwab hat drei habilitierte Schüler hervorgebracht, Diethelm Klippel (Professor an der Universität Bayreuth), Ute Walter (Rechtsanwältin in München) und Martin Löhnig (Professor an der Universität Regensburg).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die geistigen Grundlagen der Selbstverwaltungsidee des Freiherrn vom Stein (Dissertation), 1960
  • Grundlagen und Gestalt der staatlichen Ehegesetzgebung in der Neuzeit bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts (Habilitationsschrift), 1966, Buchausgabe 1967 ISBN 978-3-7694-0145-5
  • Einführung in das Zivilrecht, 20. Aufl. 2016 (Co-Autor Martin Löhnig)
  • Falltraining im Zivilrecht 1, 6. Aufl. 2016 (Co-Autor Martin Löhnig)
  • Familienrecht (= Grundrisse des Rechts), 24. Aufl. 2016
  • Familienrecht (= Prüfe dein Wissen, Bd. 5), 12. Aufl. 2013
  • Handbuch des Scheidungsrechts, 7. Aufl. 2013
  • Meine Rechte bei Trennung und Scheidung, 8. Aufl. 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Persönlichkeiten, Website der K.B.St.V. Rhaetia München, abgerufen am 25. Januar 2013.