Dokos

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Dokos (Δοκός)
Satelliten-Foto mit Dokos (unteres Drittel, mittig)
Satelliten-Foto mit Dokos (unteres Drittel, mittig)
Gewässer Mittelmeer
Inselgruppe Saronische Inseln
Geographische Lage 37° 20′ N, 23° 19′ OKoordinaten: 37° 20′ N, 23° 19′ O
Dokos (Griechenland)
Dokos
Länge 7 km
Breite 2,8 km
Fläche 13,537 km²[1]dep1
Höchste Erhebung 308 m
Einwohner 18 (2011)

Dokos (griechisch Δοκός (f. sg.), Aussprache: [ðɔˈkɔs]) ist eine griechische Insel der Gemeinde Hydra im Regionalbezirk Inseln der Region Attika.

Die Insel ist nach einer Reederfamilie von der Insel Hydra benannt, in deren Besitz Dokos zum Ende des 18. Jahrhunderts n. Chr. gelangte. Von Pausanias[2] und Plinius dem Älteren[3] wurde sie als Aperopia (Απεροπία) erwähnt.[4]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokos liegt südlich der Argolischen Halbinsel, die den östlichsten Teil der Peloponnes darstellt und bildet zusammen mit Hydra den südlichen Abschluss der Bucht von Ermioni (Κόλπος της Ερμιόνης). Die Entfernung zum westlich gelegenen Kap Mouzaki (Ακρωτήρι Μουζάκι) auf der Argolischen Halbinsel beträgt etwa einen Kilometer. Die kürzeste Entfernung zur Insel Hydra, die östlich liegt, beträgt 2,8 km. Dazwischen liegt die unbewohnte Insel Petasi (Πέτασι).

Die maximale Ausdehnung beträgt von West nach Ost 7 km, von Nord nach Süd 2,8 km, die schmalste Stelle erreicht im Osten der Insel etwa 1100 m. Die Skindos Bucht (Κόλπος του Σκίντου) in deren Umfeld archäologische Funde aus verschiedenen Epochen gemacht wurden liegt im Nordosten. Die höchste Erhebung ist der im Osten gelegene Korifi (griechisch Κορυφή) mit 308 m. Weiter westlich liegen der Berg Malia (griechisch Μάλια, 273 m) und Tzouma (griechisch Τζούμα, 260 m). An der Südwestküste steht der Leuchtturm von Dokos. Im Norden der Insel liegt das Frauenkloster Agia Efpraxia.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ergebnisse archäologischer Untersuchungen ergaben, dass die Besiedelung von Dokos bereits in der Jungsteinzeit im 4. Jahrtausend v. Chr. erfolgte. Die bronzezeitlichen Siedlungen Myti Kommeni (Μύτη Κομμένη) und Ledeza (Λέδεζα) im Nordosten Nahe der Skindos Bucht wurden in die Phase FH II des Frühhelladikums datiert, wovon eine bis in die mykenische Zeit (ca. 1300 bis 1200 v. Chr.) besiedelt war. Zur klassischen Zeit gab es auf dem 132 m hohen Kastelli-Hügel eine Siedlung mit etwa hundert Häusern.

Des Weiteren konnten Relikte der hellenistischen und byzantinischen Zeit nachgewiesen werden. Im 7. Jahrhundert n. Chr. während der byzantinischen Zeit wurde unter Herakleios oder Konstantin IV. eine Festung auf dem Kastelli-Hügel angelegt. Im Innern gab es eine Zisterne und eine Basilika. Die Burg wurde jedoch bereits im Herbst 673 von den Arabern zerstört. Sie wurde von den Byzantinern und später von den Franken weiter genutzt. Um 1670 übernahmen die Venezianer unter Francesco Morosini schließlich die Burg und bauten sie aus.

Während der Griechischen Revolution diente die Bucht im Norden der Flotte von Hydra als Ankerplatz. Während der Regierungszeit König Ottos kam es zu Besitzstreitigkeiten zwischen Hydra und Spetses. Erst als die griechische Korvette Psara das Feuer eröffnet beruhigte sich die Situation.

Archäologische Funde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordosten auf dem Kap Myti-Kommeni fand man die zwei frühbronzezeitlichen Siedlungen Myti Kommeni und Ledeza. Weitere Gebäudereste stammen aus der mykenischen Zeit. In der Bucht nordwestlich des mittelalterlichen Kastels, die durch das Kap Myti-Kommeni nach Norden begrenzt wird fand der Archäologe Peter Throckmorton 1975 in 20 m Tiefe eine Schiffsladung, die aufgrund der Keramikfunde in die Zeit zwischen 2400 und 2200 v. Chr. datiert wurde.[5] Obwohl vom Schiff selbst lediglich zwei Steinanker geborgen werden konnten, wird es oft als das älteste Schiffswrack der Ägäis, gelegentlich auch weltweit, bezeichnet.

Zwei vorläufigen Bergungskampagnen 1975 und 1977 sowie die erste systematische Untersuchung eines Schiffswracks in Griechenland von 1988 bis 1992 durch das Griechische Institut für Unterwasserarchäologie (Hellenic Institute of Marine Archaeology, Ινστιτούτο Εναλίων Αρχαιολογικών Ερευνών) erbrachten mehr als 10.000 Keramikobjekte. Der größte geschlossene Keramikfund aus dem Frühhelladikum ist besonders wegen der großen Anzahl und Vielfalt wichtig.[6]

Aufgrund von Funden wie Mahlsteine aus Andesit vermutlich von der Insel Ägina, von denen die meisten keine Gebrauchsspuren aufwiesen, Obsidianblöcke und -klingen von der Kykladeninsel Milos, Teile einer Kykladenpfanne sowie zahlreicher Artefakte kann Dokos zusammen mit den benachbarten Inseln als ein Bindeglied des Seehandels im Frühhelladikum zwischen den Ägäisinseln und den Orten Lerna und Tiryns am Argolischen Golf angesehen werden.[7]

In derselben Bucht fand man noch ein weiteres Wrack, das vermutlich in die Archaische Zeit datiert. Nördlich des Kaps Myti-Kommeni entdeckte man die Überreste eines Schiffes aus byzantinischer Zeit.

Dokos heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Volkszählung 2011 hat die Insel 18 Einwohner.[8] Dokos dient saisonal als Weideland für Schafe und Ziegen. Die Gewässer um die Insel sind fischreich, zusätzlich wird in einer kleinen Bucht im äußersten Nordosten Aquakultur betrieben. Im Sommer dienen die Buchten als Ankerplätze für Yachten und für Badeausflüge. 1994 wurde die Insel von dem Kultusministerium unter Denkmalschutz gestellt. Es gibt keine Fährverbindung so dass Dokos nur mittels Wassertaxis erreicht werden kann.

Im Jahr 2007 wurde bekannt, dass ein zyprisches Unternehmen plant Dokos zu kaufen um ein Hotel, Bungalows, eine Marina und weitere Anlagen zu errichten.[9][10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Στέφανος Γ. Ψιμένος: Ανεξερεύνετη Πελοπόννησος. Εκδόσεις ROAD, Αθήνα 1998, ISBN 960-8481-09-0, σελ. 215–216.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dokos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles Arnold (Hrsg.): Die Inseln des Mittelmeers. Ein einzigartiger und vollständiger Überblick. 2. Auflage. marebuchverlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-86648-096-4.
  2. Pausanias: Reisen in Griechenland, 2, 34, 9
  3. Plinius der Ältere: Naturalis historia, 4, 12 (4, 19)
  4. William Martin Leake: Peloponnesiaca, London 1846, S. 285
  5. Seán McGrail: Boats of the World. From the Stone Age to Medieval Times. Oxford University Press, Oxford u. a. 2004, ISBN 0-19-927186-0.[1], S. 105, englisch.
  6. A Brief History of Underwater Archaeology in Greece, Seite 6, englisch Archivlink (Memento des Originals vom 21. Juli 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.underwaterarchaeology.gr (PDF; 169 kB)
  7. National Technical University of Athens, Lage der Archäologischen Stätten, englisch
  8. Ergebnisse der Volkszählung 2011, Griechisches Statistisches Amt (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  9. Attempt to purchase protected island of Dokos, HomeboyMediaNews, 17. April 2007, englisch
  10. Attempts to purchase protected island of Dokos, greeka.com, 17. April 2007, englisch