Donop (Adelsgeschlecht)

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gotisches Wappen derer von Donop
Wappen ca. 1860

Donop ist der Name eines der ältesten niedersächsischen/lippischen Adelsgeschlechter aus der Grafschaft Lippe mit dem gleichnamigen Stammhaus in der ehemaligen Vogtei Donop im heutigen Kreis Lippe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Johann von Donop ist schon um 1220 als Ritter in Diensten des Volkwin von Schwalenberg genannt. Urkundlich erscheint er dann erstmals am 14. April 1227.[1] Die ununterbrochene Stammreihe beginnt 1240 mit dem Ritter Lambert von Donop. Für Lambert ist die Verbindung von Name und Herkunft von der Gemarkung „Lüdershof“ in der Nähe des lippischen Orts Donop beziehungsweise Altendonop nachweisbar. Zahlreiche Glieder des Geschlechts waren seit dem Mittelalter Vasallen und Ministeriale (z. B. Droste) der Herren, Grafen und Fürsten zur Lippe und der Landgrafen von Hessen-Kassel.

Die von Donop waren durch das Mittelalter die Erbburgmänner des lippischen Schlosses Blomberg. Aus dem späteren Wöbbeler Zweig wurden die Brüder Anton und Christoph von Donop im Jahre 1548 vom Kaiser Karl V. in einem Schutzbriefe, unter Anerkennung ihrer freiherrlichen Würde, in jenem Amte bestätigt.[2] Weitere Glieder des Geschlechts wurden in den Grafenstand erhoben, hinterließen jedoch keine direkten Nachkommen.

Im auswärtigen Dienst wurde Leopold Moritz von Donop im Jahr 1747 von Ludwig XV. in den französischen Grafenstand erhoben und starb im hohen Alter kinderlos als Mestre de camp in Frankreich.[2]

Wappen und Entstehungssage der Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der alten Stammwappen zeigt im Gegensatz zu der unten abgebildeten Version einen romanischen, silbernen Schild mit spitz zulaufender Unterkante. Die Steigleiter zeigt die Besonderheit der versetzten Sprossenleiter, ein Hinweis auf den deutlich älteren Ursprung. Es fehlt hier jedoch der typische Enterhaken. Der Zinnenturm ist an der Unterkante mit der typischen Freiherrenkrone eingefaßt. Die Krone befestigt einen rot-silbernen Mantel, der den Schild einfaßt.

Wappen mit Enterhaken und durchgehenden Sprossen

Das rechts abgebildete Wappen neueren Datums hat als Hauptelement einen Schild, der nach unten rund zuläuft. Es zeigt in Silber einen schrägrechten roten Wechselzinnenbalken, die vereinfachte Form der Steigleiter, hier auch ohne Enterhaken. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein mit dem roten Zinnenbalken belegter silberner Zinnenturm, dessen rotes Dach mit drei (silber-rot-silber) Straußenfedern besteckt ist. Anders als in der romanischen Version wird das Wappen auf beiden Seiten durch Ornamente eingefaßt, die altersmäßig eher zu dem Schild mit der runden Unterkante passt und daher in sich schlüssig scheint.

In einer weiteren Version des Familienwappens ist der oben erwähnte Enterhaken zu sehen, der in anderen Versionen fehlt. Der Enterhaken hat jedoch den direkten Bezug zu der Burgmauernersteigung der Burg Plesse nördlich von Göttingen, auf der die Entstehung des Wappens beruht.

Entstehungssage
  1. Die Edlen Niedersachsens – einst zogen zum Turnier – es führten die stattlichen Ritter – manch liebliches Fräulein herbei.
  2. Und an den Schranken blitzte – gar kriegerisch Schild an Schild, – an alte Ehrenzeichen – reiht sich manch neues Bild.
  3. Der Herold prüft die Wappen – gestreng nach seiner Kunst, – da hilft vom kleinsten Makel – auch nicht die größte Gunst.
  4. Die jungen Persevanten – stehn rings im Kreis umher, – eifrig zu eigen sich machend – der Wappen geheime Lehr.
  5. Steht da ein junger Knappe – naht sich mit blankem Schild – war eine rote Leiter – darauf das Wappenbild
  6. „der mit der roten Leiter, – wer ist der junge Fant?“ – fragt Wernher von der Plesse, – der Kölner Domdechant.
  7. „Das ist die rote Leiter, – auf der ich jüngst erstieg, – Dein Schloss, die hohe Plesse,“ – Der Kämpe sprachs und schwieg.
  8. „Ei“, rief der alte Degen – zum jungen frohgewandt – „nahmst“ Du die steile Plesse, – da nimm auch meine Hand.
  9. Du stiegest frischen Mutes – zu meiner Burg hinan – hasts am hellen Tage – recht wie ein Held getan.
  10. Dein „do nup“ riefst Du lustig – und stürmest kühn voran – und „do nup“ riefen alle – und folgten Deiner Bahn
  11. Und Donup sollst Du heißen – Du tapferer Feuerbrand, – die Donup sollen blühen – im ganzen Vaterland.
  12. Der Jüngling stand bescheiden – nur zögernd schlug er ein, – das dünkt ihm zuviel Ehre – für seine Tat zu sein.
  13. Am Abend hat im Stechen – erstritten er den Preis, – der Kaiser schlug zum Ritter – das junge Edelreis.
  14. Doch Donup hieß im Lande – nach ihm sein ganz Geschlecht, – erprobt in manchem Streite – und blutigen Gefecht.
  15. Es trotzt dem Sturm und Zeiten – der Donup edles Haus – und Karl der Fünfte machte – ein freiherrliches daraus.

Der Leitspruch der Familie lautet: pectora adversis ponenda rebus (die Brust entgegen den sich stellenden Widrigkeiten)

Schloss und Rittergut Wöbbel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Wöbbel, Aquarell von Hugo von Donop zu Wöbbel 1862

Im Jahre 1550 übernahm die Familie von Donop das Rittergut in Wöbbel.

Das Schloss Wöbbel wurde im Jahr 1690 von dem lippischen Landdrosten Levin Moritz von Donop erbaut, und gilt als eines der bedeutendsten Barockschlösser im Kreis Lippe. Es war ehemals von einer rechteckigen Gräfte umgeben, die Im Jahre 1870 zugeschüttet wurde.

Bis heute befindet sich das Rittergut im Besitz der Familie von Donop.[3]

Rittergut Schötmar und Schloss Stietencron[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Stietencron

Das Rittergut Schötmar wurde 1664 durch den aus Wöbbel stammenden Oberst Simon Moritz von Donop (1613–1676) begründet. Dieser hatte Anfang der 1660er Jahre den Schötmaraner Kirchspielkrug (heute „Korf“) samt allen Privilegien und danach weitere Ländereien und Gebäude erworben. 1664 gelang es Simon Moritz von Donop für sein Anwesen den Status eines Rittergutes zu erwirken. Im Jahr 1729 wurde das Schloss von dem schwedischen und kurhessische Staatsminister August Moritz Abel Plato von Donop erbaut. Es diente als Herrenhaus des Rittergutes Schötmar.

1949 übernahm die Stadt Schötmar den Park und das Schloss als Beigabe. Seit dem Jahr 1983 hat die Musikschule Bad Salzuflen ihren Sitz im Schloss Stietencron.

Schloss Himmighausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Himmighausen

Die ehemals umgräftete Anlage besteht aus dem Herrenhaus und einem vorgelagerten Wirtschaftshof. Die Anlage wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Karl Heinrich von Donop als Dreiflügelanlage begonnen und um 1890 durchgreifend umgebaut. Dem eingeschossigen Haus auf einem hohen Sockel wurde ein voluminöses Mansardwalmdach aufgesetzt. Das Gebäude ist verputzt und durch genutete Ecklisenen gegliedert. Zum landschaftlich gestalteten Garten führt eine breite Terrasse mit Treppe. Auf dem symmetrischen Wirtschaftshof stehen zwei Torpavillons mit Zeltdach vom Ende des 17. Jahrhunderts und zwei ehemalige Stallgebäude mit übergiebeltem Mittelrisalit und einer Durchfahrt. Das linke ist mit 1720 bezeichnet, das rechte mit Donop und Schilder. Die Dreibogige Remise mit fasziertem Torrahmen und figürlichen Schlusssteinen wurde zum Ende des 17. Jahrhunderts gebaut.

Durch Erbschaft kam Schloss Himmighausen über die Grafen von Oeynhausen im 20. Jahrhundert an die Familie von Puttkamer, die es heute privat nutzt.

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Donop family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lamey, Geschichte der Grafen von Ravensberg, Cod. dipl. 13.
  2. a b Gotha (Hrsg.): Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1862. Nr. 12.
  3. Roland Linde: Die Familie von Donop und das Rittergut Wöbbel. Hrsg.: Lippe Verlag.