Dorfkirche Wagenitz

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Dorfkirche Wagenitz

Die Dorfkirche Wagenitz ist die evangelische Kirche von Wagenitz, einem Ortsteil von Mühlenberge im brandenburgischen Landkreis Havelland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1527 wurde eine erste Fachwerkkirche in Wagenitz als Filialkirche von Senzke erbaut. Erster Kirchenpatron von Wagenitz war Johann Christoph von Bredow. 1635 wurde Wagenitz und seine Kirche durch Angriff der Schweden zerstört. Kirchenpatron Hans Christoph von Bredow baute 1664 die Kirche wieder auf. 1753 wurde die jetzige Kirche als Saalkirche errichtet. Sie besaß zwei Seiteneingänge und einen Eingang im Turm.

Baumaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht der Kirche

Reparaturen und ein Neuputz erfolgten in den Jahren 1934 und 1935. Einschüsse und Dachbeschädigungen des Zweiten Weltkrieges wurden in den Jahren 1949 bis 1957 repariert. 1959 wurde der Innenraum der Kirche saniert. Die Decke wurde mit Sperrholzplatten abgehängt, die Bleiglasfenster wegen Schwammschäden ausgebaut und durch Milchglasscheiben ersetzt. Der Turm und die Gesimse wurden in den Jahren 2001/02, der Außenputz und das Innere der Kirche in den Jahren 2002/03 denkmalgerecht, teilweise nach Fotovorlagen, rekonstruiert. Der Neuanstrich des Gestühls erfolgte vor Ostern 2007.

Der Turmhelm und das Kirchendach bestanden 1664 aus Lärchenholzschindeln. 1851 bekam der Turm sein Zinkdach und 1892 die Schallluken. 1949 wurde zunächst in Schiefer eingedeckt, dann 1974 mit Betonziegeln. 2001 wurde der Turmhelm aus Zink und die Turmzierde mit der Inschrift SDG (Soli Deo Gloria - Allein Gott sei Ehre) erneuert und das Dach ab 2003 mit Kirchenbibern neu gedeckt.

Die Turmuhr mit Zifferblatt an der Ostseite wurde 1953 angebracht; 1978 ein weiteres an der Westseite hinzugefügt und bei Turmsanierung 2002 überholt.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Turm befanden sich ursprünglich drei mittelalterliche Bronzeglocken aus Lauchhammer, von denen heute noch eine Glocke vorhanden ist. Die Glocke und der Glockenstuhl wurden im Jahr 1982 repariert.

Innenausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild des Johann Wilhelm von Bredow und Barbara von Görne mit Familie

Im vorderen Kirchenbereich befinden sich vier Bleiglasfenster. Das Kirchengestühl einschließlich des Patronatsgestühls und die Empore stammen aus dem 18. Jahrhundert, das links neben dem Altar befindliche Kruzifix, das auch auf dem Votivgemälde abgebildet ist, aus dem 17. Jahrhundert. Das rechts neben dem Altar angebrachte 6 m² breite Votivgemälde aus dem Jahre 1667 zeigt Hans Christoph von Bredow mit seiner Ehefrau Barbara von Görne. Seine vier Söhne werden durch den Maler individuell charakterisiert, während die vier Töchter schematisch dargestellt werden. Das Gemälde schenkte von Bredow der Kirche als Dank dafür, dass er den Schwedenangriff überlebte.

Unter dem Altarbereich befindet sich die Familiengruft derer von Bredow. Die letzte Beisetzung fand um das Jahr 1840 herum statt. Die Gruft wurde nach dem Krieg verschlossen und ist nicht mehr zugänglich. Der aus dem 18. Jahrhundert stammende Taufstein ist mit einer silbernen Taufschale versehen, die mit dem Familienwappen der von Bredow und von Görne verziert ist.

Der Kanzelaltar stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die ursprünglichen Verzierungen sind nicht mehr vorhanden. Das Abendmahlbild auf der Vorderseite des Kanzelkorbes wurde 1843 durch den Maler „Pein“ gemalt. An der Unterseite des Kanzeldeckels befindet sich ein Taubenmotiv als Symbol des Heiligen Geistes.

Die Gedenktafeln auf der linken und rechten Seite der Kirche sind den Wagenitzer Opfern des Ersten und Zweiten Weltkrieges gewidmet. Der in der Mitte der Kirche befindliche Messingleuchter wurde im 18. Jahrhundert hergestellt und 2004 in Rathenow restauriert. Die auf der Empore befindlichen Rudimente kennzeichnen die 1885 von Friedrich Hermann Lütkemüller in Wittstock erbaute Orgel. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts repariert und ist seit 1960 nicht mehr in Betrieb. Die im hinteren Teil der Kirche befindliche Winterkirche wurde 1959 abgetrennt. Gleichzeitig wurde der Turmeingang verschlossen, der untere Turmbereich wird als Leichenhalle genutzt.

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lagerbücher der Kirchengemeinde und Unterlagen des Gemeindekirchenrates

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dorfkirche Wagenitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 40′ 18,8″ N, 12° 38′ 22,7″ O