Dorothee Häußermann

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Dorothee Häußermann (geb. 1973 in Köln) ist eine deutsche Klimaschutzaktivistin und Romanautorin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häußermann studierte Literaturwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und war bis 2011 als Lehrerin für Deutsch und Englisch tätig. Sie wurde nach eigenen Angaben ab 2009 klimapolitisch aktiv.

Nachdem sie sich verstärkt mit dem Ausmaß der Klimakrise auseinandergesetzt und das erste Klimacamp in London 2009 erlebt hatte, kam sie zu dem Schluss, dass sich die Krise nur in breiteren Bündnissen lösen lasse. Sie wurde in der Klimagerechtigkeitsbewegung aktiv und engagierte sich bei Alle Dörfer bleiben gegen die Rodung des Hambacher Forstes. Sie trat als Sprecherin der Bewegung Ende Gelände auf[1] und gehörte dem bundesweiten Attac-Koordinierungskreis und der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Energie, Klima, Umwelt an.[2][3][4][5] Häußermann hält zivilen Ungehorsam angesichts der „Dringlichkeit der Klimakrise“ für notwendig.[1]

Sie ist Stipendiatin der Bewegungsstiftung[6] und Kolumnistin beim Webmagazin Klimareporter.[7] Sie empfiehlt, institutionellen Energiewende-Akteuren mit Misstrauen zu begegnen, da sie durch Wirtschaftsinteressen stark beeinflusst seien. Die bisher geplanten CO2-Einsparungen hält sie für unzureichend. Selbst wenn das Zwei-Grad-Ziel erreicht werden sollte, werde das erhebliche negative Folgen für Länder des globalen Südens haben. Zu einer wirklichen Energiewende gehöre „die Umwälzung von Machtverhältnissen“, man müsse auch über Ressourcengerechtigkeit sprechen.[8]

Häußermann veröffentlichte zwei Romane. An einem ruhigen Ort (2011) handelt von einer Radfahrerin, die in Schottland zufällig an einem Bauernhof Halt macht. Sie entschließt sich zu bleiben, gerät dabei jedoch zwischen die Fronten der dort wohnenden Eheleute. Der Roman Wind aus Nord-Süd: Romanfetzen (2019) setzt sich mit drei unterschiedlichen Frauen auseinander, die sich der Überwindung der Klimakrise verschrieben haben.[9] „Der Roman ist ein Mosaik aus Stimmen und Stilelementen, von Briefen und Tagebucheinträgen zu Protestmailings und Dialogen“, so die Taz.[2]

Sie lebt in der Nähe von Bremen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Aktivisten dringen in Tagebau Hambach ein, Frankfurter Rundschau, 5. Januar 2019
  2. a b Friederike Grabitz: Klimaaktivistin über ihr Engagement: „Ich habe Hoffnung“. In: Die Tageszeitung: taz. 3. August 2020, abgerufen am 11. September 2020.
  3. Dagmar Dehmer: Rund 3000 Teilnehmer beenden die Blockaden. In: Der Tagesspiegel. 15. Mai 2016, abgerufen am 11. September 2020.
  4. UN-Klimagipfel: Die Zeit der Appelle ist vorbei. In: Lokalkompass.de. Abgerufen am 13. September 2020.
  5. Klima: Massenprotest in Bonn. In: Telepolis. 5. November 2017, abgerufen am 13. September 2020.
  6. Bewegungsarbeiter*innen: Dorothee Häußermann (Porträt auf der Homepage der Bewegungsstiftung). In: Bewegungsstiftung.de. Abgerufen am 13. September 2020.
  7. Kolumnen von Dorothee Häußermann. In: Klimareporter.de. Abgerufen am 13. September 2020 (deutsch).
  8. Dorothe Häußermann: Debatte Klimapolitik: Superman sind wir. In: taz. 23. November 2015, abgerufen am 13. September 2020.
  9. Rosa Wallow: Umweltschutz braucht Kraft von innen. In: Der Rabe Ralf. Oktober 2020, abgerufen am 15. Oktober 2020.