Duales System (Abfallwirtschaft)

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Das Duale System bezeichnet die haushaltsnahe Sammlung und Entsorgung von gebrauchten Verkaufsverpackungen in Deutschland gemäß den Vorgaben des deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG).

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hintergrund war die 1991 in Kraft getretene Verpackungsverordnung, die die Wirtschaft erstmals verpflichtete, in Umlauf gebrachte Verpackungen nach Gebrauch zurückzunehmen und bei deren Entsorgung mitzuwirken. Bis dahin waren ausschließlich die Gemeinden für die Abfallentsorgung zuständig.

Die neue Gesetzgebung veranlasste in Deutschland tätige Unternehmen der Lebensmittel- und Verpackungsbranche, einen Verbund zu gründen, der die Erfüllung der Verwertungspflichten bündeln konnte. Daraus entstand die gemeinsame Entsorgung im dualen System.

Erster privatwirtschaftlicher Anbieter dieser Dienstleistung war die Duales System Deutschland GmbH. Im Jahr 2003 wurde erstmals im Bundesland Hessen mit der Landbell AG für Rückhol-Systeme ein zweiter Systembetreiber zugelassen, der seit 2006 bundesweit tätig ist. Inzwischen sind weitere Anbieter zugelassen, und zwar die ELS Europäische LizenzierungsSysteme GmbH, Recycling Kontor Dual GmbH & Co. KG, die BellandVision GmbH, die Interseroh, die Redual GmbH, die Veolia Umweltservice Dual GmbH, die VfW GmbH und die Zentek GmbH & Co. KG.

Aufgrund des Wegfalls der einstigen Monopol-Stellung verlor der Grüne Punkt an Bedeutung, da auch andere Verpackungen ohne diese Kennzeichnung recycelt werden können.

In der Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Gelbe Säcke“ liegen an einer Hauswand zur Abholung bereit

Der überwiegende Anteil der verbrauchten Verkaufsverpackungen (ca. 7 Mio. Tonnen jährlich) wird im dualen System gesammelt und der Verwertung zugeführt (ca. 4 Mio. Tonnen jährlich). Die Verpackungen werden von den Verbrauchern nach Abfallart getrennt gesammelt: Altglas und Altpapier in öffentlichen Containern, Kunststoffe, Metalle, Getränkekartons und Leichtverpackungen in den Privathaushalten in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack.

Im jährlichen Mengenstromnachweis (siehe § 6 Abs. 7 VerpackV) dokumentieren die Entsorgungsdienstleister via Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft gegenüber der zuständigen Landesbehörde oder einer von ihr bestimmten Behörde die Erfüllung ihrer Pflichten. Er enthält alle Daten über die ordnungsgemäße Sammlung, Sortierung und Verwertung der in Deutschland gesammelten und verwerteten Verkaufsverpackungen.

Die Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn stellte 2013 eine parlamentarische Anfrage zur Effektivität des dualen Systems. In der Antwort nannte die Bundesregierung folgende geschätzten Recyclingquoten für das Jahr 2009: Weißblech 92, Aluminium 60, sowie Kunststoffe 43 Prozent.[1]

Marktumfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als duale Systeme (§ 6 Abs. 3 VerpackV) sind anerkannt (Stand August 2016)[2]:

  • BellandVision GmbH
  • Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH
  • ELS Europäische LizenzierungsSysteme GmbH
  • INTERSEROH Dienstleistungs GmbH
  • Landbell AG für Rückhol-Systeme
  • NOVENTIZ Dual GmbH
  • Reclay Systems GmbH
  • RKD Recycling Kontor Dual GmbH & Co. KG
  • Veolia Umweltservice Dual GmbH
  • Zentek GmbH & Co. KG

Eine Koordinierung erfolgt über die Gemeinsame Stelle dualer Systeme Deutschlands GmbH.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ökologische Effektivität und ökonomische Effizienz der dualen Systeme in der deutschen Abfallwirtschaft. Deutscher Bundestag, 4. April 2013
  2. IHK - Duale Systeme - VE-Register. Abgerufen am 13. Februar 2017.
  3. Gemeinsame Stelle - myALBA.de. Abgerufen am 13. Februar 2017 (deutsch).