Öko-Institut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Öko-Institut e.V.
Institut für angewandte Ökologie
Öko-Institut e.V.  Institut für angewandte Ökologie
Freiburger Büro des Öko-Instituts im Sonnenschiff
Kategorie: privates Forschungsinstitut
Träger: rechtlich selbstständig
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Standort der Einrichtung: Freiburg im Breisgau
Außenstellen: Darmstadt, Berlin
Art der Forschung: Angewandte Forschung, Politikberatung
Fächer: Ingenieurwissenschaften, Sozialwissenschaften
Fachgebiete:
  • Energie & Klimaschutz
  • Nukleartechnik & Anlagensicherheit
  • Produkte & Stoffströme
  • Ressourcen & Mobilität
  • Umweltrecht & Governance
Leitung: Michael Sailer
Mitarbeiter: 165[1] (Stand: November 2015)
Homepage: www.oeko.de
Öko-Institut (Deutschland)
Geschäftsstelle Freiburg
Geschäftsstelle Freiburg
Büro Darmstadt
Büro Darmstadt
Büro Berlin
Büro Berlin
Standorte des Öko-Instituts

Das Öko-Institut e. V. (Institut für angewandte Ökologie) ist ein gemeinnütziges, privates Umweltforschungsinstitut mit Hauptsitz in Freiburg im Breisgau.

Es ist 1977 aus der Anti-Atomkraft-Bewegung hervorgegangen und umfasst heute rund 165 Mitarbeiter an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin.[2] Das Institut ist als Verein organisiert und hat rund 2.300 Mitglieder, darunter knapp 20 Kommunen. Es finanziert seine Arbeit in erster Linie über Drittmittel für Projekte. Hinzu kommen Mitgliedsbeiträge und Spenden. Der Umsatz für 2014 betrug etwa 13 Millionen Euro[3].

Betätigungsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Öko-Institut erstellt wissenschaftliche Gutachten und berät Politiker, Umweltverbände, Institutionen und Unternehmen. Jährlich werden etwa 100 nationale und internationale Projekte erarbeitet. Themengebiete dabei sind:

Das Institut ist Gründungsmitglied des Vereins EnergieVision, der das Label ok-power für Ökostrom-Produkte vergibt. Außerdem hat es die Verbraucher-Informationskampagne EcoTopTen ins Leben gerufen, die auf einem Internetportal konkrete Produktempfehlungen für nachhaltigen Konsum präsentiert. Des Weiteren ist das Öko-Institut Mitglied im Ecological Research Network (Ecornet), einem Netzwerk zur Nachhaltigkeitsforschung.[4]

Seit Sommer 2006 bietet das Öko-Institut ein eigenes kostenloses E-Paper mit dem Namen eco@work an. Man kann es auf der Homepage lesen, es wird online als PDF-Datei zur Verfügung gestellt und man kann es als E-Mail abonnieren.[5]

Institutsleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand besteht aus insgesamt zwölf Personen, davon sieben externe, die für zwei Jahre von der Mitgliederversammlung gewählt werden.[6]

Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschäftsführung besteht aus Michael Sailer als Sprecher sowie Susanne Fröschl und Rainer Grießhammer.[7]

Kuratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den Förder- und Ehrenmitgliedern des Vereins wählt der Vorstand ein Kuratorium aus. Das Kuratorium trifft sich mindestens einmal jährlich und arbeitet zusammen mit dem Vorstand und der Geschäftsführung an den langfristigen Aufgaben des Instituts. Zu den Kuratoriumsmitgliedern gehören Erhard Eppler, Martin Führ, Regine Kollek, Peter Cornelius Mayer-Tasch, Lucia Reisch und Udo E. Simonis.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SPD-Energieexperte Hermann Scheer warf dem Öko-Institut 2004 Zusammenarbeit mit den Stromkonzernen in deren Kampf gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor.[9] Das Institut wies diese Kritik als unbegründet zurück und hob die Bedeutung des EEG bei der Förderung der erneuerbaren Energien hervor.[10] Anfang 2008 wurden die vom Öko-Institut in Deutschland ausgestellten RECS-Zertifikate vom Journalisten Lars Lange erneut als „Etikettenschwindel“ kritisiert.[11] Das Institut hat auch diese Kritik zurückgewiesen und zugleich die Bedeutung von Ökostrom-Gütesiegeln wie dem ok-power-Label betont.[12][13] Das RECS-System wurde inzwischen in das European Energy Certificate System (EECS) überführt, das auch die nach Europarecht, insbesondere der Richtlinie 2009/28/EG,[14] und nach dem deutschen EEG geschaffenen Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energien umfasst.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Öko-Institut – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite Öko-Institut e.V.
  2. Handeln statt Hoffen. Öko-Institut e. V.. 11. Dezember 2006. Abgerufen am 8. Mai 2011., Pressemitteilung zum 30-jährigen Bestehen des Öko-Instituts
  3. Öko-Institut e.V. Das Institut abgerufen am 2. November 2015
  4. Webseite von Ecornet
  5. http://www.oeko.de/e-paper/
  6. http://www.oeko.de/das-institut/leitung/vorstand/
  7. http://www.oeko.de/das-institut/leitung/geschaeftsfuehrung/
  8. http://www.oeko.de/das-institut/leitung/kuratorium/
  9. Kommerzieller Kurzschluss. taz.de. 13. Dezember 2004. Abgerufen am 8. Mai 2011.
  10. Das EEG ist das richtige Instrument (PDF; 131 kB) Öko-Institut e. V.. 15. Dezember 2004. Abgerufen am 8. Mai 2011.
  11. Detlef Grumbach: Etikettenschwindel bei grünem Strom? - Das europäische Ökostrom-Zertifikat RECS in der Kritik. dradio.de. 8. Februar 2008. Abgerufen am 8. Mai 2011.
  12. Ökologische Beurteilung des Einsatzes von Grünstromzertifikaten im Rahmen von Ökostromprodukten (PDF; 226 kB) Öko-Institut e. V.. 17. Januar 2008. Abgerufen am 8. Mai 2011.
  13. Hintergrundpapier Ökostrom, Version 1.1 (PDF; 257 kB) vom 17. Januar 2008
  14. Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (PDF) eur-lex.europa.eu. 23. April 2009. Abgerufen am 8. Mai 2011., vgl. hier Artikel 15; vor 2009: Richtlinie 2001/77/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (PDF) eur-lex.europa.eu. 27. September 2001. Abgerufen am 8. Mai 2011., vgl. hier Artikel 5