Dunkler Hallimasch

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Dunkler Hallimasch
Dunkler Hallimasch (Armillaria ostoyae)

Dunkler Hallimasch (Armillaria ostoyae)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Physalacriaceae
Gattung: Hallimasche (Armillaria)
Art: Dunkler Hallimasch
Wissenschaftlicher Name
Armillaria ostoyae
(Romagn.) Herink nom. cons.

Der Dunkle Hallimasch oder Gemeine Hallimasch (Armillaria ostoyae[1][2], Syn.: A. polymyces, A. solidipes s. auct.[3]) ist ein holzbewohnender Blätterpilz aus der Gattung der Hallimasche. Er kommt im Frühsommer bis in den Spätherbst vor und besiedelt sowohl lebende als auch tote Nadelbäume.[4]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hut erreicht einen Durchmesser von 3–10, manchmal auch bis 20 cm. Er ist jung halbkugelig und mit zunehmendem Alter gewölbt bis ausgebreitet. Die Oberfläche ist fleischfarben bis rötlich braun und mit dunklen, abwischbaren Schüppchen bedeckt. Der Rand ist heller gefärbt, lange Zeit eingebogen und später gerieft. Die weißlich bis hellbräunlichen Lamellen sind ausgebuchtet bis gerade angewachsen. Sie werden an älteren Exemplaren rotbraun gefleckt. Die weißlichen Stiele sind bis zu 15 cm lang und 2–3 cm im Durchmesser. Sie sind längsfaserig und gelegentlich im Alter hohl. Das Fleisch ist weißlich und hat einen angenehmen Geruch. Das Sporenpulver ist weiß.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sporen sind etwa 6–10 × 5–7 Mikrometer groß.[4]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forstschädling[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz entdeckten Wissenschaftler der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft den größten Dunklen Hallimasch Europas. Der Pilz erstreckt sich über eine Länge von 500 und eine Breite von 800 Metern; die sichtbaren Teile des Pilzkörpers gehören zu einem ausgedehnten unterirdischen Fadengeflecht. Er stellt eine der größten Bedrohungen des Schweizerischen Nationalparks dar, da er Bergkiefern (Bergföhren) abtötet.[5]

Im Malheur National Forest, Oregon, wurde ein Exemplar der Größe von ungefähr 9 Quadratkilometern (965 Hektar) und einem Gewicht von 600 Tonnen gefunden. Der Pilz in Oregon ist nach derzeitigem Kenntnisstand der größte Pilz der Erde und gilt, bezogen auf seine Flächenausdehnung, als das größte Lebewesen der Erde. Sein Alter wird auf 2400 Jahre geschätzt.[6][7][8] Wie im Schweizer Nationalpark befällt er Bäume und tötet sie ab.

Speisewert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dunkle Hallimasch ist ein Speisepilz, der allerdings nicht von jedem Menschen vertragen wird. Bei manchen Menschen löst er Grippe-ähnliche Symptome aus. Wie alle Hallimasch-Arten ist er roh brechreizerregend-unbekömmlich und muss deshalb mindestens 8 Minuten lang durchgegart werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Scott A. Redhead, Jean Bérubé, Michelle R.Cleary, Ottmar Holdenrieder, Richard S. Hunt, Kari Korhonen, Helga Marxmüller, Duncan J. Morrison: (2033) Proposal to conserve Armillariella ostoyae (Armillaria ostoyae) against Agaricus obscurus, Agaricus occultans, and Armillaria solidipes (Basidiomycota). In: International Association for Plant Taxonomy (Hrsg.): Taxon. Band 60, Nr. 6, Dezember 2011, S. 1770–1771.
  2. Tom W. May: Report of the Nomenclature Committee for Fungi – 201. In: IMA Fungus. Band 8, Nr. 1, 1. Juni 2017, S. 189–203, doi:10.5598/imafungus.2017.08.01.12, PMID 28824847.
  3. Harold H. Burdsall Jr., Thomas J. Volk: Armillaria solidipes, an older name for the fungus called Armillaria ostoyae. In: North American Fungi, Vol. 3, Nr. 7, 2008, ISSN 1937-786X, S. 261–267, (PDF zum Herunterladen auf der Seite; 465 kB), abgerufen am 20. Mai 2013.
  4. a b Hans E. Laux: Der große Kosmos-Pilzführer. Alle Speisepilze mit ihren giftigen Doppelgängern. Kosmos, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08457-4.
  5. Grösster Pilz der Schweiz (Memento des Originals vom 8. Oktober 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wsl.ch. Pressemitteilung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). 24. September 2004, abgerufen am 20. Mai 2013.
  6. Henning Engeln, Rainer Harf: Evolution: Weder Pflanze noch Tier. Das vergessene Reich der Pilze (Memento des Originals vom 8. Juli 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.geo.de. In: GEO kompakt, Nr. 23, 2010, ISSN 1614-6913, S. 126, abgerufen am 20. Mai 2013.
  7. Katrin Mock: Pilze – Naturwunder aus dem Waldboden. Welches ist das größte Lebewesen der Welt? 27. Oktober 2010. Begleitender Artikel zur Sendung „Planet Wissen“ vom 28. Oktober 2010. WDR, SWR und BR-alpha, abgerufen am 20. Mai 2013.
  8. Sascha Thewes: Pilze. Einführung in die Mikrobiologie. Institut für Biologie – Mikrobiologie, Berlin. (PDF; 2,34 MB), abgerufen am 20. Mai 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dunkler Hallimasch (Armillaria ostoyae) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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