Eberhard J. Wormer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eberhard Jürgen Wormer (* 22. August 1951 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Medizinjournalist und Sachbuchautor.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wormer studierte 1971 bis 1978 Germanistik, Geschichte und Sozialkunde für das Lehramt am Gymnasium an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sein Interesse galt der bayerischen Geschichte, die von Karl Bosl gelehrt wurde. Auf dessen Anregung hin erstellte Wormer seine Zulassungsarbeit zum Thema bayerische Städtegeschichte des 18. Jahrhunderts auf der Basis handschriftlicher Quellen.[1] 1978 schloss Wormer das Studium mit dem Ersten Staatsexamen ab. Er absolvierte im Anschluss ein Studium der Medizin an der Technischen Universität München und Universität Regensburg. 1985 wurde als Arzt approbiert. Für die Promotion bearbeitete er auf Vorschlag des Medizinhistorikers Christian Probst Handschriften bayerischer Physikatsärzte (Physikatsberichte) aus dem 19. Jahrhundert im Rahmen einer deskriptiven Studie.[2] 1986 wurde Wormer mit Auszeichnung zum Dr. med. promoviert.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wormer arbeitete als Assistenzarzt in einer niedergelassenen internistischen Praxis in Nürnberg und zusätzlich als freier Redakteur für den Medizinverlag Urban & Schwarzenberg.[3] 1987 trat er eine Stelle als Redakteur im Medikon-Verlag an.[4] Seit 1988 ist Wormer als freier Journalist und Autor tätig.

Von 1988 bis 2010 arbeitete Wormer als Medizinjournalist, Fachreferent und Kongressberichterstatter für das Medium Praxis-Depesche des Medizin-Verlags GFI. Seit 1989 ist er ständiger freier Mitarbeiter der Neuen Deutschen Biographie (NDB) und verfasst insbesondere Medizinerbiographien. Seit 2007 ist er auch als Wikipedia-Autor auf den Gebieten Medizin, Medizingeschichte und Biographie aktiv. Für die Ausstellung Salz Macht Geschichte (Haus der Bayerischen Geschichte) 1993 kuratierte er den medizinischen Teil und hielt Vorträge zum Thema.[5] 2009 übernahm er kurzzeitig die Redaktion der Ärztlichen Praxis Neurologie/Psychiatrie und seit 2000 schreibt er Beiträge für das Springer Fachmedium (Medizin) Orthopädie & Rheuma, Rubrik Prisma/Kultur.[6]

2003 bis 2005 befasste sich Wormer für Eli Lilly mit dem Thema Bipolare Störung und dem atypischen Neuroleptikum Olanzapin. Durch diese Zusammenarbeit entstanden ein Buch, eine kommentierte Online-Edition des Originaltextes von Emil Kraepelin [7] sowie Fachartikel.[8] 2004 bis 2008 war er für Fresenius Biotech im Bereich medical publishing (klinische Studien, Produktmonographie) für den polyklonalen Antikörper ATG tätig.[9] Durch diese Arbeit gewann er Einblicke in alle Aspekte der Transplantationsmedizin sowie historische und aktuelle globale Entwicklungen auf diesem Gebiet.

Ein Schwerpunkt von Wormers Arbeiten betrifft seit 1995 populärwissenschaftliche Veröffentlichungen zu medizinischen und wissenschaftlichen Themen.[10] Er veröffentlichte Ratgeber und Monographien der Themengebiete Medizin und Gesundheit für Publikumsverlage.[11][12] Für den Lingen-Verlag in Köln fungiert Wormer als Herausgeber und Autor von Gesundheitsratgebern für den Massenmarkt.[13] Darüber hinaus ist Wormer als Übersetzer aus dem Englischen tätig.[14] In jüngster Zeit veröffentlicht er Bücher und Diskussionsbeiträge über medizinisch umstrittene Themen wie Vitamin D, Vitamin B12, Herzglykoside zur Behandlung der Herzinsuffizienz oder die Resistenzproblematik von Antibiotika.

Kulturelles Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 inszenierte Wormer im Kunsthof Türkenhof in München das Zweipersonenstück Haie und Hasen (Seascape with sharks and dancer) des US-Dramatikers Don Nigro[15] in eigener Übersetzung. Hauptdarsteller waren Johanna S. Gordon [16] und Christian A. Koch.[17] 1996 inszenierte er den monologischen Einakter Cincinnati von Don Nigro, gleichfalls in eigener Übersetzung, der in Freiburg und München gezeigt wurde.[18]

Seit seinem sechsten Lebensjahr ist Wormer musikalisch aktiv, bevorzugt am Klavier. Er bekam Privatunterricht, bildete sich autodidaktisch weiter und absolvierte 1978 die Private Jazz School München (Joe Haider). Bis 1989 arbeitete er auch als professioneller Musiker, überwiegend als Pianist in unterschiedlichen Musikgenres und Formationen.[19] 1993 inszenierte und produzierte er den Songcontest Der wahre Grand Prix in München.[20] Seit 2011 ist er als Produzent und Keyboarder an einem Münchner Classic-Rock-Projekt beteiligt.[21]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • AZ Stern der Woche 1995[22]
  • Medienpreis Bipolar 2002[23]
  • Medienpreis Bipolar 2003[24]
  • Medienpreis Bipolar 2004[25]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kürschners Deutscher Sachbuch-Kalender 2003/2004. KG Saur, München 2004, S. 840
  • Who's who in the world, ed. 18 (2001). Berkeley Heights, NJ, Marquis 2001, S. 2410

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bewohner der Bayerischen Landstadt im 18. Jahrhundert. Nach dem Herdstättenverzeichnis des Jahres 1717 für die Städte Burghausen, Wasserburg und Weilheim. Selbstverlag, München 1987; Die Bewohner Wasserburgs im 18. Jahrhundert nach dem Herdstättenverzeichnis des Jahres 1717. In: Heimat am Inn 8, Jahrbuch 1988, S. 235–264
  2. Das Leben der Oberpfälzer in Gesundheit und Krankheit an der Schwelle zum Industriezeitalter. Nach den Physikatsberichten der Bezirksärzte aus den Jahren 1858 bis 1861. Diss. med. TU-München 1986
  3. z. B. Thure von Uexküll, Wolfgang Wesiack: Theorie der Humanmedizin. Grundlagen ärztlichen Denkens und Handelns. Urban & Schwarzenberg, München 1988, ISBN 3-541-13501-8
  4. Myron G. Sulyma, Eberhard J. Wormer (Hrsg.): Lexikon Angiologie Phlebologie. Medikon Verlag, München 1987/1992/1993, ISBN 3-923866-49-6; Myron G. Sulyma, Eberhard J. Wormer (Hrsg.): Herz Kreislauf Lexikon. Medikon Verlag, München 1983/1985/1992/1994, ISBN 3-923866-55-0
  5. Salz in der Medizin. In: Manfred Treml, Wolfgang Jahn, Evamaria Brockhoff (Hrsg.): Salz Macht Geschichte - Aufsätze. Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg 1995, S. 48–55, ISBN 3-927233-37-4
  6. z. B. Haute Couture hautnah erleben. Jean Paul Gaultier – ein großer Kunsthandwerker. Orthopädie & Rheuma 18 (6) (2015) 64–65
  7. Das manisch-depressive Irresein. In: Emil Kraepelin: Psychiatrie. Ein Lehrbuch für Studirende und Aerzte, 1899
  8. Bipolare Erkrankung: Leben im Sog der Emotionen. Naturamed 19 (12) (2004) 20–24; Das Adipositas-Dilemma. Gewichtsmanagement unter atypischen Antipsychotika. Neurotransmitter 16 (6) (2005) 52–55
  9. ATG-Fresenius S. Product Monograph. Gräfelfing 2005/2006; ATG-Fresenius S. Conditioning in Stem Cell Transplantation. Gräfelfing 2008; EuroCollins. Solution for perfusion and storage of isolated kidney grafts. Gräfelfing 2008
  10. Bsp.: Heilkraft des Salzes. Südwest, München 1995, ISBN 3-517-01597-0
  11. E. J. Wormer und Klaus Degitz: Sanfte Hilfe bei Neurodermitis. Midena, Augsburg 1997, ISBN 3-310-00436-8; Prostata. Probleme erkennen und behandeln. Midena, Augsburg 1998, ISBN 3-310-00458-9; E. J Wormer (Hrsg.).: Omas großes Buch der Hausmittel. Weltbild, Augsburg 2003, ISBN 3-89604-893-7; als Hrsg. mit Johann A. Bauer: Medizin und Gesundheit. Neues großes Lexikon. Lingen, Köln 2004
  12. z. B. Bipolar. Depresión Y Manía. Ediciones Robinbook, Teià 2004, ISBN 84-7927-717-3
  13. z. B. Ausgaben der Reihe Gesundheit, Vitalität & Lebensfreude
  14. z. B. Lars Krutak: Spiritual Skin: Magical Tattoos and Scarification. Edition Reuss, Glattbach 2012, ISBN 978-3-943105-11-7; Thomas E. Levy: Heilung des Unheilbaren. Vitamin C. Kopp, Rottenburg 2015, ISBN 978-3-86445-235-2; Stephen Harrod Buhner: Pflanzliche Virenkiller. Herba Press, Glattbach 2016, ISBN 978-3-946245-01-8
  15. Biographie Don Nigro
  16. Interview: Schöne neue Welt für Darsteller. computer & co, Magazin für Computer und Kommunikation, Süddeutsche Zeitung, (9) 1996, S. 14
  17. Gert Gliewe: Messerscharfes Duett. Spielart: "Haie und Hasen" im Türkenhof. AZ 19. Juni 1995
  18. Pasinger Fabrik. Zwei Münchner Erstaufführungen. Applaus (10) 1996, S. 30; Malve Gradinger: Monolog über den Schmerz. Münchner Merkur 15. November 1996
  19. Musikalische Biographie
  20. Robert Eckert: Schoko-Jungs sahnen ab. Münchner Abendzeitung 17. Mai 1993, S. 9); Witzischkeit kennt keine Grenzen. Süddeutsche Zeitung 18. Mai (113) 1993, S. 15; CD/Booklet: Der Wahre Grand Prix. Schlager '93. Rough Trade/BSC Music 1993
  21. Blow The Tubes
  22. Münchner Abendzeitung, Samstag/Sonntag, 24./25. Juni 1995, S. 11
  23. Deutsches Ärzteblatt 100(25), 2003, S. A-1767
  24. Deutsches Ärzteblatt 101(37), 2004, S. A-2487
  25. Deutsches Ärzteblatt 102(40), 2005, S. A-2733