Eberhard VI. von Nellenburg

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Rekonstruktion der Grablege der Nellenburger im Kloster Allerheiligen: In der Mitte Graf Eberhard als Gründer und Stifter des Klosters mit dem Kirchenmodell im Arm, nördlich seine Gemahlin, Gräfin Ita († nach 1100), Gründerin des Doppelklosters St. Agnes, und südlich ihr Sohn Burkhard († 1101/02) mit Bäumchen oder Halm mit Wurzelballen (festuca) in den Händen, welches die Schenkung symbolisiert.
Die originalen Grabplatten von Eberhard, Ita und Burchard aus dem Münster Allerheiligen, heute in der Eberhardskapelle

Eberhard VI. von Nellenburg der Selige (* um 1015; † 26. März 1078/79 / 1. März 1080 im Kloster Allerheiligen, Schaffhausen) war Graf von Nellenburg, ab 1036 Graf im Zürichgau sowie Graf im Neckargau. Da er sich als erster Graf von Nellenburg nannte, ist er auch als Eberhard I. von Nellenburg bekannt. Er war der jüngere Sohn des Grafen Eberhard V. (Eppo) von Nellenburg und der Hedwig (Haduwig) von Egisheim (* um 990, † nach 1044; Tochter des Grafen Gerhard von Egisheim und der Brigida von Bayern).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eberhard heiratete um 1030/1035 Ita, vermutlich aus dem Geschlecht der Grafen von Kirchberg.[1] Das Kloster Reichenau förderte er mit Stiftungen für die auf der Reichenau beerdigten Angehörigen. Während der Amtszeit des Abtes Berno wurde um 1040 die als Grablege für Angehörige des Grafengeschlechtes gedachte Laurentiuskapelle erbaut.[2][3] Auf dem Feldberg unweit Sponheim gründete er 1044, unterstützt durch seine verwitwete Mutter, das Kloster Sponheim auf deren Eigengut. Für sie selbst gründeten sie 1040 das Kloster Schwabenheim im heutigen Pfaffen-Schwabenheim, wohin Haduwig sich zurückzog und wo sie ihr Leben beschloss.

1046/47 folgte er Heinrich III. auf dessen erstem Italienzug. Dafür erhielt er das Münzrecht in Schaffhausen verliehen und die Grafschaft Chiavenna überschrieben. 1049 errichtete Eberhard mit Unterstützung Papst Leos IX., eines Cousins seiner Mutter, auf seinem Eigengut in Schaffhausen das Kloster Allerheiligen. Etwa in der Zeit 1050 bis 1056 erbaute er auch die Nellenburg bei Stockach, nach der er sich nun benannte. Er verlegte seinen Herrschaftsschwerpunkt vom Zürichgau hierher. Nach seiner zweiten Romreise die er mit seinem Sohn Burchard unternommen hatte, begab er sich zusammen mit seiner Frau auf eine Wallfahrt in das spanische Santiago de Compostela. Nach der glücklichen Rückkehr begab er sich als Laienbruder um 1072 in das Kloster Allerheiligen und Ita in den Kreis frommer Schwestern zu Schaffhausen.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eberhard und Ita hatten zusammen sechs Söhne und zwei Töchter:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Gallmann: Das Stifterbuch des Klosters Allerheiligen zu Schaffhausen: kritische Neuedition und sprachliche Einordnung (= Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der germanischen Völker, Neue Folge, Band 104). Walter de Gruyter, Berlin 1994, ISBN 3-11-014185-X, S. 116* (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. C. B. A. Fickler: Die kirchlichen Bauten auf Reichenau. I. Abth. In: Alterthumsverein des Großherzogtums Baden durch dessen Director A. von Beyer (Hrsg.): Denkmäler der Kunst und Geschichte des Heimathlandes. Band V. Karlsruhe 1856, S. 3, doi:10.11588/diglit.12550 (uni-heidelberg.de).
  3. Friedrich Adler: Die Kloster- und Stiftskirchen auf der Insel Reichenau. In: Baugeschichtliche Forschungen in Deutschland. Band 1. Berlin 1870, S. 5 (uni-heidelberg.de).