Küsten-Kamille

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Küsten-Kamille
Küsten-Kamille (Tripleurospermum maritimum)

Küsten-Kamille (Tripleurospermum maritimum)

Systematik
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Strandkamillen (Tripleurospermum)
Art: Tripleurospermum maritimum
Unterart: Küsten-Kamille
Wissenschaftlicher Name
Tripleurospermum maritimum
(L.) W.D.J.Koch
Blütenkörbchen der Küsten-Kamille
Früchte der Küsten-Kamille

Die Küsten-Kamille (Tripleurospermum maritimum subsp. maritimum, Syn.: Matricaria maritima L.), auch Echte Strandkamille genannt, ist eine Pflanzenunterart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Zusammen mit der Unterart, der Geruchlosen Kamille (Tripleurospermum maritimum subsp. inodorum (Mérat) M.Laínz) gehören beide zur Art Tripleurospermum maritimum. Die Küsten-Kamille hat nur einen schwachen Kamillenduft und wächst bevorzugt auf salzhaltigen Böden meist in Meeresnähe.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die immergrüne Küsten-Kamille wächst als einjährig sommerannuelle oder einjährig winterannuelle, selten auch als ausdauernde[1], krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30, zuweilen 50 oder 80 Zentimetern erreicht. Sie ist eine Halbrosettenpflanze, die niederliegende bis aufsteigende, von Grund an ästig verzweigte Stängel besitzt.

Sie hat frischgrüne bis dunkelgrüne, etwas fleischige und mehrfach gefiederte Laubblätter. Die einzelnen, relativ kurzen Fiederabschnitte zeigen an ihrer Unterseite schwach ausgeprägte Furchen. Die Blätter verströmen beim Zerreiben einen nur schwachen Kamillegeruch. Die Hochblätter sind in der Mitte dunkelgrün bis bräunlich gefärbt. Sie sind länglich bis annähernd dreieckig geformt. Die Ränder sind blass bis dunkelbraun und etwa 0,2 bis 1 Millimeter breit.

Die endständigen körbchenförmigen Blütenstände (Pseudanthien) weisen einen Durchmesser von etwa 5 Zentimeter auf. Die Hüllblätter tragen einen schmalen braunen Hautrand. Die Blütenkörbchen enthalten Zungen- und Röhrenblüten. Die 20 bis 30 reinweißen Zungenblüten (auch Strahlenblüten genannt) sind flach ausgebreitet, die goldgelben Röhrenblüten (auch Scheibenblüten genannt) sind in Form einer Halbkugel angeordnet, so dass der Boden des Blütenkopfes gewölbt erscheint.

Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis Oktober.

Die Früchte (Achänen) sind ebenfalls gewölbt und weisen dunkel gerunzelte Rippen auf. Sie verfügen über zwei getrennte elliptisch geformte Öldrüsen. Diese sind mehr als zweimal so lang wie breit. Der Pappus ist als schmaler Hautrand ausgebildet.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Küsten-Kamille ist in den borealen bis atlantisch-gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel verbreitet. Sie wächst in den Spülsäumen der Meeresküsten oder an Binnensalzstellen Nordamerikas und Eurasiens. Innerhalb Deutschlands kommt sie zerstreut in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern vor. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Ordnung Cakiletalia.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Küsten-Kamille ist eine Volllichtpflanze. Ihr ökologischer Schwerpunkt liegt auf feuchten bis zeitweilig nassen, stickstoffreichen, mäßig basenreichen und salzhaltigen Böden. Die Blüten werden durch Insekten bestäubt. Die langlebigen Samen werden über einen Klebmechanismus (Epizoochorie) durch Anhaften am Fell und Gefieder, seltener auch durch die Passage des Verdauungstraktes von Tieren (Endozoochorie) ausgebreitet.

Tripleurospermum maritimum an einem Strand in Island

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung Tripleurospermum wurden früher in die Gattung Matricaria integriert. Tripleurospermum maritimum umfasst mindestens drei Unterarten[3]:

  • Geruchlose Kamille, Tripleurospermum maritimum subsp. inodorum (Mérat) M.Laínz, Syn.: Tripleurospermum perforatum (Mérat) M.Laínz
  • Küsten-Kamille, Tripleurospermum maritimum subsp. maritimum
  • Tripleurospermum maritimum subsp. phaeocephalum (Ruprecht) Hämet-Ahti

Diese drei Unterarten unterscheiden sich in der Form und Größe der Hochblätter sowie in der Größe und Form der Ölkörper der Früchte.

Weitere Unterarten sind[4]:

  • Tripleurospermum maritimum subsp. nigriceps P. D. Sell: Sie kommt nur in Großbritannien, Island und auf den Färöer-Inseln vor.[4]
  • Tripleurospermum maritimum subsp. vinicaule P. D. Sell: Sie kommt in Portugal, Spanien, Frankreich und Großbritannien vor.[4]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Haeupler & Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Klaus Janke, Bruno P. Kremer: Düne, Strand und Wattenmeer, Franckh'sche Verlagsbuchhandlung Stuttgart, ISBN 3-440-05759-3
  • Franz Fukarek, Heinz Henker, Christian Berg: Flora von Mecklenburg-Vorpommern (Farn- und Blütenpflanzen), Weissdorn-Verlag Jena, Januar 2006 (1. Auflage) ISBN 3-936055-07-6

Einzelquellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, Seite 610. ISBN 978-3-8274-0918-8
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 937.
  3. Eintrag bei GRIN = Germplasm Resources Information Network.
  4. a b c Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Tripleurospermum maritimum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Küsten-Kamille (Tripleurospermum maritimum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien