Edesheim (Northeim)

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Edesheim
Stadt Northeim
Koordinaten: 51° 45′ 12″ N, 9° 58′ 28″ O
Höhe: 125 (117–139) m
Einwohner: 780 (Jul. 2021)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37154
Vorwahl: 05551
Edesheim (Niedersachsen)

Lage von Edesheim in Niedersachsen

Edesheim ist ein Ortsteil von Northeim, der Kreisstadt des Landkreises Northeim in Niedersachsen. Er hat 780 Einwohner.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Edesheim liegt rund 5,5 km nord-nordwestlich der Northeimer Kernstadt. Es befindet sich zwischen dem Berg „Hanneken“ (275,7 m ü. NN) im Norden, dem Edesheimer Wald (max. 270 m ü. NN) im Osten, dem Northeimer Stadtwald im Süden und dem Leine­tal mit der Northeimer Seenplatte im Westen auf etwa 110 bis 150 m ü. NN.

Die Bundesstraße 3, die hier einen Abschnitt der Deutschen Fachwerkstraße darstellt, führt direkt westlich an Edesheim vorbei und verbindet die Bundesautobahn 7 (Anschlussstelle Northeim-Nord) im Süden mit dem Northeimer Stadtteil Hohnstedt im Norden. Ebenfalls westlich von Edesheim verlaufen die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg und die Hannöversche Südbahn, die südlich des Ortes am „Abzweig Edesheim“ verknüpft sind. Der ehemalige Bahnhof Edesheim existiert nicht mehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Schenkungsregister des Klosters Fulda wird der Name Edesheim zum ersten Male urkundlich erwähnt. Die betreffende Urkunde lautet in deutscher Übersetzung: "Gotescale überträgt Gott und dem heil. Bonifatius seine Güter an den Orten, die Ethi (Echte), Ethisheim (Edesheim) und Hamunstat (Hammenstedt) heißen ... mit 70 Hörigen." Die Aufzeichnung dieser Schenkung an das Bonifatiuskloster zu Fulda (die Größe des Grundbesitzes ist nicht angegeben) gehört in die Zeit um 800. Dies ist somit die früheste Erwähnung von Edesheim.[2][3] Eine weitere Erwähnung von Edesheim findet im Jahr 1141 statt, als im Zusammenhang mit Güter, welche zum Northeimer St.-Blasien-Kloster gehörten, auch jenes Dorf genannt wird.[4] In vorgeschichtlicher Zeit siedelten sich bereits erste Bewohner an dieser Stelle an, die sich außerhalb des Überschwemmungsgebietes der Leine befand. Dem Namen Edesheim nach zu urteilen, liegt es nah, dass ein großer Gutshof als erster wesentlicher Bestandteil des Dorfes anzusehen ist, da der in den Urkunden genannte Präfix Ed, Ad und Od Gut bedeutet.[5] Der Ortsname variiert in frühester Zeit in den Zeugnissen unter anderem zwischen Edeshem, Edighem oder auch Edessen, die Silbe Ed bleibt dabei aber ein wesentlicher Bestandteil. Zu den frühesten Beschäftigungen zählte der Fischfang, die Jagd, Viehzucht und etwas Ackerbau. Im 19. Jahrhundert wurden in einer Kiesgrube bei Edesheim Knochen- und Zahnfragmente eines Wollnashorns gefunden, daraufhin veranlasste Untersuchungen an der Stelle förderten weitere Funde zutage.[6]

Am 1. März 1974 wurde Edesheim in die Kreisstadt Northeim eingegliedert.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Ernst Winkler, stellvertretender Ortsbürgermeister ist Dennis Gebel. Die aktuelle Wahlperiode läuft vom 1. November 2021 bis 31. Oktober 2026.

Die Sitzverteilung im Ortsrat ist:

  • Gemeinsam für Edesheim (GfE) 7 Sitze
  • Wählergemeinschaft Edesheim (WE) 2 Sitz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Edesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stadt Northeim. In: northeim.de. Abgerufen am 28. November 2021.
  2. Ludwig Knappwost: Die Geschichte des Dorfes Edesheim (Leine). Buchdruckerei Paul Hahnwald, Northeim 1956, S. 1.
  3. Dennis Gebel: Die Geschichte des Dorfes Edesheim (Leine) überarbeitete und ergänzte Fassung. 2021, S. 19.
  4. Hans J. Fisseler: Im Ring von 15 Ortschaften. In: Niedersachsenbuch 2002 Northeim. 2002, ISSN 0946-5588, S. 58.
  5. Hartmut Kölling: Edesheim. In: Northeimer Heimatblätter. Band 5, Nr. 3, 1974, S. 90.
  6. Sartorius von Walterhausen: Nachrichten über das Vorkommen des Rhinoceros tichorhinus bei Northeim. In: Nachrichten von der Königliche Gesellschaft der Wissenschaften und der Georg-Augusts Universität. Nr. 16, 1864, S. 345.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215.