Edgar Brandt

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Edgar William Brandt (* 24. Dezember 1880 in Paris; † 8. Mai 1960 in Collonge-Bellerive, Kanton Genf) war ein französischer Kunstschmied des Art déco, Waffeningenieur und Unternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edgar Brandt wurde am 24. Dezember 1880 in 46, rue de Bergelais, Paris als Sohn einer elsässischen Familie geboren. 1884 bis 1888 studierte er an der École Nationale Professionnelle in Vierzon. 1901/2 gründete Brandt die Établissements Brandt, wo er Schmuck und metallene Kunstgegenstände im Stil des Art déco und ab 1914 auch Waffen wie Mörser für die französische Armee produzierte. Seit den 1920er-Jahren wurde in der Firma der Stokes-Mörser verfeinert. Als Mortier Mle 27/31 wurde der 81-mm-Mörser ab 1928 in der französischen Armee eingeführt und insgesamt ein kommerzieller Erfolg, der bis 1939 in 52 Länder exportiert wurde. Der Mortier de 60 mm Mle 1935 wurde als in Lizenz gefertigter 60-mm-Mörser M2 Standardwaffe der US-Army.

Bereits 1926 wurde Brandt zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Im selben Jahr werden mit der Eröffnung der Galerie Edgar Brandt und der Société des Etablissements Brandt die Produktion von Kunstgegenständen und Waffen klarer getrennt. Die Waffenproduktion Brandts in Châtillon-sous-Bagneux wurde 1936 durch die sozialistische Regierung verstaatlicht (das Unternehmen fusionierte 1956 mit Hotchkiss et Cie zu Hotchkiss-Brandt, das wiederum zehn Jahre später im Thomson-Konzern aufging und heute ein Teil der Thales Group ist. Die Marke Brandt wurde im Konzern zuletzt für Haushaltsmaschinen verwendet und lebt bis heute fort).

Als Künstler war Edgar Brandt auch in den 1930er-Jahren weiter erfolgreich. Große Aufträge wie die Arbeiten für das Nationaltheater von Mexico und die schmiedeeiserne Dekorationen für ein großes Kino auf der Champs-Elysées wurden in kürzester Zeit ausgeführt. Spektakulär war zum Beispiel die im Art-Déco-Stil gehaltene Innenausstattung der Normandie. 1939 reiste er mit Frau Renée geb. Largaud und Sohn Francois auf der Normandie nach den USA und Kanada. Rechtzeitig vor der Besetzung Restfrankreichs am 11. November 1942 zog Brandt im August 1942 in die Schweiz, wo er sich am Standort seiner Firma Société Anonyme Constructions Mécaniques du Léman CML in Genf niederließ. Edgar Brandt starb nach langer Krankheit am 8. Mai 1960 in Genf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]