Egmond

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Egmond
Flagge des Ortes Egmond
Flagge
Wappen des Ortes Egmond
Wappen
Provinz Noord-Holland Noord-Holland
Gemeinde Flagge der Gemeinde Bergen Bergen
Fläche
 – Land
 – Wasser
31,66 km2
31,46 km2
0,2 km2
Einwohner 10.985 (1. Jan. 2017[1])
Koordinaten 52° 37′ N, 4° 37′ OKoordinaten: 52° 37′ N, 4° 37′ O
Bedeutender Verkehrsweg N511 N512
Vorwahl 072
Postleitzahlen 1816, 1852, 1861, 1901, 1931, 1934–1935

Egmond ist eine ehemalige Gemeinde, die sich aus drei kleinen Ortsteilen zusammensetzt und in der niederländischen Provinz Nordholland liegt. Sie ist rund 35 Kilometer von Amsterdam und 10 Kilometer von Alkmaar entfernt. Die drei Ortsteile sind Egmond-Binnen, Egmond aan den Hoef und Egmond aan Zee, der größte Ortsteil. Zusammen mit den Dörfern Schoorl und Bergen bilden sie seit dem 1. Januar 2001 die Großgemeinde Bergen. Im Jahre 977 wurde das Fischerdorf Egmond aan Zee das erste Mal erwähnt und hatte zusammen mit der Benediktinerabtei bis heute eine wechselvolle Geschichte. Die seit 1950 wieder von Leben erfüllte Abtei hat wesentlich zur Aufwertung dieser Gegend beigetragen.

Egmond aan Zee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egmond aan Zee liegt direkt am Meer und wird von Touristen bevorzugt besucht. Daher wird der ganze Ort Egmond irrtümlicherweise oft als Egmond aan Zee bezeichnet. Der alte Ortskern mit seinen kleinen, typisch holländisch gebauten Häusern wird vom Leuchtturm J.C.J. van Speijk aus dem Jahr 1834 überragt. Entlang des Strandabschnitts – an der sogenannten Promenade – konterkarieren große Betonappartementblocks das abgesehen davon recht dörfliche Flair. In den letzten Jahren wurde diesem Trend entgegengewirkt. Im Süden und Norden an Egmond aan Zee angrenzend erstreckt sich das gegen Eintrittsgebühr zugängliche Noordhollandse Duinreservaat, in dem viele Tier- und Vogelarten der Küste leben. Es werden dort auch privater Gartenbau und Nutztierhaltung betrieben. Zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad sind zahlreiche Wanderungen auf verschiedenen Routen auf zum Teil ausgebauten und befestigten Wegen möglich. Vor der Küste befindet sich ein aus 36 Windkraftanlagen bestehender Offshore-Windpark.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jacob van Ruisdael (1647/52): Blick auf Egmond aan Zee zur südwestlichen Nordsee hin - Kelvingrove Art Gallery.

Das älteste Kirchengebäude war eine unter dem Patrozinium der heiligen Agnes – die als Patronin des Ortes Egmond verehrt wurde – stehende Kirche. Diese soll auf das Jahr 1036 zurückgehen,[2] als der Ortschronik zufolge ein gewisser Walgerus, Walger oder Walther der Erste, sechster Herr von Egmond, dort eine Kapelle bauen ließ. Daraus entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten mit dem Wachstum des Ortes eine beachtliche Kirche, nachdem Egmond op Zee, so der damalige Name, durch Fischfang Wohlstand erlangt hatte.[3]

Am 5. April 1571 überfiel der berüchtigte Seeräuber Bartel Entes mit einer Gruppe von Wassergeusen den Ort, ließ ihn plündern und 130 Häuser in Brand setzen. Dabei brannte auch die St.-Agnes-Kirche nieder, nur der Kirchturm blieb vom Feuer verschont und diente in den folgenden Jahrhunderten als Landmarke für die Seefahrt. Aus diesem Grund brannte nachts auf der Plattform des Turms in einem Feuerkorb ein Steinkohlenfeuer. Um 1620 entstand ein – wesentlich kleineres – Gotteshaus auf den Ruinen der abgebrannten Kirche, das infolge der Reformation nunmehr den protestantischen Gläubigen als Gottesdienststätte diente. Auf Abbildungen der neuen Kirche aus dem Jahr 1620 sind die Ruinen ihrer Vorgängerin noch gut zu erkennen.[3] Um 1700 war ein großer Teil der Bevölkerung katholisch, da die Katholiken gegen Bezahlung das Recht erhalten konnten, ihre Gottesdienste zu feiern. Um 1740 gab es unter den etwa 1200 Einwohnern des Ortes nur 80 Reformierte, der überwiegende Teil gehörte der 1702 begründeten Roomsch Katholieke Kerk van de Oud-Bisschoppelijke Clerezie, der heutigen Oud-Katholieke Kerk van Nederland an.[4]

Durch die Weihnachtsflut 1717 wurden die Häuser zwischen der St.-Agnes-Kirche und der Nordsee, ein Teil der Umfassungsmauer des Kirchhofes sowie die davor liegenden Dünen zerstört, das Kirchengebäude selbst überstand die Sturmflut weitgehend unbeschadet.[3]

Am 27. November 1741 wurde der Dünensand unter dem Kirchturm bei einem heftigen Nordweststurm durch das Wasser der Nordsee unterspült, und der Turm brach zur Hälfte ein.[3] In den darauffolgenden Jahren trug das Meer immer mehr Land fort, sodass die Überreste der alten St.-Agnes-Kirche im 21. Jahrhundert mehrere hundert Meter vor der Küste liegen. Für die reformierte Gemeinde wurde 1746 auf Staatskosten eine neue Kirche errichtet, die immer noch genutzt wird.[2] Die alt-katholische Gemeinde baute 1886 eine neue St.-Agnes-Kirche in der Ortsmitte.

In den 1950er Jahren wurden viele Stadtkinder auf Rat der Schulärzte für mehrere Wochen oder Monate zur Stärkung ihrer schwachen Gesundheit nach Egmond aan Zee in die Kolonie Prinzessin Beatrix geschickt.

Im April 2015 erfolgten zur Verbesserung des Küstenschutzes Sandaufspülungen. Der Sandstrand wurde dadurch erheblich verbreitert.

Egmond-Binnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egmond-Binnen entstand um eine berühmte Abtei herum. Das Meer ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad über einen zwei Kilometer langen Pfad durch die Dünen erreichbar. Das Dorf lebt hauptsächlich vom Anbau von Blumenzwiebeln. In der Dorfmitte gibt es eine malerische kleine Kirche, umgeben von einem romantischen Hof. Rechts neben der Kirche findet man den Weg zur Abtei. Dort kann man eine Kerzengießerei und eine kleine Töpferei besichtigen und auch deren Produkte kaufen. Außerdem gibt es wechselnde Kunstausstellungen.

Egmond aan den Hoef[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egmond aan den Hoef ist der alte Sitz der Grafen van Egmond. Von deren ehemaligem Schloss existiert eine noch immer sehenswerte Ruine. In den 1930er Jahren lebte hier im Exil der deutsche Maler Erwin Johannes Bowien (1899–1972). Er schuf in und um Egmond aan den Hoef zahlreiche Zeichnungen und Gemälde[5]. In seinen Memoiren berichtet er, wie der Maler Huisman in Egmond ihm half, genau gegenüber der alten Schlossruine der Grafen van Egmond ein altes Haus zu mieten, welches bis zur Besetzung der Niederlande durch die Wehrmacht seine Wohnung und sein Atelier beherbergen sollte.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1978 waren alle drei Ortsteile selbständig und wurden dann zur Gemeinde Egmond zusammengelegt. Im Zuge der Gemeindereform wurden zum 1. Januar 2001 die Orte Bergen, Schoorl und Egmond zur Großgemeinde Bergen zusammengelegt. Was die örtlichen Aktivitäten anbelangt, so haben sie ihre historische gewachsene Eigenständigkeit beibehalten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leuchtturm von der Seeseite

Folgende Sehenswürdigkeiten gibt es in Egmond zu besichtigen:

  • Der Leuchtturm J.C.J van Speijk von 1834, direkt am Strand,
  • Die Ortsmitte von Egmond aan Zee mit der altkatholischen Kirche St. Agnes,
  • Das „Museum van Egmond“,
  • Die Düne Torensduin, die als Aussichtspunkt dient. Wegen ihrer erhöhten Lage war sie bis Mitte des 19. Jahrhunderts Standort des ersten einfachen, heute nicht mehr vorhandenen Leuchtturms,
  • Das „Noordhollandse Duinreservaat“, ein Naturgebiet mit Dünen (kostenpflichtig, Zutritt nur mit einer „Duinkaart“. Der Zutritt ist offiziell nur bis Sonnenuntergang gestattet.),
  • Die Kloster von Egmond,
  • Die Dorfkirche von Egmond-Binnen und
  • Spätgotische Schlosskapelle in Egmond aan den Hoef
  • Die Wasserschlossruine der Grafen von Egmond in Egmond a/d Hoef.

Für Kinder, Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene stehen diverse Gaststätten und ein Club im Ortskern für abendliche Aktivitäten zur Verfügung. Für das ältere Publikum findet sich rund um den Dorfplatz eine Vielzahl von Restaurants und Bars.

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In den Sommermonaten findet in Egmond aan Zee jeden Mittwochabend ein Markt statt, bei dem Markthändler verschiedene Waren verkaufen.
  • Jeden Donnerstagmorgen findet der Wochenmarkt in Egmond aan Zee statt. Dort gibt es Lebensmittel.
  • Einmal im Sommer gibt es in Egmond aan Zee ein karibisches Fest, zu dem der gesamte Ortskern karibisch geschmückt wird und das ganze Dorf ausgelassen feiert. In den diversen Bars und Restaurants finden themenbezogene Veranstaltungen statt.
  • Jährlich am zweiten Januarsonntag findet der Egmond-Halbmarathon mit über 10.000 Teilnehmern statt. Seine Besonderheit liegt in der teilweise über den Nordseestrand und die Dünen verlaufende Streckenführung. Zwei Wochen danach wird eine identische Veranstaltung für Wanderer und Walker (Egmond Wandel Marathon) durchgeführt.
  • Jedes Jahr am 1. Januar findet das „Neujahrsschwimmen“ statt, bei dem viele Menschen zusammen ins kalte Wasser laufen, um so das neue Jahr einzuläuten.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Egmond vom Aussichtspunkt Torensduin

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naauwkeurige Afbeelding van den Toren en Kerk te Egmond op Zee van Adriaan Spinder, geadmiteerd landmeeter te Haerlem. Haarlem 1741 (Digitalisat in der Google-Buchsuche)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Egmond – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerncijfers wijken en buurten 2017 Centraal Bureau voor de Statistiek, abgerufen am 29. April 2018 (niederländisch)
  2. a b Geschiedenis. Oud-Katholieke Parochie St. Agnes Egmond aan Zee, abgerufen am 5. Oktober 2020 (niederländisch).
  3. a b c d Eva Bleeker: Het lot van de Sint Agneskerk. Oneindig Noord-Holland, 4. November 2016, abgerufen am 5. Oktober 2020 (niederländisch).
  4. Herma Out-de Waard: De O.K.Kerk van Egmond aan Zee. Oud-Katholieke Parochie St. Agnes Egmond aan Zee, 2011, archiviert vom Original am 17. März 2013; abgerufen am 10. Oktober 2020 (niederländisch).
  5. Bettina Heinen-Ayech: Erwin Bowien (1899-1972). Werkverzeichnis - Catalogue Raisonné - Werkoverzicht. 1. Auflage. U-Form-Verlag, Solingen 2000, ISBN 3-88234-103-3.
  6. Erwin Bowien: Das schöne Spiel zwischen Geist und Welt. Mein Malerleben. Hrsg.: Bettina Heinen-Ayech. 1. Auflage. U-Form-Verlag, Solingen 1995, ISBN 3-88234-101-7, S. 44–45.