Egon Adler

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Radsportler Egon Adler. Zum Maler siehe Egon Adler (Maler).
Egon Adler (1960)

Egon Adler (* 18. Februar 1937 in Großpösna bei Leipzig; † 28. Januar 2015[1]) war ein deutscher Radsportler.

Sportliche Karrier[Bearbeiten]

Der gelernte Dachdecker startete für den SC Rotation Leipzig. 1958 nahm er zum ersten Mal an der Friedensfahrt teil und gewann die längste Etappe von Görlitz nach Berlin. In der Gesamteinzelwertung belegte er den fünften Platz. Diesen Erfolg konnte er im darauffolgenden Jahr wiederholen, wobei er weitere zwei Etappen für sich entschied. 1958 wurde er DDR-Meister in der Mannschaftsverfolgung sowie im Jahr darauf DDR-Meister im Mannschaftszeitfahren. 1959 errang er die Silbermedaille im Zweier-Mannschaftsfahren bei den DDR-Meisterschaften.

Im Jahre 1960 gewann Adler erneut zwei Etappen der Friedensfahrt und übernahm nach seinem Sieg auf dem neunten Teilstück erstmals das Gelbe Trikot des Gesamtführenden von seinem Mannschaftskameraden Manfred Weißleder. Nachdem ihm Weißleder durch seinen Erfolg auf der zehnten Etappe dieses wieder entrissen hatte, fuhr Adler auf dem Weg in seine Heimatstadt Leipzig wiederum ins Gelbe. Seine Führung in der Gesamtwertung konnte er behaupten, bis er am Schlusstag schwer stürzte. Nachdem er sich auf der Ersatzmaschine gerade wieder an das Hauptfeld herangekämpft hatte, erlitt er einen Defekt und verlor endgültig den Anschluss zum Hauptfeld. Die bis dahin in der Mannschaftswertung führende DDR-Mannschaft beorderte ihren Kapitän Täve Schur und Weißleder zur Unterstützung nach hinten. Weit über 150 Kilometer fuhr das Trio dem Hauptfeld hinterher, ohne das Peloton wieder zu erreichen. Nachdem damit sowohl Adler als auch Weißleder ihrer Siegchancen beraubt waren, konnte Erich Hagen die letzte Etappe in Berlin gewinnen und damit den Sieg der DDR sowohl in der Einzel-, als auch in der Mannschaftswertung unter Dach und Fach bringen. Egon Adler beendete seine dritte Friedensfahrt auf dem siebten Platz.

Bei den XVII. Olympischen Sommerspielen in Rom nahm Adler zusammen mit Schur, Hagen und Günter Lörke am erstmals ausgetragenen 100-km-Mannschaftszeitfahren teil. Nachdem Lörke bei sengender Hitze früh vom Rad steigen musste, quälte sich Adler über die verbleibenden Kilometer. Teilweise wurde er dabei von Schur angeschoben. Trotzdem errangen die vier Fahrer die olympische Silbermedaille. Bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 1960 auf dem Sachsenring wurde Adler Neunter.

Zum Jahresende wurde die erfolgreiche Friedensfahrt-Mannschaft um Schur, Adler, Hagen, Weißleder, Bernhard Eckstein und Johannes Schober zur Mannschaft des Jahres in der DDR gewählt. 1961 nahme Adler zum vierten Mal in Folge an der Friedensfahrt teil, konnte aber nicht an die Erfolge seiner früheren Teilnahmen anknüpfen. In den letzten drei Jahren seiner sportlichen Laufbahn fuhr Adler Steherrennen hinter Schrittmacher Horst Aurich und erreichte bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 1965 in Anoeta bei San Sebastian den fünften Platz.[1]

Berufliches und Privates[Bearbeiten]

Nach seiner Karriere arbeitete Adler als selbständiger Taxiunternehmer. Sein Sohn Uwe Adler konnte in den 1980er Jahren als Radsportler nicht die Erfolge des Vaters erreichen.

Egon Adler war der Onkel des Radrennfahrers Robert Förster.[1]

Erfolge[Bearbeiten]

  • Olympische Silbermedaille im 100-km-Mannschaftszeitfahren 1960
  • fünf Etappensiege bei der Internationalen Friedensfahrt (1958–1960)
  • drei Friedensfahrt-Etappen im Gelben Trikot

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Wmk Mertins: Radsport in Sachsen 1/2015. In: issuu.com. 27. März 2015, S. 26, abgerufen am 12. April 2015 (deutsch).