Egon Martyrer

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Egon Martyrer (* 25. Februar 1906 in Seehausen (Altmark); † 5. November 1975 in Hannover) war ein deutscher Maschinenbauingenieur und Hochschullehrer in Danzig und Hannover.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Schulabschluss und dem anschließenden Maschinenbaustudium an der TH Hannover arbeitete Martyrer von 1929 bis 1932 als Assistent an der RWTH Aachen und promovierte dort. In den Folgejahren war er in der Industrie tätig. Nachdem er 1937 Mitglied der NSDAP geworden war, erhielt Martyrer 1938 einen Ruf als Professor an die Technische Hochschule Danzig. Von 1941 bis 1945 war er Rektor der TH Danzig.[1] Nach der Flucht bewarb er sich bereits im Dezember 1945 auf den Lehrstuhl für Wasserturbinen und Allgemeinen Maschinenbau der Fakultät für Maschinenwesen an der RWTH Aachen, wurde jedoch nicht berufen.[2] Erfolg hatte er 1949 an der TH Hannover, wo er fortan den Lehrstuhl am Institut für Maschinenelemente und hydraulische Strömungsmaschinen innehatte. Von 1959 bis 1960 war er Rektor der TH Hannover.[3] Von 1960 bis 1962 war Martyrer stellvertretender Vorsitzender des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI).

Martyrer machte mehrere Erfindungen, für die er Patente erhielt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Saal im Institut für Maschinenelemente, Konstruktionstechnik und Tribologie der Universität Hannover ist nach ihm benannt.
  • 1971 Goldene Ehrennadel des VDI.
  • 1971 Niedersächsische Verdienstmedaille verbunden mit dem Großen Verdienstkreuz.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kraftmessungen an Widerstandskörpern und Flügelprofilen im Wasserstrom bei Kavitation. Dissertation RWTH Aachen, 1932.
  • mit Josef Jehlicka und August Schalitz: Kleines Lexikon Getriebe und Kupplungen. DVA, Stuttgart 1964.
  • als Mitherausgeber: Dubbel – Taschenbuch für den Maschinenbau. 13. Auflage. Springer, Berlin.
  • Erinnerung an meine letzten Tage in der Technischen Hochschule Danzig. In: Gesellschaft der Freunde der Technischen Hochschule Danzig (Hrsg.): Beiträge und Dokumente zur Geschichte der Technischen Hochschule Danzig 1904–1945: zum 75. Gründungstag. 1979, S. 45–48.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Catalogus Professorum 1831–1981. Festschrift zum 150jährigen Bestehen der Universität Hannover, Bd. 2, Hannover 1981, S. 188.
  • Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik. (Studien zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte. Band 6.) Heidelberg 2004, S. 113 f. ISBN 3-935025-68-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rektoratsreden im 19. und 20. Jahrhundert – Online-Bibliographie: Egon Martyrer, abgerufen am 11. März 2010.
  2. 315 Berufungsangelegenheiten 1945–1950: Bewerbungsantrag Prof. Dr. Egon Martyrer 5.12.1945, in: Findbuch (Bestände des Hochschularchivs der RWTH Aachen), abgerufen am 11. März 2010.
  3. Rektoratsreden im 19. und 20. Jahrhundert – Online-Bibliographie: Egon Martyrer, abgerufen am 11. März 2010.