Eija-Riitta Eklöf-Berliner-Mauer

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Eija-Riitta Wallis Winther Arja Nikki Lee Eklöf (* 20. März 1954 in Schweden; † 31. Oktober 2015 in Liden (Sundsvall)[1]) – sie selbst nannte sich Eija-Riitta Eklöf-Berliner-Mauer – war eine schwedische Modellbauerin, die behauptete, mit der Berliner Mauer verheiratet zu sein. Sie erfand den Begriff objectum sexuality, welcher die Liebe von Menschen zu Gegenständen beschreibt, und sie gilt als erste Objektsexuelle der Moderne. Durch den Film Berlinmuren auf der 5. Berlin Biennale 2008 erlangte ihre Geschichte internationale Aufmerksamkeit.[2][3][4][5]

Die aus dem nordschwedischen Liden bei Sundsvall stammende Eija-Riitta Eklöf ging nach eigenen Angaben am 17. Juni 1979 eine Ehe mit der Berliner Mauer ein. Seit jeher von der Trennmauer zwischen West- und Ost-Berlin fasziniert, engagierte Eklöf einen „Animisten“, welcher mit der Mauer kommunizierte und für diese auch das Ja-Wort gab. Seit dieser „Eheschließung“ führt Eklöf den Namen Eklöf-Berliner-Mauer (auf Englisch bzw. Schwedisch auch Eklöf-Berlin Wall oder Eklöf-Berlinmuren).

Eklöf-Berliner-Mauer hat seither ihre Geschichte mehrfach auf verschiedenen Internetseiten dokumentiert. Über ihren Entschluss, eine Sache zu heiraten, kommentierte sie wie folgt: „Man muß eigensinnig sein und darf nicht ein Nein für ein Nein halten.“[6] Zudem sei die Berliner Mauer „the best and sexiest wall ever existed“.[7] Nach der Eheschließung in Berlin zog Eklöf-Berliner-Mauer wieder nach Liden. Seit dem 9. November 1989 sah sich Eklöf-Berliner-Mauer als Witwe an, da an diesem Tag die Berliner Mauer zerstört wurde.

Der norwegische Künstler Lars Laumann widmete ihr den Film Berlinmuren, der im Rahmen der 5. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst in einem eigens zu diesem Zweck errichteten Pavillon gezeigt wurde.[8]

Die von ihr postulierte extrem seltene sexuelle Orientierung der Objektophilie richtet sich auf unbelebte Gegenstände, etwa Maschinen, Autos oder Bauwerke, unterscheidet sich aber vom Fetischismus dadurch, dass das Objekt nicht nur als Stimulanz dient, sondern als eigenständiges, quasi-personelles Gegenüber wahrgenommen und als anziehend empfunden wird.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Thadeusz: Drang zum Ding. In: Der Spiegel. Nr. 19, 2007, S. 160 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hannes Lundberg Andersson: Hon som gifte sig med Berlinmuren är död. In: Expressen. 12. April 2016 (schwedisch, expressen.se [abgerufen am 25. März 2017]).
  2. Kimberly Bradley: Art Just for the Art’s Sake in Berlin. In: The New York Times. 18. Mai 2008, abgerufen am 10. September 2008 (englisch).
  3. Object of love all sublime. In: The Washington Times. 11. Juni 2007, abgerufen am 15. September 2008 (englisch).
  4. Richard Alleyne: Woman ‘married’ to Berlin Wall for 29 years. In: telegraph.co.uk. 27. Mai 2008, abgerufen am 11. September 2008 (englisch).
  5. ‘I married the Eiffel Tower’. In: The Independent. 25. Mai 2008, abgerufen am 11. September 2008 (englisch).
  6. Michaela Simon: Komm küss mich Computer. In: telepolis.de. 21. November 2002, abgerufen am 10. September 2008.
  7. Daniel Müller: Banale Objekte einer obskuren Begierde. In: taz.de. 14. Dezember 2006, abgerufen am 10. September 2008.
  8. Anja Lösel: 5. Berlin Biennale: Sex mit der Berliner Mauer. In: Stern online. 4. April 2008, abgerufen am 10. September 2008.
  9. Frank Thadeusz: Drang zum Ding. In: Der Spiegel. Nr. 19, 2007, S. 160 (online).