Ekkehard I. von Scheyern

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Ekkehard I. von Scheyern (* um 1052; † nach 1101 in Kleinasien) war Graf von Scheyern, Stifter des Klosters Fischbachau, Vogt von Freising und Weihenstephan.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ekkehard I. von Scheyern war ein Sohn von Otto I. von Scheyern und Haziga von Diessen und Bruder von Bernhard I. von Scheyern, Otto II. von Scheyern[1] und Arnold I. von Scheyern.[2]

Weitere Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Quelle wird er auch Eckhard, Eckhart, Ekard, Hecard, Herzog Bundschuh oder Eckhardus II.genannt.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1064 begab er sich, zu der damalige Zeit recht üblich, auf Pilgerreise ins heilige Land. Er schloss sich einem Tross bedeutender Persönlichkeiten an. Hierzu zählten u. a. Erzbischof Siegfried von Mainz, Bischöfe Günther von Bamberg, Otto von Riedenburg und Wilhelm I. von Utrecht. Auf dem Weg waren die Pilger vielen Angriffen ausgesetzt und erreichten durch den Einsatz von Ekkehard I. Jerusalem. Es wird berichtet, dass er die zerstreuten Pilger sammelte, indem er seine großen Bundschuhe mit roten Riemen auf seine Lanze steckte und als Banner verwendete. Dadurch erhielt er den Beinamen Graf mit dem Bundschuh. Er war einer der wenigen Pilger, die Deutschland wieder erreichte.[3][4]

Nach Deutschland zurückgekehrt soll er das Dorf Ried erbaut haben. Im Wappen der Stadt ist der Bundschuh zu sehen.[4]

Ekkehard I. wurde nach dem Tod des Vaters um 1074 Vogt von Freising und Vogt von Weihenstephan.[2]

Als 1096 der Aufruf zum ersten Kreuzzug begann, meldete sich Ekkehard I. gemeinsam mit seinem Bruder Otto II. zur Teilnahme.[5] Um 1101 brach er abermals nach Palästina auf und kam nicht mehr in sein Heimatland zurück. Sein Bruder Otto II. kehrte in seine Heimat zurück.[2][3]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ekkehard I. heiratete Richgard von Krain-Orlamünde, eine Tochter des Markgrafen Ulrich I. und Sophia von Ungarn. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:

Er war Stammvater von u. a. Ludwig IV.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Tyroller: Genealogie des altbayerischen Adels im Hochmittelalter, in: Wilhelm Wegner: Genealogische Tafeln zu mitteleuropäischen Geschichte, Göttingen, 1962/1969
  • Hans Constantin Faußner: Zur Frühzeit der Babenberger in Bayern und Herkunft der Witteslbacher: ein Kapitel bayerisch-österreichischer Geschichte aus rechtshistorischer Sicht, Thorbecke Jan Verlag, 1990
  • Grafiken Stammbaum der Grafen von Scheyern-Wittelsbach-Dachau-Valley aus Vorlesung Prof. Schmid: Bayern im Spätmittelalter WS 1996/97 [1]
  • Hans-Michael Körner: Große Bayerische Biographische Enzyklopädie, Walter de Gruyter, 2005, S. 418

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wolfram Ziegler: König Konrad III. (1138-1152): Hof, Urkunden und Politik. Böhlau Verlag Wien, 2008, ISBN 978-3-205-77647-5 (google.de [abgerufen am 29. Januar 2018]).
  2. a b c Erzählungen aus der bayerischen Geschichte. Verlag der literarisch-artistischen Anstalt, 1844 (google.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).
  3. a b Jugendblätter München: 1858. Schnell & Steiner, 1858 (google.de [abgerufen am 29. Januar 2018]).
  4. a b Johann Heinrich von Falckenstein: Vollständige Geschichten der alten, mittlern und neuern Zeiten Des großen Herzogthums und ehemaligen Königreichs Bayern: in drey Theilen verfasset. Worinnen die Geschichts- und Geschlechts-Kunde des uralten Durchlauchtigsten Herzogl. und Churfürstlichen Hauses Bayern, dessen Ursprung, vortreffliche und berühmte Thaten, gestiftete Ehren- und Denkmale, auch anders höchstrühmliches mehr, nebst dem auch, was von der Herzogs Arnulphi male dicti mali, und insonderheit Herzogs Ottonis M. Zeiten an, biß auf den heutigen Tag merkwürdiges in Bayern, sowohl im geistlichen als weltlichen Regimente geschehen und vorgefallen ist, vorgetragen, abgehandelt, und mit verschiedenen genealogischen Tabellen ... erläutert wird. 3. Crätz, 1763 (google.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).
  5. Rupert Leiß: Das Scheyrer-Kreuz oder gründliche Belehrung über den seit beiläufig 700 Jahren zu Kloster Scheyern in Oberbayern aufbewahrten Theil des wahren Kreuzes Christi: nebst einem Anhange von Tagzeiten, Messen, Litanei, Lobgesängen, Kreuzweg-Andacht und andern Gebeten. Kremer, 1871 (google.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).