Scheyern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Scheyern
Scheyern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Scheyern hervorgehoben

Koordinaten: 48° 30′ N, 11° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Pfaffenhofen an der Ilm
Höhe: 479 m ü. NHN
Fläche: 38,3 km2
Einwohner: 4867 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85298
Vorwahlen: 08441, 08445
Kfz-Kennzeichen: PAF
Gemeindeschlüssel: 09 1 86 151
Gemeindegliederung: 36 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ludwigstr. 2
85298 Scheyern
Website: www.scheyern.de
Bürgermeister: Manfred Sterz (FW)
Lage der Gemeinde Scheyern im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm
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Über dieses Bild

Scheyern ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Der Ort ist vor allem durch die örtliche Benediktinerabtei bekannt.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 36 Ortsteile:[2]

Panorama des Klosters Scheyern (2016)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster Scheyern 2012

Entstehung der Siedlung um eine Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung der ersten Burg Scheyern liegt im Dunkeln. Nach dem Renaissance-Geschichtsschreiber Aventin soll sie bereits im Jahr 508 als Herrschersitz errichtet worden sein; sicherlich eine Legende. Die neuere Forschung (Karl Bosl) vermutet, dass der bayerische Pfalzgraf Arnulf II. die Burg um 940 erbaut haben könnte.

Um 1060 brachte vermutlich Hazinga (von Kühbach) die Burg, auf der sie geboren worden war, in die zweite Ehe des Freisinger Vogtes Otto ein.[3] In der Folge nannten sich die Nachkommen beider Grafen von Scheyern (comes de Skyrum) und wurden das Ursprungsgeschlecht der Wittelsbacher.

Wechselnde Herrscher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1119 zog Graf Otto V. von Scheyern als Graf von Wittelsbach in die Burg Wittelsbach ein, wandelte seine nunmehr ungenutzte Burg in Scheyern in das Kloster Scheyern als sein Hauskloster mit Grablege um und übergab es den Benediktinern vom Petersberg (inzwischen ein Ortsteil der Gemeinde Erdweg). Diese siedelten auf dem ehemaligen Burgberg (bis ca. 1800 unter dem Namen Hag) eine Handwerkersiedlung an, die um 1400 aus den beiden Huben von Hag entstand, von denen die größere, die Hube des Albert im Jahr 1260 ursprünglich von Merbod von Bachern als Lehen an den Klosterministerialen Albert von Hag und seine Nachkommen übergeben wurde („ohne Abgaben“). Dann gelangte die Burg jedoch, zwischenzeitlich um ca. 1400 an die Kirche von Hohenwart getauscht, wieder in den Besitz der Klosterabtei Scheyern und hieß später die Hube des Plamoser. Die Abtei war im Mittelalter ein Zentrum der Schreibkunst und Buchmalerei. Der Ort Scheyern gehörte zur geschlossenen Hofmark des Klosters Scheyern. Das Hauskloster der Wittelsbacher wurde 1803 säkularisiert. 1838 ließ König Ludwig I. Scheyern zunächst als Benediktiner-Priorat wieder errichten, seit 1843 ist Scheyern wieder Abtei.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Triefing in die Gemeinde Scheyern eingegliedert, am 1. Januar 1972 Mitterscheyern,[4] am 1. April 1973 Vieth, am 1. Januar 1974 Euernbach und am 1. Januar 1975 Winden bei Scheyern.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3528 auf 4899 Einwohner bzw. um 38,9 %.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 3088 3271 3468 3865 4199 4435 4517 4824 4862

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 2014 ist Manfred Sterz (FW). Er wurde am 30. März 2014 mit 69,6 Prozent in der Stichwahl gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen
Partei / Liste Wahl 2020[6]
% Sitze
Freie Wähler 36,40 6
CSU/BB (Bürgerblock) 30,03 5
WGS (Wählergruppe Gemeinde Scheyern) 19,20 3
Grüne 14,36 2
Gesamt 100 16
Wahlbeteiligung 69,55 %

Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2015 4621 T, davon waren 704 T€ (netto) Gewerbesteuereinnahmen. Der Gemeindehaushalt 2015 belief sich auf 13.133.000 €, davon waren 8.972.000 € Verwaltungshaushalt, 4.161.000 € Vermögenshaushalt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt auf blauem Hintergrund das Scheyrer Kreuz, der davorliegende goldene Zickzackbalken gilt als Allodzeichen der Wittelsbacher, aus deren Stammburg das Kloster Scheyern hervorging.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 205 und im Bereich Handel und Verkehr 57 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen lag dieser Wert bei 225 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1423. Zwei Betriebe gehörten zum verarbeitenden Gewerbe, zum Bauhauptgewerbe deren zwölf. Zudem bestanden im Jahr 1999 118 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2392 ha, davon waren 1005 ha Ackerfläche und 812 ha Dauergrünfläche.

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1979–2003 Bayerische Waldbauernschule
  • Staatl. Berufsoberschule für Wirtschaft und Technik inkl. Wohnheim für Schüler (in den Räumen des ehemaligen Klostergymnasiums, welches seit den siebziger Jahren in Pfaffenhofen an der Ilm untergebracht ist.)
  • Grundschule mit 161 Schülern
  • Mittelschule mit 160 Schülern
  • Fachoberschule Scheyern für Wirtschaft und Technik

Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten Froschkönig mit 99 Plätzen, davon 24 in der Kinderkrippe
  • Pfarrkindergarten St. Martin mit 88 Plätzen, davon 13 in der Kinderkrippe

Ehemalige Garnison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Zeit des Zweiten Weltkrieges war Scheyern ein Standort der Luftnachrichtentruppe der Luftwaffe. Mit Anfängen seit 1945, der Frühzeit des Kalten Krieges, waren in Scheyern Abhöreinheiten der US-Luftwaffe untergebracht. Bis zur Aufgabe der Schyren-Kaserne 1993 war Scheyern auch Bundeswehrstandort. Seit 1958 waren dort Flugabwehreinheiten der Luftwaffe stationiert.

Persönlichkeiten mit Bezug zu Scheyern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturelle und regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Planetenweg Scheyern: Auf dem Benediktusweg durchs Sonnensystem; Startpunkt des Rundweges: Prielhof; Maßstab: 1:2,25 Mrd. Siehe auch Website

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Scheyern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Scheyern – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Scheyern in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 12. September 2019.
  3. Hans C. Faussner: Zur Frühzeit der Babenberger in Bayern und Herkunft der Wittelsbacher: Ein Kapitel bayrisch-österreichischer Geschichte aus rechtshistorischer Sicht, Sigmaringen 1990.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 551.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 586.
  6. Ergebnis der Kommunalwahl 2020, abgerufen am 16. März 2020