Otto II. von Scheyern

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Otto II. von Scheyern († 31. Oktober 1120, wahrscheinlich auf einer Pilgerreise nach Jerusalem) war Graf von Scheyern, Klosterstifter und Klosterschutzvogt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto II. von Scheyern war ein Sohn von Otto I. von Scheyern und Haziga von Dissen und Bruder von Bernhard I. von Scheyern, Ekkehard I. von Scheyern und Arnold I. von Scheyern.[1]

Einige Quellen geben ihn auch als Sohn aus erster Ehe von Otto I. von Scheyern mit einer Schwester des Grafen Meginhard von Reichersbeuern aus.

Weitere Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch andere Zählweise seines Vaters wird er auch als Otto III. aufgeführt.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1053 war er Anführer der Opposition der baierischen Nation gegen die Ernennung des dreijährigen Heinrichs VII. zum Herzog von Bayern durch seinen Vater Heinrich V.[2]

Von ca. 1078 war er Graf von Scheyern.

Als 1096 der Aufruf zum ersten Kreuzzug begann, meldete sich Otto II. gemeinsam mit seinem Bruder Ekkehard I. zur Teilnahme.[3] 1101 brach er nach Palästina auf und kehrte in seine Heimat zurück.[4]

Mit dem Tod seiner Mutter 1104 verlegte er das Kloster Fischbachau erst nach Petersberg bei Dachau.[5] Dort entstand eine neue Klosterkirche. Damit stiftete er das Sankt Peters Kloster Eisenhofen. Da der Standort, wie auch der in Fischbachau nicht geeignet für ein Kloster war; es herrschte dauernd Wassermangel; versammelte Otto II. 1113 sämtliche Familienangehörige, um zu entscheiden, ob die Stammburg Scheyern in ein Kloster umgewandelt werden könnte. Dies sollte die in der Familie vorhandenen zahlreichen Benediktinerklöster zusammenzuführen.[5][6] Dem wurde zugestimmt und 1119 wurden die Kloster nach Scheyern verlegt und die Burg den Benediktinern übergeben.[3]

Mit dem Tod von Bernhard I. von Scheyern wurde er ab 1104 Vogt von Freising. Ab 1116 war er Vogt von Weihenstephan.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quellen geben unterschiedliche Informationen zum Familienstand wieder. Mal wird davon ausgegangen, dass er unverheiratet und/oder ohne Nachkommen blieb. Es ist aber auch dokumentiert, dass er Richardis oder Richgardis von Istrien-Krain, Tochter von Ulrich I., heiratete, welche er aus einem Kloster bei Regensburg entführte. Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grafiken Stammbaum der Grafen von Scheyern-Wittelsbach-Dachau-Valley aus Vorlesung Prof. Schmid: Bayern im Spätmittelalter WS 1996/97 [1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfram Ziegler: König Konrad III. (1138-1152): Hof, Urkunden und Politik. Böhlau Verlag Wien, 2008, ISBN 978-3-205-77647-5 (google.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).
  2. Franz Sebastian Meidinger: Historisch-chronologische Erzählungen der ehemaligen Land- und Hoftäge in Baiern: mit Anmerkungen, dann einer kleinen Chronik und Inventarium aus dem alten Harnischhause der nunmehrigen Haupt- und Universitätsstadt Landshut. Verlag d. Verf., 1802 (google.de [abgerufen am 31. Januar 2018]).
  3. a b Rupert Leiß: Das Scheyrer-Kreuz oder gründliche Belehrung über den seit beiläufig 700 Jahren zu Kloster Scheyern in Oberbayern aufbewahrten Theil des wahren Kreuzes Christi: nebst einem Anhange von Tagzeiten, Messen, Litanei, Lobgesängen, Kreuzweg-Andacht und andern Gebeten. Kremer, 1871 (google.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).
  4. Jugendblätter München: 1858. Schnell & Steiner, 1858 (google.de [abgerufen am 29. Januar 2018]).
  5. a b Friedrich Hektor von Hundt: Kloster Scheyern, seine ältesten Aufzeichnungen, seine Besitzungen: Ein Beitr. zur Geschichte d. Hauses Scheyern-Wittelsbach. Franz in Komm., 1862 (google.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).
  6. Kalender für katholische Christen: auf d. Jahr ... 1842. Seidel, 1842 (google.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).
  7. Karl Hopf: Historisch-genealogischer Atlas: Seit Christi Geburt bis auf unsere Zeit. Perthes, 1858 (google.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).