Elhaz

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Elhaz oder Algiz () ist die fünfzehnte Rune des älteren Futhark und die elfte Rune des altnordischen Runenalphabets[1] mit dem Lautwert z. Der rekonstruierte urgermanische Name bedeutet „Elch“ und erscheint in den Runengedichten als altnordisch yr, altenglisch eolhx bzw. gotisch ezec.[2] Zur Unterscheidung von der Madhr-Rune wird sie im jüngeren Futhark oft gestürzt verwendet ().

Name[Bearbeiten]

Der tatsächliche Name der Rune ist unklar, da die drei Quellsprachen sie unterschiedlich bezeichnen. Im altnordischen Runengedicht wird die Rune als yr (ȳr) bezeichnet, was „Eibe“ bedeutet. Dieser Name dürfte damit ursprünglich die gleichbedeutende Ihwa-Rune bezeichnet haben, die im nordischen Runengedicht fehlt. Zu der spätgotischen Überlieferung ezec fehlt bislang eine überzeugende Etymologie. Als Namenspate wurde daher die altenglische Variante eolhx gewählt, das auf ags. eolh „Elch“ zurückgeführt wird.

Lautwert[Bearbeiten]

Im Urgermanischen bezeichnet der Endkonsonant *z den Nominativ Singular Maskulinum. Dementsprechend kommt die Elhaz-Rune nur am Wortende vor. Sie wird durch den lateinischen Buchstaben z transkribiert.

Im Altnordischen wandelte sich der Endkonsonant zu einem /r/-Laut, weshalb die Transkription hier üblicherweise durch den lateinischen Buchstaben ʀ (ersatzweise versales R) erfolgt.

Verwendung im Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Im „Armanenfuthark“, einer Erfindung des völkischen Autors und Esoterikers Guido von List aus dem Jahr 1902,[3] wird die Rune als „Lebensrune“ und ihr invertiertes Pendant (eine Sturzrune) als „Todesrune“ bezeichnet. Diese Namen und ihre Deutung sind rein fiktiv, während die Form lose auf der Elhaz-Rune basiert. Unter dem NS-Regime wurde die Lebensrune als Lebensborn-Zeichen sowie in Abgrenzung zur christlichen Symbolik anstatt der üblichen genealogischen Zeichen für das Geburtsdatum (*) und in invertierter Form (Yr rune.png) für das Sterbedatum (†) verwendet.

Heute wird die „Lebensrune“ von Neonazis verwendet: Sie gehört zu den Symbolen der Allgermanischen Heidnischen Front und der Deutschen Heidnischen Front.

Zeichenkodierung[Bearbeiten]

Unicode Codepoint U+16C9 U+16E6 U+16E7 U+16E8
Unicode-Name RUNIC LETTER ALGIZ EOLHX RUNIC LETTER LONG-BRANCH-YR RUNIC LETTER SHORT-TWIG-YR RUNIC LETTER ICELANDIC-YR
HTML ᛉ ᛦ ᛧ ᛨ
Zeichen

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Düwel: „Runenkunde“. Metzler, Stuttgart 2001, 3. erw. Aufl., ISBN 3-476-13072-X
  2. Thesaurus Indogermanischer Text- und Sprachmaterialien
  3. Guido v. List: „Das Geheimnis der Runen“. Zillmann, Groß-Lichterfelde 1907; Graz 2007. ISBN 978-3-902640-50-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Algiz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Lebensrune – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen