Ell (Luxemburg)

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Ell
Wappen Karte
Wappen von Ell Lage von Ell im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 46′ N, 5° 51′ O49.7627527777785.8556666666667Koordinaten: 49° 45′ 46″ N, 5° 51′ 20″ O
Kanton: Redingen
Einwohner: 1235 (1. Januar 2015)[1]
Fläche: 21,6 km²
Bevölkerungsdichte: 57,3 Einw./km²
Gemeindenummer: 00003003
Website: www.ell.lu
Politik
Bürgermeister: Joseph Thill
Wahlsystem: Majorzwahl

Ell ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Redingen.

Landschaftlich zählt sie teils zum Gutland, teils zum Ösling. Die Gemarkung umfasst 2354 ha, davon sind 634 ha Waldfläche, 0,55 ha Fließgewässer und 45 ha Straßen und Feldwege.

Zusammensetzung der Gemeinde[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ell besteht aus den folgenden Ortschaften (Bevölkerungszahl am 28. September 2011):

  • Niederkolpach (lux. Nidderkolpech, frz. Colpach-Bas), 73 Einwohner
  • Oberkolpach (lux. Uewerkolpech, frz. Colpach-Haut), 250 Einwohner
  • Ell, 431 Einwohner
  • Kleinelcherodt (lux. Kleng-Elchert, frz. Petit-Nobressart), 128 Einwohner
  • Roodt, (lux. Rued), 246 Einwohner

Ungefähr 29 Prozent der Einwohner sind ausländischer Staatsangehörigkeit, aus ca. 25 verschiedenen Nationen.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Der Dorfbach, der Grund- und Regenwasser vom Kaalebur sammelt, lief früher kanalisiert unter der Hauptstraße durch den Ort. Nach einer starken Überschwemmung 1998 wurde der Bach streckenweise wieder freigelegt und durch einen neu angelegten Teich geführt.[2] Er mündet in die Attert.

Insbesondere den derzeit vierzehn Vereinen steht das Kulturzentrum Centre Camille Ney zur Verfügung.

Am 17. Juni 2001 wurde in der Pfarrkirche von Ell die instandgesetzte und um 15 Register erweiterte Orgel im Rahmen einer feierlichen Zeremonie eingeweiht.[3]

Ell hat seinen Namen vermutlich von einer Wasserburg, die wie eine Insel (keltisch: El) von Wasser umgeben war.

Cercle de Colpach[Bearbeiten]

Das Schloss von Kolpach, ein Herrenhaus mit einer Domäne von 30 Hektar, 1747 direkt an der belgischen Grenze erbaut, wurde vom ARBED-Direktor Emile Mayrisch erworben und von seiner Frau Aline Mayrisch später dem Roten Kreuz Luxemburg vermacht. In den Jahren vor der deutschen Machtübergabe an die Nationalsozialisten fanden hier jährliche Gespräche zwischen Geisteswissenschaftlern, Politikern und Wirtschaftlern über die Zukunft Europas, insbesondere Westeuropas, auf der Grundlage einer deutsch-französischen Verständigung in einer Art Salon statt. Dazu gehörten auch Teilnehmer aus anderen Nationen.[4]. Zu Aline Mayrischs Diskussionspartnern gehörten z. B. Paul Claudel, Jean Guéhenno, Jacques Rivière, Karl Jaspers, André Gide, Jean Schlumberger, Ernst Robert Curtius, Annette Kolb, Walter Rathenau, Marie Delcourt und Richard Coudenhove-Kalergi, Bernhard Groethuysen und viele andere.

Im Jahre 2002 wurde das Haus als nationales Denkmal anerkannt. Es beherbergte ein Genesungsheim, wird aber derzeit nicht hierfür benutzt, da das Gebäude nicht mehr den Normen entspricht und deswegen renoviert werden muss. Zurzeit ist das Genesungsheim in einem modernen Gebäude in der Nachbarschaft untergebracht.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornel Meder: Colpach et les Mayrisch. Le cadre historique, in "Bulletin de l'association des amis de Jacques Rivière et d'Alain-Fournier", AJRAF, Nr. 87-88, 1998. Themenheft: Jacques Rivière, l’Européen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2015 (franz.)
  2. Attertzulauf im Dorfzentrum von Ell offen gelegt. Gemeinde-Website 1. Dezember 2001.
  3. Dan Roder: Konzertreihe zur Orgelweihe in Ell abgeschlossen. Luxemburger Wort vom 3. Januar 2002.
  4. Cercle des amis de Colpach, online, mit ausführlichen Darlegungen zu den Gesprächen und den Teilnehmern. Ein Deutsch-Französisches Studienkomitee, das Mayrischs Gatte Émile Mayrisch gründete und bis zu seinem Tod 1928 prägte, ist mit dem Cercle nicht zu verwechseln. Jenes war überwiegend mit Wirtschaftsfragen befasst.
  5. Schloss Colpach: Denkmalgeschütztes Herrenhaus im neuen Gewand Luxemburger Wort, 26. Oktober 2011.