Emil Hopfgarten

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Emil Hopfgarten

Emil Alexander Hopfgarten (* 3. April[1] 1821 in Berlin; † 12. September 1856 in Biebrich) ist der bekannteste Wiesbadener Bildhauer des 19. Jahrhunderts.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Berliner Erzgießers Johann Ludwig Heinrich Hopfgarten († 1844), der u. a. Aufträge Christian Daniel Rauchs ausführte, lernte zunächst die Gießerkunst in der Werkstatt des Vaters und der Königlichen Eisengießerei Berlin. Anschließend studierte er an der Berliner Akademie der Künste bei Ludwig Wichmann Bildhauerei. 1840 zog es ihn nach Rom, wo sein Onkel Wilhelm Hopfgarten eine Werkstatt besaß. Es zog Emil Hopfgarten jedoch mehr zur Bildhauerei und so trat er in das Atelier von Emil Wolff ein. Nach weiteren Studienaufenthalten in Neapel und Florenz kehrte Hopfgarten 1843 nach Berlin zurück und heiratete hier zwei Jahre später. In diese Zeit fallen einige Aufträge des Königs Friedrich Wilhelm IV. für das Schloss.

Die Rosette mit Hopfgartens Christuskopf, Speyerer Dom, Westwerk

Als der nassauische Herzog Adolph den preußischen König in Berlin besuchte, lernte er Hopfgarten kennen und bot ihm an, in Biebrich, das damals noch unabhängig von Wiesbaden war, für ihn zu arbeiten. Da Hopfgarten die Werkstatt seines Vaters nicht übernehmen wollte, folgte er dem Angebot und richtete sich in der Nähe des Biebricher Schlosses, in der sogenannten Mosburg, ein Atelier ein. Noch im selben Jahr (1848) erhielt Hopfgarten den Auftrag, für die jung verstorbene, aus Sankt Petersburg gebürtige Großfürstin und nachmalige nassauische Herzogin Elisabeth, ein Grabmal zu schaffen. Aus Dank für die Schaffung des Sarkophags Elisabeths in der russisch-orthodoxen Kirche auf dem Neroberg zeichnete Zar Nikolaus I., der Onkel Elisabeths, ihn mit dem Kaiserlichen Stanislausorden 2. Klasse aus.

Weitere Werke sind u.a. die Christus- und Evangelistengruppe für die Wiesbadener Marktkirche, die er allerdings nicht mehr fertigstellen konnte (sein Schüler Scipione Jardellea hat die Gruppe schließlich vollendet). Ebenso schuf der Künstler im Auftrag des Nassauer Herzogs den zentralen Christuskopf der Fensterrosette am Westwerk des Speyerer Domes.[2]

Durch den Erfolg seiner Arbeit erhielt Hopfgarten von Herzog Adolph den Ehrentitel eines Professors.
Hopfgartens Grab befindet sich auf dem Friedhof in Wiesbaden-Biebrich.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ca. 1844 Figur des Apostels Jakobus für die St. Jacobi - Kirche Berlin Weitere Bilder auf der Seite der ev. Kirchengemeinde St. Jacobi-Luisenstadt [3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsches Kunstblatt 7 (1856), Nr. 44, 30. Oktober 1856, S. 381 f. (Nekrolog) Digitalisat
  • Corinna Pfaff: Das bildhauerische Schaffen des Emil Hopfgarten (1821-1856) in Wiesbaden. Magisterarbeit Johannes Gutenberg-Universität, Mainz 1996
  • Lothar Lüstner: Emil Hopfgarten. Ein Immortellenkranz auf das Grab eines Frühverstorbenen. Verlag Plaum, Wiesbaden 1908
  • Gottfried Kiesow: Architekturführer Wiesbaden. Die Stadt des Historismus. Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2006, ISBN 3-936942-71-4 (mit 1 DVD)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das „Deutsche Kunstblatt“ 7(1856), S. 381, gibt im Nekrolog als Geburtstag den 3. April an, es wurde daher hier vom 8. auf den 3. geändert.
  2. Georg Friedrich Blaul: Der Kaiserdom zu Speier: Führer und Erinnerungsbuch, Neustadt an der Weinstraße, 1860, Seite 67; Digitalscan
  3. St. Jacobi-Luisenstadt: Bilder

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emil Hopfgarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien