Emily Haber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Emily Haber mit Thomas de Maizière

Emily Margarethe Haber (* 1956 in Bonn, geb. Oncken[1]) ist eine deutsche Diplomatin und Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emily Haber, Tochter des Diplomaten Dirk Oncken, der sowohl Leiter des Planungsstabes des Auswärtigen Amtes als auch Botschafter in Griechenland, Indien und der Türkei war, studierte Geschichte an der Universität zu Köln und promovierte bei Andreas Hillgruber mit der Arbeit Panthersprung nach Agadir: Die deutsche Politik während der zweiten Marokkokrise 1911, über die deutsche Außenpolitik in der Marokkokrise.[1][2]

Nach ihrem Eintritt in den Auswärtigen Dienst war sie als Referentin im Referat Sowjetunion des Auswärtigen Amtes, als politische Referentin an der deutschen Botschaft in Moskau, als Kulturreferentin an der deutschen Botschaft in Ankara sowie als stellvertretende Leiterin des Kabinetts- und Parlamentsreferates des Auswärtigen Amtes in Bonn tätig. Von 1999 bis 2002 war sie an der deutschen Botschaft in Moskau, zuerst als Leiterin des Wirtschaftsreferates, dann als Leiterin der Politischen Abteilung.

Von 2002 bis 2006 war sie im Auswärtigen Amt in Berlin als Leiterin des OSZE-Referates und Beauftragte für Konfliktprävention und Krisenmanagement im euro-atlantischen Rahmen eingesetzt, woran sich eine Tätigkeit als Beauftragte für Südosteuropa und die Türkei von 2006 bis 2009 anschloss.

Von 2009 bis 2011 war sie Politische Direktorin des Auswärtigen Amtes und in dieser Funktion unter anderem deutsche Verhandlungsführerin in den EU-3+3-Verhandlungen über das iranische Atomprogramm.[3] Sie soll Außenminister Guido Westerwelle vergebens geraten haben, der Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrates zuzustimmen.[4]

Haber wurde gemeinsam mit Harald Braun zur beamteten Staatssekretärin im Auswärtigen Amt ernannt. Sie löste Wolf-Ruthart Born ab und war unter anderem für die Europapolitik zuständig.[5]

Im Januar 2014 wechselte sie als Staatssekretärin in das Bundesministerium des Innern und ist dort für die Themenkomplexe Sicherheit, Migration und Integration zuständig.[6] Die FAZ schrieb zwei Jahre später: "Für die meist männlichen Top-Juristen im Innenministerium war die Ankunft Habers in ihrem Haus ein Schock. Eine Frau, keine Juristin, und dann noch als Vorgesetzte von Männern, die große Apparate führten - das war schwer zu schlucken. Dass Haber durch die fehlende juristische Ausbildung die notwendigen Grundlagen für ihren Job fehlen würden, das wird noch heute von den Sicherheitsleuten allenthalben erwähnt."[7]

Emily Haber ist mit dem deutschen Diplomaten Hansjörg Haber verheiratet und hat zwei Kinder.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emily Haber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Frankfurter Allgemeine Zeitung, Emily Haber: Kleine Revolution am Werderschen Markt
  2. Deutsche Nationalbibliothek, Panthersprung nach Agadir : d. dt. Politik während d. zweiten Marokkokrise 1911 / Emily Oncken
  3. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Westerwelles neuester Neustart
  4. http://www.faz.net/aktuell/politik/portraets-personalien/emily-haber-kleine-revolution-am-werderschen-markt-1634249.html
  5. Neue Staatssekretäre im Auswärtigen Amt: Emily Haber und Harald Braun. Europäische Bewegung Deutschland, abgerufen am 22. August 2011.
  6. Wechsel im Leitungsbereich des Bundesinnenministeriums. Bundesministerium des Innern, 13. Januar 2014, abgerufen am 13. Januar 2014.
  7. http://www.faz.net/aktuell/politik/sicherheitsbeamte-kritisieren-offene-grenzen-14039880.html