Emily Haber

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Emily Haber mit Thomas de Maizière

Emily Margarethe Haber (* 1956 in Bonn, geb. Oncken[1]) ist eine deutsche Diplomatin. Sie war von 2011 bis 2018 beamtete Staatssekretärin, von 2011 bis 2013 im Auswärtigen Amt und von 2014 bis 2018 im Bundesministerium des Innern. Seit Sommer 2018 vertritt Haber die Bundesrepublik Deutschland in den USA als Botschafterin und Nachfolgerin von Peter Wittig.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emily Haber, Tochter des Diplomaten Dirk Oncken, der sowohl Leiter des Planungsstabes des Auswärtigen Amtes als auch Botschafter in Griechenland, Indien und der Türkei war, studierte Geschichte an der Universität zu Köln und promovierte bei Andreas Hillgruber mit der Arbeit Panthersprung nach Agadir: Die deutsche Politik während der zweiten Marokkokrise 1911, über die deutsche Außenpolitik in der Marokkokrise.[1][3] Emily Haber ist mit dem deutschen Diplomaten Hansjörg Haber verheiratet und hat zwei Kinder.[1]

Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrem Eintritt in den Auswärtigen Dienst war sie als Referentin im Referat Sowjetunion des Auswärtigen Amtes, als politische Referentin an der deutschen Botschaft in Moskau, als Kulturreferentin an der deutschen Botschaft in Ankara sowie als stellvertretende Leiterin des Kabinetts- und Parlamentsreferates des Auswärtigen Amtes in Bonn tätig. Von 1999 bis 2002 war sie an der deutschen Botschaft in Moskau, zuerst als Leiterin des Wirtschaftsreferates, dann als Leiterin der Politischen Abteilung. Von 2002 bis 2006 war sie im Auswärtigen Amt in Berlin als Leiterin des OSZE-Referates und Beauftragte für Konfliktprävention und Krisenmanagement im euro-atlantischen Rahmen eingesetzt, woran sich eine Tätigkeit als Beauftragte für Südosteuropa und die Türkei von 2006 bis 2009 anschloss.

Von 2009 bis 2011 war sie Politische Direktorin des Auswärtigen Amtes und in dieser Funktion unter anderem deutsche Verhandlungsführerin in den EU-3+3-Verhandlungen über das iranische Atomprogramm.[4] Sie soll Außenminister Guido Westerwelle vergebens geraten haben, der Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrates zuzustimmen.[1] Haber wurde am 2. Juli 2011 gemeinsam mit Harald Braun zur beamteten Staatssekretärin im Auswärtigen Amt ernannt. Sie löste Wolf-Ruthart Born ab und war unter anderem für die Europapolitik zuständig.[5] Vom 13. Januar 2014 bis zum 14. März 2018 war Haber Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern und dort für die Themenkomplexe Sicherheit, Migration und Integration zuständig,[6] ihre Kompetenzen als Staatssekretärin wurden im Oktober 2015 stark ausgeweitet.[7] Insofern steht ihre Aussage vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages in der BAMF-Affäre noch aus. Seit dem 22. Juni 2018 leitet sie als erste Frau die deutsche Botschaft in Washington, D.C.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emily Haber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Majid Sattar: Emily Haber: Kleine Revolution am Werderschen Markt Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28. Mai 2011, abgerufen am 28. Juni 2018.
  2. Deutsche Botschaft Washington. In: Deutsche Vertretungen in den USA. 22. Juni 2018, abgerufen im 22. Juni 2018.
  3. Deutsche Nationalbibliothek, Panthersprung nach Agadir : d. dt. Politik während d. zweiten Marokkokrise 1911 / Emily Oncken
  4. Westerwelles neuester Neustart. Frankfurter Allgemeine Zeitung
  5. Neue Staatssekretäre im Auswärtigen Amt: Emily Haber und Harald Braun. Europäische Bewegung Deutschland, archiviert vom Original am 25. Juni 2011; abgerufen am 22. August 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.europaeische-bewegung.de
  6. Wechsel im Leitungsbereich des Bundesinnenministeriums. Bundesministerium des Innern, 13. Januar 2014, abgerufen am 13. Januar 2014.
  7. Die Entmachtung de Maizières, die nie stattfand in FAZ vom 7. Oktober 2015.
  8. Die „stärkste Frau“ im Auswärtigen Amt geht nach Washington. Die Welt
VorgängerAmtNachfolger
Peter WittigDeutsche Botschafterin in den Vereinigten Staaten
seit 2018