Emmanuel Milingo

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Emmanuel Milingo (* 13. Juni 1930 in Nordrhodesien) ist ein ehemaliger römisch-katholischer Erzbischof und Exorzist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1958 empfing Emmanuel Milingo die Priesterweihe. Anschließend war er von 1963 bis 1966 Pfarrer in Chipata. 1969 wurde er von Papst Paul VI. zum Erzbischof von Lusaka ernannt; er war damals der jüngste Bischof Afrikas. Die Bischofsweihe am 1. August 1969 spendete ihm Paul VI. selbst.

1983 musste Emmanuel Milingo das Bischofsamt aufgeben, nachdem bekannt wurde, dass er Mashawe-Geister exorzierte. Im selben Jahr wurde er als Kurienerzbischof nach Rom versetzt. Milingo wurde daraufhin vor allem in Italien wegen seiner unkonventionellen Heilungsgottesdienste sehr bekannt.[1] In Italien in vielen Diözesen nicht erwünscht, feierte er die Heilige Messe oft in Parks. Ende der 90er Jahre veranstaltete er in Österreich Heilungsgottesdienste im „Freundeskreis von Erzbischof Milingo“. 

Im Mai 2001, im Alter von 71 Jahren, heiratete Milingo bei einer Massenhochzeit in New York die koreanische Ärztin Maria Sung. Die Trauung nahm dabei der Gründer der Vereinigungskirche, Sun Myung Moon, vor. Die Trauung und die Tatsache, dass ein ehemaliger Erzbischof zu einem Unterstützer der Vereinigungskirche geworden war, lösten international Aufsehen aus, zumal Milingo Anhänger in verschiedenen Ländern hatte. Zwar kehrte Milingo am 6. August 2001 in die Römisch-katholische Kirche zurück, doch schon einige Monate später zog er wieder zu seiner Frau.[2][3][4]

Im Jahr 2006 kehrte er abermals zum katholischen Glauben und in die Obhut der Kirche zurück – unter anderem auf Drängen des Kardinals Tarcisio Bertone.[5][6] Im selben Jahr nahm er aber wieder Kontakt mit der Vereinigungskirche und seiner Frau auf. Alle weiteren Vermittlungsversuche des Vatikans blieben erfolglos. Vielmehr weihte Milingo im September 2006 vier verheiratete Männer in Washington D.C. ohne päpstliche Genehmigung zu Bischöfen. Damit besiegelte er den Bruch mit der Kirche. Als Antwort darauf stellte die katholische Kirche am 26. September 2006 die Exkommunikation Milingos – latae sententiae – fest.[7]

Am 17. Dezember 2009 gab der Heilige Stuhl bekannt, dass Milingo aus dem Klerikerstand entlassen worden sei.[8][9][10][11]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Emmanuel Milingo. Der Spiegel, 15. August 1983, abgerufen am 21. Oktober 2017.
  2. Gabriele Amorth: Memoiren eines Exorzisten: Mein Kampf gegen Satan. Stein am Rhein 2013, ISBN 978-3-7171-1227-3.
  3. Milingo schweigt. Kirchenzeitung.at, 21. August 2001, abgerufen am 20. Oktober 2017.
  4. Vatikan: Emmanuel Milingo ist kein Bischof mehr. Die Welt, 29. Mai 2001, abgerufen am 21. Oktober 2017.
  5. Tagesschau: Kardinal Bertone wird neue Nummer zwei (tagesschau.de-Archiv), 22. Juni 2006
  6. Christ in der Gegenwart, Nr. 2/2010, S. 24, „Der Fall Milingo nach dem Fall Lefebvre“
  7. "Exorzisten-Bischof" Milingo will nun einen Sohn. ORF, 11. Juli 2006, abgerufen am 21. Oktober 2017.
  8. Comunicato della Sala Stampa della Santa Sede: dimissione dallo stato clericale di Emmanuel Milingo, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 17. Dezember 2009.
  9. Vatikan: Milingo ist nicht länger Priester@1@2Vorlage:Toter Link/www.radiovaticana.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., in: Radio Vatikan vom 17. Dezember 2009.
  10. Ludwig Ring-Eifel: Ex-Erzbischof Emmanuel Milingo wird 85 Jahre alt. Domradio.de, 13. Juni 2015, abgerufen am 21. Oktober 2017.
  11. Ex-Bischof bittet um Vergebung: „Satan war in mir!“ Bild.de, 10. Januar 2008, abgerufen am 21. Oktober 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Adam KozłowieckiErzbischof von Lusaka
19691983
Adrian Mung’andu