Emmanuel Milingo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Emmanuel Milingo (* 13. Juni 1930 in Nordrhodesien) ist ein ehemaliger römisch-katholischer Erzbischof und Exorzist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1958 empfing Emmanuel Milingo die Priesterweihe. Anschließend war er von 1963 bis 1966 Pfarrer in Chipata. 1969 wurde er von Papst Paul VI. zum Erzbischof von Lusaka ernannt; er war damaliger jüngster Bischof Afrikas. Die Bischofsweihe am 1. August 1969 spendete ihm Paul VI. selbst. Er musste das Amt 1983 aufgeben, nachdem bekannt wurde, dass er Mashawe-Geister exorzierte. 1983 wurde er als Kurienerzbischof nach Rom versetzt und wurde daraufhin vor allem in Italien wegen seiner unkonventionellen Heilungsgottesdienste sehr bekannt.[1] In Italien in vielen Diözesen nicht erwünscht, feierte er oft die Heilige Messe im Park. Ende der 90er Jahre veranstaltete er in Österreich Heilungsgottesdienste im "Freundeskreis von Erzbischof Milingo" bis zum Mai 2001, als er die koreanische Ärztin Maria Sung im Alter von 71 Jahren in New York heiratete. Er wurde vom Gründer der Vereinigungskirche, Sun Myung Moon in einer Massenhochzeit getraut und wurde zu einem Unterstützer der Organisation. Der Fall löste international Aufsehen aus, da er in katholischen Kreisen eine Persönlichkeit war und viele Anhänger in verschiedenen Ländern hatte. Am 6. August 2001 kehrte er in die Römisch-katholische Kirche zurück. Dort wurde der unkeusche Erzbischof mit den Worten "Im Namen Jesu, kehre in die katholischen Kirche zurück" von Papst Johannes Paul II. empfangen. Er kehrte zurück, die Rückkehr währte allerdings nicht lange, einige Monate später zog er wieder zu seiner Frau.[2][3][4]

Im Jahr 2006 kehrte er abermalig zum katholischen Glauben und in die Obhut der Kirche zurück – unter anderem auf Drängen des Kardinals Tarcisio Bertone.[5][6] Im selben Jahr nahm er aber wieder Kontakt mit der Vereinigungskirche und seiner Frau auf. Der Papst veranstaltete ein Gipfeltreffen über die Notwendigkeit des Zölibats für Kleriker.[7] Alle Vermittlungsversuche seitens des Vatikans danach blieben aber erfolglos. Im September 2006 weihte Milingo schließlich vier verheiratete Männer in Washington D.C. ohne päpstliche Genehmigung zu Bischöfen. Damit besiegelte er den Bruch mit der Kirche. Als Antwort darauf wurde am 26. September 2006 von der katholischen Kirche Milingos erfolgte Exkommunikationlatae sententiae – festgestellt.[8]

Am 17. Dezember 2009 gab der Heilige Stuhl die Dimission (Laisierung) Milingos aus dem Klerikerstand bekannt.[9][10][11][12]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Emmanuel Milingo. Der Spiegel, 15. August 1983; abgerufen am 21. Oktober 2017.
  2. Gabriele Amorth: Memoiren eines Exorzisten: Mein Kampf gegen Satan. Stein am Rhein 2013, ISBN 978-3-7171-1227-3.
  3. Milingo schweigt. Kirchenzeitung.at, 21. August 2001; abgerufen am 20. Oktober 2017.
  4. Vatikan: Emmanuel Milingo ist kein Bischof mehr. Die Welt, 29. Mai 2001; abgerufen am 21. Oktober 2017.
  5. Tagesschau: Kardinal Bertone wird neue Nummer zwei (tagesschau.de-Archiv), 22. Juni 2006
  6. Christ in der Gegenwart, Nr. 2/2010, S. 24, „Der Fall Milingo nach dem Fall Lefebvre“
  7. Pope opens summit on celibacy requirement for priests. 16. November 2006; abgerufen am 20. Oktober 2017 (englisch).
  8. "Exorzisten-Bischof" Milingo will nun einen Sohn. ORF, 11. Juli 2006; abgerufen am 21. Oktober 2017.
  9. Comunicato della Sala Stampa della Santa Sede: dimissione dallo stato clericale di Emmanuel Milingo, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 17. Dezember 2009.
  10. Vatikan: Milingo ist nicht länger Priester, in: Radio Vatikan vom 17. Dezember 2009.
  11. Ludwig Ring-Eifel: Ex-Erzbischof Emmanuel Milingo wird 85 Jahre alt. Domradio.de, 13. Juni 2015; abgerufen am 21. Oktober 2017.
  12. Ex-Bischof bittet um Vergebung: „Satan war in mir!“ Bild.de, 10. Januar 2008; abgerufen am 21. Oktober 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Adam KozłowieckiErzbischof von Lusaka
19691983
Adrian Mung’andu