Emerich Robert

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Emerich Robert

Emerich Robert (eigentlich Emmerich Magyar; * 21. Mai 1847 in Pest; † 29. Mai[1] 1899 in Würzburg) war ein österreichischer Schauspieler, Sänger (Tenor) und Regisseur ungarischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert kam 1856 zusammen mit seiner Familie nach Wien und besuchte dort zwischen 1860 und 1865 das akademische Gymnasium. Nach dem Wunsch seiner Familie sollte er eigentlich Rechtswissenschaften studieren, aber ab 1864 nahm er Privatstunden – „dramatische Stunden“ – bei dem Schauspieler Joseph Lewinsky und machte durch seinen Lehrer bald auch schon die Bekanntschaft mit dem Direktor des Burgtheaters Heinrich Laube.

Nach fast zweijährigem Unterricht bei Lewinsky und von diesem unterstützt, konnte Robert am 6. September 1865 in der Rolle des „Ferdinand“ am Aktientheater in Zürich erfolgreich debütieren. Mit Wirkung vom 1. Mai 1866 wechselte er dann ans Hoftheater Stuttgart und ungefähr ab dieser Zeit wurde Robert von seinem Publikum liebevoll Der Schöne Robert genannt.

Dort erlebte ihn der Schriftsteller Albert Emil Brachvogel und empfahl ihn der Direktion des Berliner Hofschauspielhauses. Im August 1867 wurde er dort zu einem Gastspiel eingeladen und am 7. Juni des darauffolgenden Jahres debütierte er bereits als „Romeo“. Noch im selben Jahr wurde er auf Lebenszeit an diesem Theater verpflichtet.

1872 wurde Robert von Heinrich Laube an das neugegründete Stadttheater geholt. Als Laube seine Leitung zum ersten Mal niederlegte, kündigte auch Robert und startete eine ausgedehnte Gastspielreise. Mit sehr großem Erfolg war er auf etlichen Bühnen Deutschlands und Österreichs zu sehen. Als Ehrenmitglied der Meininger war er zusammen mit diesem u. a. als „Marc Anton“ und „Leontes“ zu sehen.

Grab von Emerich Robert auf dem Hietzinger Friedhof

1875 kehrte Robert fast zeitgleich mit Laube ans Wiener Stadttheater zurück. Von dort engagierte ihn Direktor Franz von Dingelstedt und nahm ihn auf Lebenszeit in das Ensemble des Burgtheaters auf. Am Stadttheater blieb Robert bis 1878 und gab am 1. April in der Rolle des „Hamlet“ seine Abschiedsvorstellung. Bereits Anfang Oktober desselben Jahres war er als „Fiesco“ dann am Burgtheater zu sehen.

Am 7. März 1899 war Robert zum letzten Mal auf der Bühne zu sehen. Sein nicht mehr zu ignorierendes Darmleiden versuchte Robert durch einen Kuraufenthalt in Bad Kissingen zu lindern. Da jedoch eine weitere Verschlimmerung das Zustandes eintrat (Verlegung des Darmes), begab sich Emerich Robert auf Anraten der Ärzte zu einem Eingriff an die Klinik des Chirurgen Andreas Rosenberger nach Würzburg. Da das Leiden als nicht mehr operabel erkannt wurde, unterblieb der Eingriff, und Robert erlag (eine Woche nach seinem 52. Geburtstag) am 29. Mai 1899 einer Herzschwäche.[2] Der Theaterkritiker Anton Lindner verfasste einen bemerkenswerten Nachruf.

Emerich Robert wurde in Wien auf dem Hietzinger Friedhof in einem ehrenhalber gewidmeten Grab (Gruppe 19, Nummer 3) bestattet.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anton Müller-Palm schreibt in seinen Briefe aus der Bretterwelt

Am 11. Mai 1866 erschien ein schlanker, bildhübscher dunkellockiger Jüngling aus dem Lande Lenaus, mit einem Temperamente, das Feuer aus dem Boden schlug, wo immer er stand ...

Rollen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Aufbahrung und Einsegnung in seiner Villa, Wattmanngasse 28, Wien-Hietzing, wurde Emerich Robert am 3. Juni 1899[1] in einem von der Stadt Wien gewidmeten Ehrengrab auf dem Hietzinger Friedhof (Gruppe 19, Nr. 3) beigesetzt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Julius Fränkel: Robert, Emerich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 53, Duncker & Humblot, Leipzig 1907, S. 408–412.
  • Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. List, Leipzig 1903, S. 836–837.
  • Anton Müller-Palm: Briefe aus der Bretterwelt. Ernstes und Heiteres aus der Geschichtze des Stuttgarter Hoftheaters. Bonz, Stuttgart 1881.
  • Marktl: Magyar Emmerich. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1972, S. 410.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emerich Robert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b (Todesanzeige:) Natalie Robert geb. de Loosy (…). In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 12490/1899, 2. Juni 1899, S. 9, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  2. † Emerich Robert. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 12487/1899, 30. Mai 1899, S. 2 f. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp;
    Kleine Chronik. (…) Emerich Robert. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 12488/1899, 31. Mai 1899, S. 6, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  3. Hedwig Abraham: Robert Emerich. In: viennatouristguide.at, abgerufen am 11. November 2013.