Emmy Bettendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Emmy Bettendorf (* 16. Juli 1895 in Frankfurt am Main; † 20. Oktober 1963 in Berlin) war eine deutsche Opernsängerin in der Stimmlage Sopran.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emmy Bettendorf fühlte sich früh zu einer Karriere als Sängerin hingezogen. Bereits mit 14 Jahren sang sie das erste Mal in der Oper Frankfurt vor. Im Alter von 19 Jahren erhielt sie dort 1914 einen Zweijahresvertrag und debütierte in Das Nachtlager von Granada von Conradin Kreutzer. 1916 wechselte sie nach Schwerin, bevor sie 1920 nach Berlin ging. Dort war sie von 1920-1924 an der Staatsoper, danach an der Städtischen Oper engagiert.

Die Sängerin baute ihr Repertoire in alle Richtungen aus und sang berühmte Partien sowohl als lyrischer als auch als lyrisch-dramatischer Sopran. Gastspiele mit Bronsgeest’s Wanderoper machten sie auch in Holland, Spanien und in ganz Deutschland bekannt. Doch schon 1928 bereitete eine Erkrankung ihrer Opernkarriere ein Ende. Danach trat sie nur noch in Konzerten auf (bis 1934) und besang Schallplatten.[1] Dies allerdings mit außerordentlich großer Resonanz. Sie gehörte zu den erfolgreichsten Schellack-Stars der 30er Jahre und hinterließ mehr als 300 Schallplattenaufnahmen.

Emmy Bettendorf heiratete 1931 und lebte seither in Österreich. Nach dem Tod ihres Ehemanns im Jahre 1938 ging es ihr finanziell so schlecht, dass sie wieder Konzerte geben musste. So kam es zum Einsatz bei der Truppenbetreuung, in deren Rahmen sie Konzerte in Polen, Russland, Griechenland und Albanien vor deutschen Soldaten gab. Mit dem verdienten Geld betrieb sie eine Fremdenpension in Garmisch. Schließlich holte sie der Bassist Michael Bohnen als Gesangspädagogin an die Musikhochschule Berlin. Dort und am Konservatorium Berlin (heute beide vereint in der Universität der Künste Berlin) lehrte sie bis 1952.[2] Ihre letzten Jahre verbrachte die einst so gefeierte Sängerin krank und vereinsamt in Berlin.[1]

Die Stimme der Künstlerin ist durch Schallplattenaufnahmen überliefert, die teilweise auch heute noch als CD oder MP3-Download greifbar sind.

Partien (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ABC der Gesangskunst. Historisches Gesangslexikon Teil 1 (Doppel-CD), Cantus-Line DA-Music, Diepholz 2002
  • The Lighter Side of Emmy. Emmy Bettendorf (CD), Harmonia Mundi/Dutton lab, Arles 2005
  • Lebendige Vergangenheit – Emmy Bettendorf (CD), Preiser/Naxos, Wien 2007

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b K. J. Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Elektronische Ausgabe der dritten, erweiterten Auflage. Directmedia, Berlin 2004.
  2. Siehe Faksimile eines Originalbriefes von Emmy Bettendorf auf www.cantabile-subito.de