Ennetmoos

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Ennetmoos
Wappen von Ennetmoos
Staat: Schweiz
Kanton: Nidwalden (NW)
Bezirk: Keine Bezirkseinteilungw
BFS-Nr.: 1506i1f3f4
Postleitzahl: 6372
Koordinaten: 668418 / 201042Koordinaten: 46° 57′ 25″ N, 8° 20′ 15″ O; CH1903: 668418 / 201042
Höhe: 521 m ü. M.
Fläche: 14,95 km²
Einwohner: 2147 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 144 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
10,1 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.ennetmoos.ch
Karte
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Ennetmoos ist eine politische Gemeinde des Kantons Nidwalden in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Ennetmoos gehören das Neubaugebiet Gotthardli Richtung Stans, die Weiler St. Jakob, Rohren, Allweg/Grueb, Rotzloch, Rütli und Vorsäss, der Mueterschwanderberg, ein Teil der Nord- und Westflanke des Stanserhorns und Anteile am Vierwaldstättersee. Die früher umfangreichen Feuchtgebiete wurden in der Zeit des Zweiten Weltkriegs trockengelegt (Torf als Brennstoff an Stelle der Kohle).

Vom gesamten Gemeindegebiet sind nur 5,7 % Siedlungsfläche. Einen grossen Teil des Gemeindeareals bedecken mit 43,9 % Anteil Gehölz und Wald. Eine noch grössere Fläche von 47,9 % wird landwirtschaftlich genutzt. Bloss 2,4 % sind unproduktive Flächen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde weisen auf eine frühe Begehung und Besiedlung hin (Steinbeil 4000–3300 v. Chr./Drachenloch, Rotzberg 1800–800 v. Chr.). Für das 11. Jahrhundert sind erste (Holz-) Bauten auf Rotzberg nachgewiesen, später folgte eine Burganlage, die heute als Burgruine Rotzberg zu besichtigen ist. Im Urbar des Klosters Muri und des Klosters Engelberg sind Güter im Gemeindegebiet erwähnt (um 1150 und 1190). 1389 wird der Ort erstmals als Ürte Ennetmoos erwähnt.

Im Jahr 1798 war Ennetmoos Schlachtfeld im Krieg der französischen Armee gegen Nidwalden, wobei die Kapellen St. Jakob, St. Leonhard (erbaut 1616, 1717) und St. Magnus (erbaut 1672) sowie zahlreiche Wohnhäuser und Ställe zerstört wurden. Die Kirchen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaut.

1941–43 erfolgte die Melioration der Drachenried-Ebene, die noch 1919 als Stausee in Erwägung gezogen worden war, 1946–47 eine Güterzusammenlegung.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl wuchs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trotz eines hohen Geburtenüberschusses nicht. Abwanderung in mehr industrialisierte Gemeinden war der Hauptgrund dafür. Zwischen 1900 und 1970 gab es zwar einen steten Anstieg der Einwohnerschaft (1900–1970: +41,5 %), aber in einem mässigen Tempo. Seit 1970 wuchs die Bevölkerung dann rasant an. Innerhalb von weniger als vierzig Jahren verdoppelte sie sich (1970–2010: +110,3 %). Seit 2010 wächst die Einwohnerzahl allerdings nur noch wenig. Grund für das rasante Bevölkerungswachstum waren die Verbesserung des Angebots des Öffentlichen Verkehrs und vor allem der Bau der A2. Die Gemeinde wurde wegen ihrer Nähe zum Nidwaldner Hauptort Stans und der günstigen Baulandpreise auch für Pendler attraktiv.

Bevölkerungsentwicklung von Ennetmoos seit 1850 Quelle: Volkszählungen (1850–2000 Eidgenössische), Bundesamt für Statistik (2010 und 2015)

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Nidwaldnerdeutsch wird noch häufig gesprochen. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tägliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 94,8 % Deutsch, 1,4 % Serbokroatisch und 1,1 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung war früher vollumfänglich Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Die Konfessionsverhältnisse im Jahr 2000 lassen trotz Durchmischung immer noch die ursprüngliche Struktur erkennen. 1'458 Personen waren katholisch (77,76 %). Daneben gab es 11,63 % protestantische und 0,53 % andere Christen, 2,19 % Muslime und 5,12 % Konfessionslose. 50 Personen (2,67 %) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis. Bis vor wenigen Jahrzehnten war fast beinahe die gesamte Einwohnerschaft katholisch. Die Entkirchlichung und die starke Zuwanderung aus anderen Gemeinden und dem Ausland hat in Ennetmoos zu einem raschen Anstieg anderer Bekenntnisgruppen geführt.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Bewohnern waren Ende 2017 1'941 (90,41 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mittel- und Westeuropa (Deutschland 74, Österreich und Grossbritannien je 8 Personen), Südeuropa (Italien 24 und Portugal 10 Personen), der Türkei (14 Personen), der Ukraine (8 Personen), Eritrea (13 Personen), Sri Lanka (6 Personen) und dem ehemaligen Jugoslawien (Bosnien-Herzegowina 5 und Kosovo 4 Personen). Bei der Volkszählung 2000 waren 1'756 Personen (93,07 %) Schweizer Bürger; davon besassen 56 Personen eine doppelte Staatsbürgerschaft.

Altersstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an Leuten im mittleren Alter. Während der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren 21,24 % der Ortsbevölkerung ausmacht, sind 21,70 % Senioren (60 Jahre und älter). Die grösste Altersgruppe stellen mittlerweile die Personen zwischen 45 und 59 Jahren. Im Jahr 2000 war es noch die Altersgruppe von 30 bis 44 Jahren. Grund dafür ist die Alterung der Generation der Babyboomer (Jahrgänge bis 1965). Auf 100 Leute im arbeitsfähigen Alter (20–64 Jahre; 1365 Personen) entfallen 33 Junge (456 Personen) und 24 Menschen (326 Personen) im Pensionsalter.

Die aktuelle Altersverteilung zeigt folgende Tabelle:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr Einwohner
Anzahl 176 187 93 269 437 519 400 66 2147
Anteil 8,20 % 8,71 % 4,33 % 12,53 % 20,35 % 24,17 % 18,63 % 3,07 % 100 %
Quelle: Bundesamt für Statistik, Bevölkerung nach Alter Ende 2017

Die Alterung nimmt zu. Dies beweist der Vergleich mit dem Jahr 2000. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr Einwohner
Anzahl 185 236 121 242 490 361 209 31 1875
Anteil 9,87 % 12,59 % 6,45 % 12,91 % 26,13 % 19,25 % 11,15 % 1,65 % 100 %

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich dominierte in Ennetmoos die Viehzucht. Vom 16. Jahrhundert an siedelte sich am Unterlauf des Mälbachs eine vielfältige Industrie an (Kornmühle, Ölpresse, Eisenverarbeitung, Papier, Gips), die sich bis ins 19. Jahrhundert hielt.

In Ennetmoos gab es (2005) 692 Beschäftigte in 112 Betrieben. 26,3 % der Beschäftigten in Ennetmoos arbeiteten im Bereich Landwirtschaft/Forstwirtschaft/Fischerei, 54,3 % in Industrie und Gewerbe und 19,4 % in Dienstleistungsunternehmen. Die Arbeitslosenquote betrug 2007 0,85 %.

Betriebe
1. Sektor
Beschäftigte
1. Sektor
Vollzeitstellen
1. Sektor
Betriebe
2. Sektor
Beschäftigte
2. Sektor
Vollzeitstellen
2. Sektor
Betriebe
3. Sektor
Beschäftigte
3. Sektor
Vollzeitstellen
3. Sektor
Betriebe
2015
Beschäftigte
2016
Vollzeitstellen
2016
Anzahl 56 (2015) 153 97 24 (2015) 242 222 75 (2015) 314 255 155 709 574
Anteil 36,13 % 21,58 % 16,90 % 15,48 % 34,13 % 38,68 % 48,39 % 44,29 % 44,43 % 100 % 100 % 100 %
Quelle: Bundesamt für Statistik; Arbeitsstätten und Beschäftigte nach Gemeinde und Wirtschaftssektoren

Anmerkung: der 1. oder Primäre Sektor umfasst den Bereich Landwirtschaft/Forstwirtschaft/Fischerei; der 2. oder Sekundäre Sektor umfasst Industrie und Gewerbe; der 3. oder Tertiäre Sektor sind Dienstleistungsunternehmen. Aus Datenschutzgründen wird seit 2016 die Anzahl Unternehmen nicht mehr aufgelistet, welche in ihrem Bereich (Mikrounternehmen, Kleinunternehmen, Mittlere Unternehmen, Grosse Unternehmen) nur eine geringe Anzahl Unternehmen umfasst. Im 2. Sektor gab es 2016 22 Betriebe in Mikrounternehmen (weniger als 10 Beschäftigte), im 3. Sektor 2016 71 Mikrounternehmen und 4 Kleine Unternehmen (10 bis 49 Beschäftigte).

Im Jahr 2000 gab es 481 Erwerbstätige in Ennetmoos. Davon waren 265 (55,09 %) Einheimische und 216 Zupendelnde. Die Zupendelnden kamen vorwiegend aus der Region; nämlich aus Stans (19,9 %), Stansstad (9,7 %), Ennetbürgen (9,3 %), Wolfenschiessen (6,0 %), Buochs und Hergiswil (je 5,6 %), Oberdorf (5,1 %) und Sarnen (4,6 %). Im gleichen Jahr waren 1'047 Menschen aus Ennetmoos erwerbstätig. Somit arbeiteten 782 Personen in anderen Gemeinden. In den Nidwaldner Hauptort Stans pendelten 275 Personen(=35,2 % aller Wegpendelnden), in die Stadt Luzern 98 Personen (12,5 %), nach Stansstad 46 Personen (5,9 %), nach Sarnen 41 Personen (5,2 %), nach Kriens 35 Personen (4,5 %), nach Hergiswil 28 Personen (3,6 %) und nach Buochs 23 Personen (2,9 %). Somit pendelt fast die Hälfte der Leute innerhalb der Agglomeration Stans (Stans, Buochs, Stansstad etc.), eine starke Minderheit in die Agglomeration Luzern (Stadt Luzern, Kriens, Hergiswil etc.) und eine kleinere Minderheit in die Agglomeration Sarnen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ennetmoos ist durch den Postautokurs Stans (Bahnhof) – St.Jakob – Kerns – Sarnen (Bahnhof)[3] ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Zudem ist die Autobahn A2 in wenigen Minuten erreichbar.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ennetmoos soll Strutan Winkelried einen Drachen erlegt haben. Der Drache im Wappen zeugt von der Winkelried-Sage. Urkundlich finden sich jedoch keine Hinweise auf den Stammsitz der Winkelriede.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Christen (* 19. Mai 1931 im Zingel, Ennetmoos; † 26. Mai 2015 in Lungern) katholischer Theologe und Dogmatiker
  • Roland Gröbli (* 1960), Autor, Historiker und Journalist

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Gröbli, Leo Odermatt: Ennetmoos. Jubiläumsbuch zur 600-Jahr-Feier 1389–1989. Herausgegeben von der Gemeinde Ennetmoos, Ennetmoos 1989.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ennetmoos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. https://secure.i-web.ch/dweb/nw/de/onlinemain/publikationen/?pubid=8254&action=info@1@2Vorlage:Toter Link/secure.i-web.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. fahrplanfelder.ch: 60.312.pdf (application/pdf-Objekt; 98 kB), Zugriff am 20. Oktober 2010