Ennetmoos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ennetmoos
Wappen von Ennetmoos
Staat: Schweiz
Kanton: Nidwalden (NW)
Bezirk: (Der Kanton Nidwalden kennt keine Bezirke.)w
BFS-Nr.: 1506i1f3f4
Postleitzahl: 6372
Koordinaten: 668418 / 201042Koordinaten: 46° 57′ 25″ N, 8° 20′ 15″ O; CH1903: 668418 / 201042
Höhe: 521 m ü. M.
Fläche: 14,95 km²
Einwohner: 2083 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 139 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
10,1 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.ennetmoos.ch
Karte
Bannalpsee Blausee OW Engstlensee Eugenisee Lauerzersee Lutersee Melchsee Seelisbergsee Rotsee Sarnersee Seefeld OW Tannensee Trübsee Vierwaldstättersee Wichelsee Zugersee Kanton Bern Kanton Luzern Kanton Obwalden Kanton Obwalden Kanton Schwyz Kanton Uri Kanton Zug Beckenried Buochs Dallenwil Emmetten Ennetbürgen Ennetmoos Hergiswil NW Oberdorf NW Stans Stansstad WolfenschiessenKarte von Ennetmoos
Über dieses Bild
ww

Ennetmoos ist eine politische Gemeinde des Kantons Nidwalden in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Ennetmoos gehören das Neubaugebiet Gotthardli Richtung Stans, die Weiler St. Jakob, Rohren, Allweg/Grueb, Rotzloch, Rütli und Vorsäss, der Mueterschwanderberg, ein Teil der Nord- und Westflanke des Stanserhorns und Anteile am Vierwaldstättersee. Die früher umfangreichen Feuchtgebiete wurden in der Zeit des Zweiten Weltkriegs trockengelegt (Torf als Brennstoff an Stelle der Kohle).

Vom gesamten Gemeindegebiet sind nur 5,7 % Siedlungsfläche. Einen grossen Teil des Gemeindeareals bedecken mit 43,9 % Anteil Gehölz und Wald. Eine noch grössere Fläche von 47,9 % wird landwirtschaftlich genutzt. Bloss 2,4 % sind unproduktive Flächen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde weisen auf eine frühe Begehung und Besiedlung hin (Steinbeil 4000–3300 v. Chr./Drachenloch, Rotzberg 1800–800 v. Chr.). Für das 11. Jahrhundert sind erste (Holz-) Bauten auf Rotzberg nachgewiesen, später folgte eine Burganlage, die heute als Burgruine Rotzberg zu besichtigen ist. Im Urbar des Klosters Muri und des Klosters Engelberg sind Güter im Gemeindegebiet erwähnt (um 1150 und 1190). 1389 wird der Ort erstmals als Ürte Ennetmoos erwähnt.

Im Jahr 1798 war Ennetmoos Schlachtfeld im Krieg der französischen Armee gegen Nidwalden, wobei die Kapellen St. Jakob, St. Leonhard (erbaut 1616, 1717) und St. Magnus (erbaut 1672) sowie zahlreiche Wohnhäuser und Ställe zerstört wurden. Die Kirchen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaut.

1941–43 erfolgte die Melioration der Drachenried-Ebene, die noch 1919 als Stausee in Erwägung gezogen worden war, 1946–47 eine Güterzusammenlegung.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl wuchs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trotz eines hohen Geburtenüberschusses nicht. Abwanderung in mehr industrialisierte Gemeinden war der Hauptgrund dafür. Zwischen 1900 und 1970 gab es zwar einen steten Anstieg der Einwohnerschaft (1900–1970: +41,5 %), aber in einem mässigen Tempo. Seit 1970 wuchs die Bevölkerung dann rasant an. Innerhalb von weniger als vierzig Jahren verdoppelte sie sich (1970–2010: +110,3 %). Seit 2010 wächst die Einwohnerzahl allerdings nur noch wenig. Grund für das rasante Bevölkerungswachstum waren die Verbesserung des Angebots des Öffentlichen Verkehrs und vor allem der Bau der A2. Die Gemeinde wurde wegen ihrer Nähe zum Nidwaldner Hauptort Stans und der günstigen Baulandpreise auch für Pendler attraktiv.

Bevölkerungsentwicklung von Ennetmoos seit 1850 Quelle: Volkszählungen (1850–2000 Eidgenössische), Bundesamt für Statistik (2010 und 2015)

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Nidwaldnerdeutsch wird noch häufig gesprochen. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tägliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 94,8 % Deutsch, 1,4 % Serbokroatisch und 1,1 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung war früher vollumfänglich Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Die Konfessionsverhältnisse im Jahr 2000 lassen trotz Durchmischung immer noch die ursprüngliche Struktur erkennen. 1'458 Personen waren katholisch (77,76 %). Daneben gab es 11,63 % protestantische und 0,53 % andere Christen, 2,19 % Muslime und 5,12 % Konfessionslose. 50 Personen (2,67 %) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis. Bis vor wenigen Jahrzehnten war fast beinahe die gesamte Einwohnerschaft katholisch. Die Entkirchlichung und die starke Zuwanderung aus anderen Gemeinden und dem Ausland hat in Ennetmoos zu einem raschen Anstieg anderer Bekenntnisgruppen geführt.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Bewohnern waren Ende 2015 1'888 (89,90 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mittel- und Westeuropa (Deutschland, Österreich und Niederlande), Südeuropa (Italien) und dem ehemaligen Jugoslawien (Serbien, Montenegro, Kosovo, Kroatien und Bosnien-Herzegowina). Bei der Volkszählung 2000 waren 1'756 Personen (93,07 %) Schweizer Bürger; davon besassen 56 Personen eine doppelte Staatsbürgerschaft.

Altersstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an jüngeren Leuten. Während der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren 28,91 % der Ortsbevölkerung ausmacht, sind 12,8 % Senioren (60 Jahre und älter). Die grösste Altersgruppe stellen die Personen zwischen 30 und 44 Jahren.

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr
Anzahl 185 236 121 242 490 361 209 31
Anteil 9,87 % 12,59 % 6,45 % 12,91 % 26,13 % 19,25 % 11,15 % 1,65 %

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich dominierte in Ennetmoos die Viehzucht. Vom 16. Jahrhundert an siedelte sich am Unterlauf des Mälbachs eine vielfältige Industrie an (Kornmühle, Ölpresse, Eisenverarbeitung, Papier, Gips), die sich bis ins 19. Jahrhundert hielt.

In Ennetmoos gab es (2005) 692 Beschäftigte in 112 Betrieben. 26,3 % der Beschäftigten in Ennetmoos arbeiteten im Bereich Landwirtschaft/Forstwirtschaft/Fischerei, 54,3 % in Industrie und Gewerbe und 19,4 % in Dienstleistungsunternehmen. Die Arbeitslosenquote betrug 2007 0,85 %.

Im Jahr 2000 gab es 481 Erwerbstätige in Ennetmoos. Davon waren 265 (55,09 %) Einheimische und 216 Zupendelnde. Die Zupendelnden kamen vorwiegend aus der Region; nämlich aus Stans (19,9 %), Stansstad (9,7 %), Ennetbürgen (9,3 %), Wolfenschiessen (6,0 %), Buochs und Hergiswil (je 5,6 %), Oberdorf (5,1 %) und Sarnen (4,6 %). Im gleichen Jahr waren 1'047 Menschen aus Ennetmoos erwerbstätig. Somit arbeiteten 782 Personen in anderen Gemeinden. In den Nidwaldner Hauptort Stans pendelten 275 Personen(=35,2 % aller Wegpendelnden), in die Stadt Luzern 98 Personen (12,5 %), nach Stansstad 46 Personen (5,9 %), nach Sarnen 41 Personen (5,2 %), nach Kriens 35 Personen (4,5 %), nach Hergiswil 28 Personen (3,6 %) und nach Buochs 23 Personen (2,9 %). Somit pendelt fast die Hälfte der Leute innerhalb der Agglomeration Stans (Stans, Buochs, Stansstad etc.), eine starke Minderheit in die Agglomeration Luzern (Stadt Luzern, Kriens, Hergiswil etc.) und eine kleinere Minderheit in die Agglomeration Sarnen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ennetmoos ist durch den Postautokurs Stans (Bahnhof) – St.Jakob – Kerns – Sarnen (Bahnhof)[3] ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Zudem ist die Autobahn A2 in wenigen Minuten erreichbar.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ennetmoos soll Strutan Winkelried einen Drachen erlegt haben. Der Drache im Wappen zeugt von der Winkelried-Sage. Urkundlich finden sich jedoch keine Hinweise auf den Stammsitz der Winkelriede.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Gröbli, Leo Odermatt: Ennetmoos. Jubiläumsbuch zur 600-Jahr-Feier 1389–1989. Herausgegeben von der Gemeinde Ennetmoos, Ennetmoos 1989.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ennetmoos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wohnbevölkerung per 31. Dezember 2015 (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. https://secure.i-web.ch/dweb/nw/de/onlinemain/publikationen/?pubid=8254&action=info
  3. fahrplanfelder.ch: 60.312.pdf (application/pdf-Objekt; 98 kB), Zugriff am 20. Oktober 2010