Enzo Mari

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Enzo Mari (1974)

Enzo Mari (* 27. April 1932[1][2][3] in Novara, Italien) ist ein italienischer Designer und Objektkünstler.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mari studierte an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand in den Jahren von 1952 bis 1956 Literatur und Kunst. Sein Interesse galt besonders der Psychologie der Visuellen Wahrnehmung.

Bekannt wurde Mari durch seine Arbeiten für die italienischen Unternehmen Danese, Gavina, Artemide, Olivetti und Castelli, außerdem durch seine zahlreichen Buchveröffentlichungen über Themenbereiche des Designs.

Er unterrichtete am Polytechnikum Mailand, am Zentrum für Visuelle Kommunikation in Parma, an der Akademie der Schönen Künste in Carrara sowie von 1963 bis 1966 an der Scuola Umanitaria in Mailand. Er ist Ehrenprofessur im Fachbereich Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Im Jahr 1968 war er Teilnehmer der 4. documenta in Kassel.

Sein Buch Autoprogettazione von 1974 enthielt 19 Entwürfe für Holztische, -stühle, -regale und -betten, für deren Bau nur einfache Werkzeuge nötig sind.[4] Damit beeinflusste er die Do it yourself-Bewegung. So sollte alles, was man zum Leben braucht, simpel und schnörkellos mit Holzbrettern und Nägeln zusammengesetzt werden. Mit dieser Serie wollte er die Selbst-Gestaltung fördern, er entwarf dafür die Bauanleitung für eine komplette Einrichtung. Ihm war dabei wichtig, den Menschen die Regeln des Entwurfsprozesses verständlich zu machen.[5]

Die Serie Autoprogettazione genießt längst Kultstatus. Mari wollte den Menschen mit seinem Design das Leben nicht einfacher machen. Wer ihm das Porto zahlte, bekam von Mari die Bauanleitung kostenlos zugeschickt.

Für Mari war schon früh die Nachhaltigkeit wesentlich, Design sollte verträglich für die Umwelt sein, kein Luxusprodukt darstellen; die Funktionalität eines Produktes und die Formgebung war ihm wichtiger als der bloße Schein und das System des Stardesigns. Mari geht es vornehmlich um die Wissensvermittlung, den kritischen Blick auf aktuelle Produktionen.

Mari ist nicht nur Designer, er kuratierte auch Ausstellungen, schrieb und lehrte, so dass sich bei ihm, seinem Design und seinen Objekten vieles zu einem Gesamtkunstwerk fügte. 2016 verkündete Mari, dass er sein Archiv der Stadt Mailand vermachen würde, diese gleichwohl sein Werk 40 Jahre nicht zeigen dürfe. Jasper Morrison schätzt sein Design, das auf einfachen Prinzipien, Grundformen und Stilelementen basiert. Für das avantgardistische Designerduo Formafantasma ist Mari das Vorbild, das die Wünsche des Auftraggebers weit transzendiert.

Mari lebt und arbeitet in Mailand.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Profile of Enzo Mari
  2. https://www.avantgarde-museum.com/en/museum/collection/authors/enzo-mari~pe5758/
  3. https://www.designboom.com/design/happy-birthday-enzo-mari-video-conversation-proust-questionnaire-04-27-2020/
  4. Nick Normal: Enzo Mari's Autoprogettazone. 20. April 2013. Abgerufen am 18. Oktober 2015.
  5. Laura Weißmüller: Warum das Design von Enzo Mari heute noch bedeutsam ist. Abgerufen am 29. Mai 2020.