Eoarchaikum

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Äonothem Ärathem ≈ Alter (mya)
höher höher jünger
Archaikum Neoarchaikum 2.800–2.500
Mesoarchaikum 3.200–2.800
Paläoarchaikum 3.600–3.200
Eoarchaikum 4.000–3.600
tiefer älter

Das Eoarchaikum ist ein geologisches Zeitalter (Ära) im Äon des Archaikums. Es stellt innerhalb des Archaikums, des zweiten Äons der Erdgeschichte, die früheste von vier Ären dar. Das Eoarchaikum (nach altgriechisch Ἠώς, Ēōs für ‚Morgendämmerung‘) folgt etwa 4.000 Millionen Jahre BP unmittelbar auf das erste Äon der Erdgeschichte, das Hadaikum, in dem der Planet Erde geformt wurde. Das Eoarchaikum endet ca. 3.600 Millionen Jahre BP mit dem Übergang zum Paläoarchaikum.

Neudefinition des Präkambriums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Neudefinition des Präkambriums[1] soll das Eoarchaikum wegfallen, an seine Stelle rückt das Paläoarchaikum. Dessen Beginn, der durch den Acasta-Gneis, das älteste bekannte Gestein der Erdgeschichte, definiert wird, soll um 30 Millionen Jahre auf 4030 Millionen Jahre BP vorverlegt werden. Das Ende des Paläoarchaikums wird dann bei 3490 Millionen Jahren BP durch einen GSSP an der Basis der Dresser-Formation festgesetzt, der das erstmalige Auftreten von Stromatolithen markiert. Das Paläoarchaikum enthält zwei Perioden, das von 4030 bis 3810 Millionen Jahre BP dauernde Acastum und das von 3810 bis 3490 Millionen Jahre BP dauernde Isuum. Die Grenze zwischen dem Acastum und dem Isuum ist chronometrisch durch das Auftreten der ersten suprakrustalen Gesteine des Isua-Grünsteingürtels definiert.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charakteristisch für das Eoarchaikum ist, dass die Erde in diesem Zeitalter erstmals eine feste Kruste besitzt, die allerdings noch ständig an vielen Stellen bricht und von glühenden Lavaströmen durchzogen ist. Am Beginn des Eoarchaikums steht eine Periode sehr schwerer Asteroideneinschläge im inneren Sonnensystem, das Late Heavy Bombardment.

Das Eoarchaikum ist die früheste Phase unseres Planeten, aus der Gesteinsformationen erhalten sind. Die größte ist der Isua-Gneis an der Südwestküste Grönlands mit einem Alter von etwa 3800 Millionen Jahren. Seit der Entdeckung der Acasta-Gneise 1989 im nordwestlichen Kanadischen Schild, die später auf 4030 Millionen Jahre BP datiert wurden, gelten diese als die ältesten erhaltenen Gesteine. Im Jahr 2008 wurden jedoch Gesteine im Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel im nördlichen Québec in Kanada entdeckt, die auf etwa 4280 mya datiert wurden.[2] Sie sind noch Gegenstand aktueller Forschung.[3]

Es gilt inzwischen als gesichert, dass im Eoarchaikum bereits Ozeane existierten. Die Erdatmosphäre der Ära unterschied sich völlig von unserer heutigen und war vermutlich eine reduzierende.

Biologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine herausragende Entwicklung des Eoarchaikums ist die Bildung frühester Formen bzw. Vorformen organischen Lebens in Form von Prokaryoten (einfache Einzeller ohne Zellkern). Bestimmten in den ältesten bekannten Gesteinsschichten aus Grönland (s. o.) gefundenen Kohlenstoffisotopen wird eine organische Herkunft zugeschrieben.[4] Auch die frühesten Stromatolithen sind im Eoarchaikum – oder eventuell erst im folgenden Zeitalter, dem Paläoarchaikum – entstanden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Douglas Page: The Isua Rocks. 2000; (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Felix M. Gradstein et al.: On the Geologic Time Scale. In: Newsletters on Stratigraphy. Band 45, Nr. 2, April 2012, S. 171–188, doi:10.1127/0078-0421/2012/0020 (englisch, online frei verfügbar durch researchgate.net).
  2. Jonathan O’Neil, Richard W. Carlson, Don Francis, Ross K. Stevenson: Neodymium-142 Evidence for Hadean Mafic Crust. In: Science. Band 321, Nr. 5897, 26. September 2008, S. 1828–1831, doi:10.1126/science.1161925 (englisch, online frei verfügbar durch researchgate.net).
  3. Jean David, Laurent Godin, Ross Stevenson, Jonathan O’Neil, Don Francis: U-Pb ages (3.8–2.7 Ga) and Nd isotope data from the newly identified Eoarchean Nuvvuagittuq supracrustal belt, Superior Craton, Canada. In: Geological Society of America Bulletin. Band 121, Nr. 1–2, Januar 2009, ISSN 0016-7606, S. 150–163, doi:10.1130/B26369.1 (englisch, online frei verfügbar durch researchgate.net).
  4. Tsuyoshi Iizuka, Tsuyoshi Komiya, Yuichiro Ueno, Ikuo Katayama, Yosuke Uehara, Shigenori Maruyama, Takafumi Hirata, Simon P. Johnson, Daniel J. Dunkley: Geology and zircon geochronology of the Acasta Gneiss Complex, northwestern Canada: New constraints on its tectonothermal history. In: Precambrian Research. Band 153, Nr. 3–4, 1. März 2007, S. 179–208, doi:10.1016/j.precamres.2006.11.017 (englisch, online frei verfügbar durch researchgate.net).