eprimo

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eprimo GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1. Juli 2005
Sitz Neu-Isenburg, Deutschland
Leitung Dietrich Gemmel und Jens Michael Peters
Mitarbeiter 118 (2014)[1]
Umsatz 689,5 Mio € (Umsatzerlöse 2014)[1]
Branche Energieversorgung
Website www.eprimo.de
Logo bis Herbst 2009
eprimo gehört zu 100 Prozent dem RWE Konzern

Die eprimo GmbH gehört als Tochterunternehmen der innogy SE zum RWE-Konzern und ist ein deutscher Strom- und Gasanbieter mit Sitz in Neu-Isenburg. Geschäftsführer des Unternehmens sind Dietrich Gemmel und Jens Michael Peters. eprimo bezeichnet sich selbst als „Energiediscounter“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

eprimo wurde am 1. Juli 2005 als eigene Vertriebsgesellschaft durch die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG) mit Sitz in Groß-Gerau gegründet, die 1999 mit einem deutschlandweiten Stromvertrieb begonnen hatte.[2] Am 22. Dezember 2006 unterzeichneten die Stadtwerke Mainz AG und die RWE Energy AG – zu gleichen Teilen Anteilseigner der ÜWG – eine Vereinbarung über die vollständige Übernahme der Vertriebsgesellschaft eprimo GmbH durch RWE.[3] Am 1. Januar 2007 wurde eprimo eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der RWE Vertrieb AG in Dortmund (heute: innogy SE), die wiederum eine Tochter des Energiekonzerns RWE AG ist. Der Eintrag in das Handelsregister erfolgte am 20. September 2007.[4] Im Geschäftsjahr 2006 hatte eprimo rund 140.000 Kunden und erwirtschaftete einen Umsatz von rund 100 Mio. Euro,[5] 2007 betrug der Umsatz bereits 124 Mio. Euro.[6] Seit Herbst 2007 bietet eprimo auch Gas an.[7] Ende 2008 belieferte eprimo in Deutschland etwa 450.000 Kunden mit Gas oder Strom.[8][9]

Im Oktober 2009 berichtet eprimo, die Marke von 600.000 Kunden überschritten zu haben;[10] im Frühjahr 2010 belieferte eprimo insgesamt rund 750.000 Kunden mit Gas oder Strom. Im Sommer 2015 gab eprimo seine Kundenzahl mit über 1,2 Mio. Kunden an.[11]

RWE benutzt eprimo zur Kundenneugewinnung und hat mit dem Stromdiscounter 2009 einen Großteil seiner 100.000 Neukunden hinzugewonnen.[12]

In den ersten acht Jahren nach der Übernahme (2007 bis 2014) verbuchte eprimo in sieben Geschäftsjahren Verluste; diese betrugen insgesamt etwa 140 Millionen Euro.[13]

Im Juni 2016 wurden Kunden der Stadtwerke Heidelberg von einem Call-Center-Mitarbeiter im Auftrag von eprimo kontaktiert. Sie wurden über Sinn und Zweck des Anrufs getäuscht und, ohne es zu wissen, zum Abschluss eines Vertrags mit eprimo gebracht. Dieses Vorgehen wurde im November 2016 gerichtlich untersagt.[14]

Organisation in der innogy-Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

eprimo ist Teil des RWE-Konzerns und als Vertriebsgesellschaft der innogy SE angegliedert. Vorsitzender Geschäftsführer ist Dietrich Gemmel, der zugleich als Leiter Privatkunden Deutschland für innogy SE tätig ist.[15] Weiterer Geschäftsführer ist Jens Michael Peters. Peters ist auch Head of Digital bei innogy.[16]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tarife und Strommix[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

eprimo bietet die Tarife „eprimoStrom“ und „eprimoPrimaKlima“ an. Beim Gas gibt es einen Standardtarif („eprimoGas“) sowie den Ökogastarif eprimoGas PrimaKlima.

In verschiedenen Gemeinden im Kreis Groß-Gerau ist eprimo Grundversorger für Strom.[17]

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die Zusammensetzung des Strommixes von eprimo (Stand: 1. November 2015).[18] Zum Vergleich ist auch die Zusammensetzung des RWE-Gesamtkonzerns abgebildet. Aus dem Pool stammt auch der Strom von eprimo (Stand: 2014). Der bundesweite Durchschnitt aller Stromanbieter ist ebenfalls abgebildet:[19]

RWE Vertrieb AG Gesamtmix eprimo Durchschnitt aller Anbieter in Deutschland
Kohle 51,7 % 34,9 % 45,5 %
Erdgas + sonstige 1,1 % 0,7 % 9,8 %
Erneuerbare Energieträger nach EEG 33,1 % 18,2 % 24,6 %
sonstige Erneuerbare Energieträger 1,5 % 37,7 % 3,3 %
Kernenergie 12,5 % 8,5 % 16,8 %
CO2-Emissionen (g/kWh) 600 406 508

Ökostrom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ökostrom für den Tarif „eprimo PrimaKlima“ stammt aus Laufwasserkraftwerken in Österreich und ist mit dem Siegel des TÜV Süd ausgestattet. eprimo betont, dass die gekaufte Strommenge in das deutsche Stromnetz eingespeist wird (physikalische Lieferung). Demnach handelt es sich nicht um einen Zertifikathandel. eprimo PrimaKlima kostet immer 0,4 Ct/kWh mehr als der jeweilige eprimo-Normalstrom.

Die Stiftung Warentest beschreibt eprimo in Sachen Ökostrom als „schwach engagiert“. Zwar ist der Ökostrom zertifiziert (Tüv Süd CMS Standard 83), allerdings investiert eprimo im Gegensatz zu anderen Ökostromanbietern Gewinne nicht in neue Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien. Auf der Webseite finden sich keine Hinweise zu bestehenden Anlagen zur Erzeugung des Ökostroms.[20] Der Bezug von Ökostrom ist allerdings erst dann von Nutzen für die Umwelt, wenn konventionelle Kraftwerke ersetzt werden.[21]

eprimo ist eine Tochter der innogy SE. Dorthin fließen auch die Gewinne von eprimo.[22]

Vertriebswege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

eprimo vertreibt Strom und Gas nicht nur selbst, sondern arbeitet mit einer Vielzahl von Vertriebspartnern zusammen. Dazu gehören Call-Center, Mobilfunk-Shops, der Elektrohandel und Preisvergleichsportale im Internet. Auch der Lebensmitteldiscounter Lidl hatte bereits Ökostrom von eprimo im Angebot.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bundesanzeiger, (Eprimo in Suchmaske eingeben).
  2. http://www.uewg.de/unternehmen/historie.html.
  3. http://www.kommunalinformationen.de/02_09/newsletter_02_09_print.html
  4. Stadtwerke Mainz AG (Memento vom 14. Februar 2011 im Internet Archive), abgerufen am 27. Februar 2016.
  5. RWE erhält grünes Licht zur Emprio-Übernahme, handelsblatt.com, 19. März 2007, abgerufen am 27. November 2016
  6. Umsatz 2007 im Elektronischen Bundesanzeiger.
  7. RWE-Tochter Eprimo will jetzt auch Gas liefern, Verivox
  8. Gasmarkt: Der Wettbewerb kommt langsam in Schwung, faz.net
  9. Billigtochter eprimo hat 450.000 Kunden, dasinvestment.de
  10. http://www.rundschau-online.de/rwe--ranger--sollen-kunden-anlocken-11172532
  11. Unternehmen: Energiemarkt: Vertrieb - ZfK Zeitung für kommunale Wirtschaft. In: www.zfk.de. Abgerufen am 30. November 2016.
  12. eprimo gewinnt weiter Kunden (Memento vom 14. Dezember 2009 im Internet Archive).
  13. Die Täuschung der Stromkunden, zeit.de, 8. September 2014
  14. Stadtwerke Heidelberg siegen vor Gericht gegen unlauteren Wettbewerber, Rhein Neckar Zeitung, 18. November 2016
  15. Geschäftsführung, RWE Effizienz GmbH
  16. RWE Vertrieb AG
  17. Gebiet als Grundversorger, eprimo.de
  18. Strommix, eprimo
  19. Kennzeichnung der Stromlieferung, RWE
  20. Stiftung Warentest zu eprimo.
  21. Ökostrom-Tarife im Test: Zwei von Drei machen’s richtig, ntv, 26. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2016
  22. Marktanalyse Ökostrom, Umweltbundesamt, 2014 (PDF-Datei)