Landkreis Groß-Gerau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Groß-Gerau Deutschlandkarte, Position des Landkreises Groß-Gerau hervorgehoben

Koordinaten: 49° 55′ N, 8° 29′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Verwaltungssitz: Groß-Gerau
Fläche: 453,04 km2
Einwohner: 275.807 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 609 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: GG
Kreisschlüssel: 06 4 33
Kreisgliederung: 14 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Wilhelm-Seipp-Straße 4
64521 Groß-Gerau
Website: www.kreisgg.de
Landrat: Thomas Will (SPD)
Lage des Landkreises Groß-Gerau in Hessen
KasselLandkreis KasselWerra-Meißner-KreisSchwalm-Eder-KreisLandkreis Waldeck-FrankenbergLandkreis Hersfeld-RotenburgLandkreis FuldaVogelsbergkreisLandkreis Marburg-BiedenkopfLahn-Dill-KreisLandkreis Limburg-WeilburgLandkreis GießenMain-Kinzig-KreisWetteraukreisRheingau-Taunus-KreisHochtaunuskreisWiesbadenMain-Taunus-KreisLandkreis Groß-GerauFrankfurt am MainOffenbach am MainLandkreis OffenbachDarmstadtLandkreis Darmstadt-DieburgLandkreis BergstraßeLandkreis BergstraßeOdenwaldkreisBaden-WürttembergRheinland-PfalzBayernNordrhein-WestfalenNiedersachsenThüringenKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Groß-Gerau[2] ist eine Gebietskörperschaft mit 275.807 Einwohnern (31. Dezember 2020) im hessischen Regierungsbezirk Darmstadt. Die traditionelle Bezeichnung Kreis Groß-Gerau ist entsprechend der Eigenbezeichnung der Kreisverwaltung noch immer allgemein üblich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis liegt im oberen Rheingraben. Der Main bildet die nördliche, der Rhein die westliche Grenze. Ein großer Teil des Kreises liegt im Hessischen Ried.

Die höchste Erhebung des Kreises ist mit 145 m der Oberwaldberg, eine stillgelegte Mülldeponie bei Mörfelden. Die niedrigste Stelle ist mit 82 m die Mainspitze mit der Mündung des Mains in den Rhein.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis grenzt, im Nordwesten beginnend im Uhrzeigersinn, an die kreisfreie Landeshauptstadt Wiesbaden, den Main-Taunus-Kreis, die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, die Landkreise Offenbach, Darmstadt-Dieburg und Bergstraße (alle in Hessen). Im Westen bildet der Rhein die natürliche Grenze. Links des Rheins liegen die rheinland-pfälzischen Landkreise Alzey-Worms und Mainz-Bingen sowie die kreisfreie Landeshauptstadt Mainz.

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kreisgebiet umfasst eine Gesamtfläche von 45.305 Hektar.[3][4]

Nutzungsart 2011 2015
Gebäude- und Freifläche 5.473 5.593
davon Wohnen 2.950 2.969
Gewerbe 894 985
Betriebsfläche 577 561
davon Abbauland 165 145
Erholungsfläche 701 752
davon Grünanlage 354 399
Verkehrsfläche 3.564 3.827
Landwirtschaftsfläche 21.032 20.726
davon Moor 2 2
Heide 1 1
Waldfläche 11.023 10.893
Wasserfläche 2.321 2.359
Sonstige Nutzung 616 594

Die Landwirtschaftsfläche erreicht als Nutzungsart mit 46,5 Prozent einen in Hessen überdurchschnittlichen Anteil. Die Waldfläche hingegen ist mit 24,7 Prozent weit unterdurchschnittlich und zudem sehr ungleichmäßig verteilt. Die Wälder konzentrieren sich auf den Nordosten des Landkreises im Gebiet nördlich von Groß-Gerau und östlich von Rüsselsheim am Main. Der Anteil der Wasserfläche ist mit 5,1 Prozent bemerkenswert und erreicht mit über 23 Quadratkilometern die doppelte Fläche des Edersees. Geschuldet ist dieser Reichtum an Wasserflächen den Grenzflüssen des Landkreises. Vom Rhein zählen 38 Stromkilometer und vom Main 22 Stromkilometer jeweils bis zur Strommitte zum Kreisgebiet; hinzu kommen die Wasserflächen der Altrheinarme am Europa-Reservat Kühkopf-Knoblochsaue und bei Ginsheim sowie eine Reihe von gefluteten Kiesabbauflächen. Die „Siedlungs- und Verkehrsflächen“ (bestehend aus Gebäude- und Freifläche, Betriebsfläche (ohne Abbauland), Erholungsflächen, und Verkehrsfläche) machen etwa 22 Prozent der Gesamtfläche aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte Hessens im Jahr 1930

Das heutige Kreisgebiet gehörte sehr früh zu Hessen-Darmstadt, dem späteren Großherzogtum Hessen. Es gliederte sich in die Ämter Dornberg, Rüsselsheim und Kelsterbach. 1821 entstand der Landratsbezirk Dornberg innerhalb der Provinz Starkenburg. Seit 1832 heißt dieser Verwaltungsbezirk Kreis Groß-Gerau, der im Laufe der Geschichte seine Grenzen kaum verändert hat und auch die Gebietsreform in Hessen der frühen 1970er-Jahre nahezu unverändert überdauerte.

Großherzogtum Hessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit den Kreisen Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Erbach, Heppenheim und Offenbach, sowie zeitweise mit den Kreisen Lindenfels, Neustadt und Wimpfen, bildete der Kreis Groß-Gerau ab 1832 die Provinz Starkenburg, die wiederum zusammen mit den Provinzen Oberhessen und Rheinhessen das Großherzogtum Hessen darstellten.

Nach der Verkündung der Verfassung des Großherzogtums Hessen am 17. Dezember 1820 folgte am 14. Juli 1821 eine umfassende Verwaltungsreform. Statt der Ämter wurden nun größere Landratsbezirke für die Verwaltung und Landgerichte für die Rechtsprechung gebildet.

Nach einer weiteren, am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung wurde der Kreis Groß-Gerau aus dem Landratsbezirk Dornberg und Teilen des Landratsbezirks Langen geschaffen.[5] 1837 wurde der Sitz des Kreisrates von Dornberg nach Groß-Gerau verlegt.[6] Am 31. Juli 1848 wurden die beiden Kreise Groß-Gerau und Darmstadt sowie Teile des Kreises Offenbach zum Regierungsbezirk Darmstadt zusammengeschlossen. Diese Verwaltungsreform dauerte knapp vier Jahre, da am 12. Mai 1852 die Zusammenlegung aufgehoben wurde. Dabei entstand ein neu abgegrenzter Kreis Groß-Gerau aus Teilen der Landgerichtsbezirke Gernsheim, Groß-Gerau und Langen.[7]

Im Zuge der 1874 im Großherzogtum Hessen nach preußischem Vorbild vorgenommenen Reform der Kreisverfassung kam es zu einer neuen Kreiseinteilung, in deren Rahmen die beiden Gemeinden Gernsheim und Klein-Rohrheim aus dem Kreis Bensheim in den Kreis Groß-Gerau wechselten.[8] Die damals geschaffene Gliederung der Provinz Starkenburg in die Kreise Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Erbach, Groß-Gerau, Heppenheim, Offenbach hatte mehr als sechs Jahrzehnte Bestand.

Volksstaat Hessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Novemberrevolution 1918 wurde das Großherzogtum in eine demokratische Republik umgewandelt, den Volksstaat Hessen. Diese Bezeichnung wurde nach der Abschaffung der Demokratie durch die nationalsozialistische Machtergreifung 1933 beibehalten.

Am 1. Januar 1930 schieden die Gemeinden Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg sowie die Gemarkung Ginsheimer Rheinauen aus dem Kreis Groß-Gerau aus und wurden in die Stadt Mainz im Kreis Mainz der Provinz Rheinhessen eingegliedert.[9]

Nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage im Volksstaat Hessen und der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen brachte das Jahr 1938 eine Überprüfung der Kreisgrenzen. Am 1. November 1938 wurde in Hessen eine einschneidende Gebietsreform durchgeführt. In jeder der drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen wurde jeweils ein Kreis aufgelöst. In Starkenburg war davon der Kreis Bensheim betroffen. Dieser wurde zum größten Teil dem Kreis Heppenheim zugeschlagen, der auch zum Rechtsnachfolger des Kreises Bensheim wurde. Die neue Verwaltungseinheit wurde in Landkreis Bergstraße umbenannt. Der Kreis Groß-Gerau wurde in Landkreis Gerau umbenannt.[10] Gleichzeitig wurden die Städte Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach am Main und Worms als Stadtkreise verselbständigt.

Land Hessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landratsamt Groß-Gerau

Bei der Gründung des heutigen Landes Hessen Ende 1945 in der amerikanischen Besatzungszone blieben die Kreiszuschnitte der Vorgängerstaaten (der Volksstaat und die preußische Provinz Hessen-Nassau) unverändert. Allerdings wurde die Großstadt Mainz und das Gemeindegebiet von Guntersblum durch die in der Fahrrinne des Rheins verlaufende Zonengrenze geteilt. Während die linksrheinischen Kerngebiete beider Kommunen in der französischen Zone aus dem hessischen Staatsverband ausschieden, waren die rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz und der rechtsrheinische Kühkopf, die bei Hessen verblieben, auf Kreisebene neu zuzuordnen. Auf diese Weise wurden Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg nach fünfzehnjähriger Zugehörigkeit zur Stadt Mainz wieder eigenständige Gemeinden im Landkreis Groß-Gerau. Der Kühkopf wurde zum größten Teil in die Gemeinde Stockstadt am Rhein eingegliedert. Ein kleinerer Teil, der im Norden der Gemeinde Erfelden gegenüberlag, wurde in diese integriert.

Bei der Gebietsreform in Hessen wurden in den 1970er-Jahren die meisten hessischen Landkreise mit Nachbarkreisen zu größeren Einheiten zusammengefasst. Als einer der wenigen Ausnahmen blieb der Landkreis Groß-Gerau hiervon weitgehend unberührt. An der nordöstlichen Grenze gab der Landkreis eine wichtige Fläche an die Stadt Frankfurt am Main ab, nämlich das Gelände des Flughafens Frankfurt am Main. Dessen südliche Hälfte (auf dem sich die Start- und Landebahnen befinden, das Terminalgebäude stand auch zuvor schon auf Frankfurter Gemarkung) gehörte zuvor zur Gemeinde Walldorf.

Bei der Gebietsreform wurde durch Zusammenschlüsse die Anzahl der Gemeinden im Kreisgebiet auf 14 reduziert, die entsprechend ihrer Größenordnung einige bisher von der Kreisverwaltung wahrgenommene Aufgaben selbst übernehmen konnten.

1975 wurde die Stadt Kelsterbach Mitglied des neuen Umlandverbands Frankfurt, dem einige regionale und kommunale Zuständigkeiten innerhalb der Stadtregion Frankfurt übertragen wurden. Der Umlandverband wurde 2001 durch den Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main ersetzt, dem der gesamte suburban geprägte nördliche Teil des Landkreises angehört.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungspyramide für den Kreis Groß-Gerau (Datenquelle: Zensus 2011[11].)

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen im Landkreis Groß-Gerau ab 1975, jeweils am 31. Dezember, zeigt sich wie folgt:[12][13][14]

Datum Einwohner Ausländeranteil
in Prozent
1852 28.525
1900 50.798
1910 62.920
1925 72.111
1933 69.948
1961 164.669
1970 213.589
1975 227.080 13,0
1980 233.145 14,3
1985 228.107 14,2
1990 234.845 15,6
2000 249.266 18,1
2005 251.905 17,4
2010 254.887 17,0
2015 266.042 19,8

Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Ergebnissen des Zensus am 9. Mai 2011 waren von den Einwohnern waren 30,2 Prozent der Einwohner evangelisch, 21,7 Prozent römisch-katholisch und fast die Hälfte 48,1 Prozent waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[15] Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[16] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[17][18][19]

Diagrammdarstellung von Wahlergebnis und Sitzverteilung
Wahl des Groß-Gerauer Kreistags 2021
 %
30
20
10
0
28,1
25,9
18,5
7,5
5,9
4,7
4,7
2,3
1,4
1,2
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
−5,7
+1,7
+8,4
−5,7
+2,8
−0,3
+0,5
+2,3
+1,4
+1,2
−4,0
Sitzverteilung im Kreistag 2021
3
2
20
13
1
3
4
1
19
5
20 13 19 
Insgesamt 71 Sitze
Wahlvorschläge %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,1 20 33,8 24 36,9 26 42,6 30
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,9 19 24,2 17 30,1 21 32,0 23
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 18,5 13 10,1 07 21,5 15 11,3 08
AfD Alternative für Deutschland 7,5 5 13,2 10
Die Linke.OL Die Linke.Offene Liste 04,7 3 05,0 04 04,1 03 04,6 03
FDP Freie Demokratische Partei 04,7 3 04,2 03 02,7 02 04,6 03
FW Freie Wähler Groß-Gerau 5,9 4 03,1 02 02,2 02
Partei Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung & basisdemokratische Initiative 2,3 2
FNK Forum Neuer Kreis 1,4 1 0,4 0
FWG Freie Wählergemeinschaft Groß-Gerau 1,2 1 04,9 04
Freie Wähler-Bürgerliste Freie Wähler-Bürgerliste 04,0 03
Piraten Piratenpartei Deutschland 01,4 01
FBG Freie Bürgerliste Kreis Groß-Gerau 01,3 01
Tierschutzpartei Partei Mensch Umwelt Tierschutz 01,2 01
Gesamt 100,0 71 100,0[20] 71 100,0 71 100,0 71
Wahlbeteiligung in Prozent 47,7 43,1 43,6 43,7

Am Beginn der Wahlperiode 2011 bis 2016 bildeten SPD, FWG und FDP im Kreistag eine Koalition und stellten damit eine Mehrheit von 37 Mandaten. Diese Koalition zerbrach und es kam zu einer rot-grünen Koalition.

Am Beginn der Wahlperiode 2016 bis 2021 bildeten SPD, Grüne, Linke und Piraten eine Koalition und stellen damit eine Mehrheit von 36 Mandaten.[21]

Kreisausschuss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreisausschuss zählt zehn Mitglieder und ist die Verwaltungsbehörde des Landkreises. Vorsitzender ist der hauptamtliche Landrat Thomas Will (SPD), sein Stellvertreter ist der hauptamtliche Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer (Grüne), sowie ein weiterer Kreisbeigeordneter, der noch vor der anstehenden Kommunalwahl gewählt werden soll; die weiteren acht Kreisbeigeordneten (drei SPD, zwei CDU, je einer Grüne, FWG, FDP) sind ehrenamtlich tätig.

Leitende Beamte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreisräte (1821–1848 und 1852–1917), Kreisdirektoren (1917–1938) und Landräte (seit 1939) des Landkreises Groß-Gerau[22]
Nr. Name Lebensdaten Partei Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
01 Johann Ernst Wilhelm Heim 1780–1857 1832 18481
02 Johann Baptist Werle 1810–1861 1852 1861
03 Eduard Ernst App 1801–1862 1861 1862
04 Karl Boekmann 1826–1905 18622 1877
05 Wilhelm Christoph Adolf Schenck zu Schweinsberg 1824–1886 1877 1885
06 Erwin Löw von und zu Steinfurth 1841–1914 1885 1900
07 Karl Bichmann 1848–1929 1900 1905
08 Eduard Wallau 1855–1941 1905 1924
09 W. Koch 1924 1924
10 Ernst Werner 1924 1924
11 Ernst Merck 1925 1931
12 Hermann Usinger SPD 1932 1933
13 Straub 1934 1934
14 Schmal und Gutermuth 1934 1935
15 Alfred Klostermann 1900–1945 NSDAP 1935 1939
16 Hans Denser NSDAP 1940 1945
17 W. L. Grebner 1945 1945
18 Wilhelm Hammann 1897–1955 KPD 1945 1946
19 Jean Christoph Harth 1882–1956 SPD 1946 1954
20 Wilhelm Seipp 1906–1963 SPD 1954 1963
21 Alfred Schmidt 1905–1975 SPD 1964 1970
22 Willi Blodt * 1929 SPD 1970 1992
23 Enno Siehr * 1947 SPD 1992 2010
24 Thomas Will * 1959 SPD 2010 im Amt
1 Von 1848 bis 1852 waren die Kreise im Großherzogtum Hessen abgeschafft, deren Aufgaben nahmen Regierungsbezirke wahr.
2 Von 1862 bis 1865 kommissarische Leitung

Nach 18 Jahren im Amt ging Landrat Enno Siehr 2010 in Ruhestand. Bei der Landratswahl am 7. Februar 2010 traten Thomas Will (SPD), Ursula Kraft (CDU) und Gerd Schulmeyer (Linke) gegeneinander an. Thomas Will konnte die Wahl mit rund 59 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang für sich entscheiden.[23]

Hoheitszeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Hoheitszeichen führt der Landkreis Groß-Gerau ein Siegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und eine Bannerflagge.

Wappen des Kreises Groß-Gerau
Blasonierung: „Gespalten: vorne neunfach von Rot und Silber geteilt, hinten zwei schwarze Balken in Silber; in der Schildmitte aufgelegt ein blauer Herzschild mit drei (2:1 gestellten) silbernen Rauten“
Wappenbegründung: Die rot-silbernen Streifen wurden dem hessischen Wappen entnommen, die schwarzen Balken stehen für die Grafschaft Isenburg, zu der das Amt Kelsterbach bis 1600 gehörte, und der Herzschild symbolisiert die Dynastie von Dornberg und ihrer Katzenelnbogener Nachfolger, die das Gebiet beherrschten, bevor es 1479 hessisch wurde.

Das Wappen wurde am 25. Januar 1967 verliehen.[24]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im sogenannten Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Groß-Gerau Platz 58 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „hohen Zukunftschancen“.[25] In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 16 von 401 und zählt damit zu den Regionen mit „sehr hohen Zukunftschancen“.[26]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet verlaufen die Riedbahn, die Rhein-Main-Bahn und die Mainbahn. Der Nahverkehr ist in den Rhein-Main-Verkehrsverbund integriert. Insofern besitzen die S-Bahn-Linien S7, S8 und S9 mit ihren Haltepunkten sowie die übrigen Regionalhalte eine wichtige Bedeutung für das Kreisgebiet. Haltepunkte und Bahnhöfe befinden sich in Biebesheim am Rhein, Bischofsheim (Bahnhof Mainz-Bischofsheim), Büttelborn (Bahnhof Klein-Gerau), Gernsheim, Ginsheim-Gustavsburg (Bahnhof Mainz-Gustavsburg), Groß-Gerau (mit Groß-Gerau, Groß-Gerau-Dornberg und Dornheim), Kelsterbach, Mörfelden-Walldorf (mit den Bahnhöfen Mörfelden und Walldorf), Nauheim, Raunheim, Riedstadt (mit Riedstadt-Wolfskehlen und Riedstadt-Goddelau), Rüsselheim am Main (mit Bahnhof Rüsselsheim und Rüsselsheim Opelwerk) sowie Stockstadt am Rhein.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 67 (Mannheim–Darmstadt–Mönchhof-Dreieck) und 60 (RüsselsheimBingen am Rhein), sowie einige Kilometer der A 3 (Frankfurter KreuzWiesbadener Kreuz), der A 5 (Anschlussstelle Langen/Mörfelden) und der A 671 (Mainspitz-DreieckWiesbaden). Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 42 (und deren alte Trasse, heute L 3482), B 44 und die B 486.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferner trägt der unmittelbar an das Kreisgebiet angrenzende Flughafen Frankfurt am Main zur internationalen Anbindung des Landkreises bei.

Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kreisgebiet wird im Westen vom Rhein begrenzt, der für die Binnenschifffahrt eine große Bedeutung besitzt.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Stand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreisstadt ist die namensgebende Stadt Groß-Gerau. Bevölkerungsreichste Stadt des Landkreises ist mit 65.972 Einwohnern Rüsselsheim am Main. Die jüngste Stadt des Landkreises Groß-Gerau ist Ginsheim-Gustavsburg, die am 29. April 2013 zur Stadt erhoben wurde.

Ginsheim-GustavsburgBischofsheim (Mainspitze)Rüsselsheim am MainRaunheimKelsterbachTreburNauheimMörfelden-WalldorfRiedstadtGroß-GerauBüttelbornStockstadt am RheinBiebesheim am RheinGernsheimWiesbadenMain-Taunus-KreisFrankfurt am MainRheinland-PfalzLandkreis BergstraßeLandkreis OffenbachDarmstadtLandkreis Darmstadt-DieburgMunicipalities in GG.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2020)[27]

Städte

  1. Gernsheim (10.640)
  2. Ginsheim-Gustavsburg (16.843)
  3. Groß-Gerau (25.685)
  4. Kelsterbach (16.983)
  5. Mörfelden-Walldorf (34.799)
  6. Raunheim (16.096)
  7. Riedstadt (24.004)
  8. Rüsselsheim am Main, Stadt mit Sonderstatus (65.972)

Weitere Gemeinden

  1. Biebesheim am Rhein (6.675)
  2. Bischofsheim (13.075)
  3. Büttelborn (14.859)
  4. Nauheim (10.764)
  5. Stockstadt am Rhein (6.152)
  6. Trebur (13.260)

Ehemalige Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste enthält alle ehemaligen Gemeinden des Landkreises Groß-Gerau und die Daten ihrer Eingemeindungen:[28][13]

Gemeinde eingemeindet nach Datum der
Eingemeindung
Anmerkung
Allmendfeld Gernsheim 31. Dezember 1971 Gründung am 31. Oktober 1937
Astheim Trebur 1. Januar 1977
Bauschheim Rüsselsheim 1. Mai 1970
Berkach Groß-Gerau 31. Dezember 1971
Crumstadt Riedstadt 1. Januar 1977
Dornberg Groß-Gerau 1. April 1939
Dornheim Groß-Gerau 1. Januar 1977
Erfelden Riedstadt 1. Januar 1977
Geinsheim Trebur 1. Januar 1977
Goddelau Goddelau-Wolfskehlen 1. Juli 1973
Goddelau-Wolfskehlen Riedstadt 1. Januar 1977 Gründung am 1. Juli 1973
Haßloch Rüsselsheim 1. April 1951
Hessenaue Trebur 1. Januar 1977 Gründung am 1. Oktober 1951
Klein-Gerau Büttelborn 1. Januar 1977
Klein-Rohrheim Gernsheim 31. Dezember 1971
Königstädten Rüsselsheim 1. Juli 1956
Leeheim Riedstadt 1. Januar 1977
Mörfelden Mörfelden-Walldorf 1. Januar 1977
Walldorf Mörfelden-Walldorf 1. Januar 1977
Wallerstädten Groß-Gerau 1. Januar 1977
Wolfskehlen Goddelau-Wolfskehlen 1. Juli 1973
Worfelden Büttelborn 1. Januar 1977

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Kreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen GG zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Landkreis Groß-Gerau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen – Teil I. (PDF; 1,6 MB) Ausgegeben zu Wiesbaden am 19. September 1974. In: hessen.de. Land Hessen, 19. September 1974, S. 1, abgerufen am 25. Juli 2021 (siehe § 1 Abs. 1 des Gesetzes über den Umlandverband Frankfurt vom 11. September 1974).
  3. Portrait eines Kreises. Zahlen und Fakten; Geographie. In: Webauftritt. Kreis Groß-Gerau, abgerufen im April 2019.
  4. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  5. Großherzoglich-Hessisches Regierungsblatt. 1832, S. 562 (digital.staatsbibliothek-berlin.de).
  6. Bekanntmachung, den Amtssitz des Großherz. Kreisrathes des Kreises Großgerau betreffend vom 17. November 1837. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Inneren und der Justiz. (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1837 Nr. 43, S. 462 (Online bei der Bayerischen Staatsbibliothek).
  7. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1852, Nr. 30 (reader.digitale-sammlungen.de).
  8. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. Nr. 28. Darmstadt 12. Juni 1874, S. 247 (digital.staatsbibliothek-berlin.de).
  9. Gesetz, betreffend die Veränderung der für die Provinzen Starkenburg und Rheinhessen sowie die Kreise Groß-Gerau und Mainz bestehenden Grenzen vom 10. Dezember 1929. In: Hessisches Gesamtministerium (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1929 Nr. 18, S. 193 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  10. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen – Verwaltungsstruktur. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  11. Datenbank Zensus 2011, Kreis Groß-Gerau, Alter + Geschlecht
  12. Philipp A. F. Walther: Das Großherzogthum Hessen nach Geschichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit. 1854, abgerufen am 2. März 2016.
  13. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Groß-Gerau. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  14. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Hessisches Statistisches Landesamt
  15. Kreis Groß-Gerau Religion, Zensus 2011
  16. Kreiswahl – Kommunalwahlen 2021: Landkreis Groß-Gerau. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 1. April 2021.
  17. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2016 und 2011
  18. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2011 und 2006
  19. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2006 und 2001
  20. Die ALFA errang 2016 keinen Sitz, aber 0,4 % der Stimmen.
  21. Koalitionsvertrag für den Kreis Groß-Gerau 2016–2021 (PDF).
  22. Die Landräte des Kreises Groß-Gerau – eine stattliche Ahnengalerie – auf der Jubiläums-Seite des Kreises (Memento vom 18. Januar 2008 im Internet Archive)
  23. Hessisches Statistisches Landesamt: Landratswahl im Landkreis Groß-Gerau
  24. Genehmigung eines Wappens und einer Flagge des Landkreises Groß-Gerau, Regierungsbezirk Darmstadt vom 25. Januar 1967. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1967 Nr. 7, S. 224, Punkt 152 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  25. Zukunftsatlas 2016. In: Handelsblatt. 2016, abgerufen am 24. April 2019.
  26. PROGNOS Zukunftsatlas. Handelsblatt, abgerufen am 10. Dezember 2019.
  27. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  28. Gemeindeverzeichnis 1900: Kreis Groß-Gerau