Erhard Denninger

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Erhard Denninger (* 20. Juni 1932 in Kortrijk, Belgien) ist ein deutscher Staatsrechtslehrer und Publizist. Er war Rektor der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denninger studierte von 1950 bis 1956 Philosophie und Rechtswissenschaft an den Universitäten in Tübingen, Lausanne und Mainz. Nach Staatsexamina (1956/60) und Promotion (1958)[1] war er Assistent. 1966 habilitierte er sich bei Peter Schneider an der Universität Mainz[2] und nahm anschließend dort einen Lehrauftrag an.

Berufliche Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1967 wurde Denninger auf einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main berufen. 1978 bis 1979 war er Dekan der Fakultät, 1970 bis 1971 Rektor und 1973/1974 Leiter der Hochschulabteilung im Hessischen Kultusministerium unter Ludwig von Friedeburg. 1993/1994 war er Fellow des Wissenschaftskollegs Berlin und von 1995 bis 2000 stellvertretender Richter am Thüringer Verfassungsgerichtshof. 1999 wurde er als Professor emeritiert.

Denninger war von 1979 bis 2001 Mitorganisator und Moderator der Römerberggespräche in Frankfurt am Main.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999 Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen
  • 2004 Laurea honoris causa (Dr. iur. h. c.) der Universität Florenz.
  • 2013 Verdienstorden der Italienischen Republik (Commendatore)

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erhard Denninger ist seit 1961 mit einer Italienerin aus Umbrien verheiratet und Vater zweier Töchter.[4] Er lebt in Königstein im Taunus.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rechtsperson und Solidarität, 1967
  • Polizei in der freiheitlichen Demokratie, 1968
  • Staatsrecht Band 1 + 2, 1973/79, Rowohlt, ISBN 978-3-499-21034-1
  • Polizei und Strafprozess im demokratischen Rechtsstaat (zusammen mit Klaus Lüderssen), 1978 Suhrkamp, ISBN 978-3-518-07828-0
  • Arzneimittel-Richtlinien, 1981, Nomos, ISBN 978-3-7890-0701-9
  • Hochschulrahmengesetz (Hrsg.), 1984, mit Nachtrag 1986
  • Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Normsetzung im Umwelt- und Technikrecht, 1990
  • Der gebändigte Leviathan, 1990 (Aufsätze)
  • Handbuch des Polizeirechts (zusammen mit Hans Lisken u. a.) 1992, Auflage 5, 2012, ISBN 978-3-406-55432-2
  • Menschenrechte und Grundgesetz, 1994 (ital. 1998)
  • Verfassungsrechtliche Fragen des Ausstiegs aus der Nutzung der Kernenergie, 2000, Nomos, ISBN 978-3-7890-6688-7
  • Mitherausgeber und Mitautor des Alternativkommentars zum Grundgesetz, 3. Aufl. 2012
  • Recht in globaler Unordnung, 2005, ISBN 3-8305-0923-5
  • Prävention und Freiheit, 2008, Nomos, ISBN 978-3-8329-3504-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thema: Traditionsfunktion des Seekonnossements im internationalen Privatrecht
  2. Thema: Rechtsperson und Solidarität – Ein Beitrag zur Phänomenologie des Rechtsstaates unter besonderer Berücksichtigung der Sozialtheorie Max Schelers
  3. Römerberggespäche Frankfurt am Main: 1973 bis heute, abgerufen am 10. Oktober 2016.
  4. Erhard Denninger, in: Peter Hahn (Hrsg.): Literatur in Frankfurt, athenäum, Frankfurt am Main, 1987, S. 143. ISBN 3-610-08448-0