Erich Voltmer

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Erich Voltmer (* 21. September 1913 in Bildstock (Saar); † 8. Februar 1983 in Saarbrücken), war einer der bedeutendsten und bekanntesten saarländischen Journalisten, zuletzt stellvertretender Chefredakteur der Saarbrücker Zeitung. Er wurde bundesweit bekannt, weil er in der Zeit des Kalten Krieges das erste und für lange Zeit einzige Interview mit Erich Honecker, dem damaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR führte, das dieser einem Westjournalisten gewährte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voltmer entstammte einer proletarischen, aber auch sehr katholischen Familie. Sein Vater Karl Voltmer übte in den Kohlegruben des Saargebiets den Beruf des Obersteigers aus. Im benachbarten Neunkirchen ging Voltmer zur Schule. In seiner Jugend lernte er den Mitschüler Erich Honecker kennen. Offenbar kamen beide gut miteinander aus; die ähnliche soziale Herkunft dominierte über unterschiedliche Glaubensvorstellungen. Diese Jugendbekanntschaft war die Grundlage des späteren Exklusivinterviews.

Im Anschluss an die Schulzeit machte Voltmer eine Ausbildung als Schriftleiter im Archiv bei der Saarbrücker Zeitung sowie ein Volontariat bei der Sparkasse. Dann arbeitete er kurzfristig bei der Arbeitsverwaltung. Während des Zweiten Weltkriegs war er als Journalist beim Heer eingesetzt, unter anderem auf dem Balkan. In der Nachkriegszeit kehrte er zur Saarbrücker Zeitung zurück, in der er zunächst 1970 zum Leiter des Ressorts „Politik und Landespolitik“ und dann 1976 zum stellvertretenden Chefredakteur aufstieg.

Sein größter journalistischer Scoop war das am 17. Februar 1977 geführte Interview mit Honecker.[1]

Ebenfalls erfolgreich war die 1979 von Voltmer verfasste Biographie des langjährigen und kurz zuvor verstorbenen saarländischen Ministerpräsidenten Franz Josef Röder – „einer der größten saarländischen Bestseller“, so noch 2018 der Historiker Julian Bernstein.[2]

Bei der Saarbrücker Zeitung wurde Voltmer 1978 pensioniert. 1983 verstarb er.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1976 wurde Erich Voltmer mit dem saarländischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Erich Voltmer-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Ehren Erich Voltmers stiftete der Saarländische Journalistenverband (SJV) 1975 den „Erich-Voltmer-Preis für junge Journalistinnen und Journalisten“[3]. Zu den Ausgezeichneten gehören:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Voltmer „Franz Josef Röder, Ein Leben für die Saar“ (Biographie), Lebach: Queißer 1979, ISBN 9783921815106

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Vollmer: Von Saarländer zu Saarländer. In: Saarbrücker Zeitung / Zeit. zeit.de, 25. Februar 1977 (zeit.de [abgerufen am 13. August 2019]).
  2. Julian Bernstein: Saarland: Historiker als Mythenproduzenten. In: woxx.lu. woxx déi aner-wochenzeitung, 30. August 2018, abgerufen am 13. August 2019.
  3. Erich-Voltmer-Preis für junge Journalistinnen und Journalisten. In: kulturpreise.de. Abgerufen am 13. August 2019.