Erminia von Olfers-Batocki

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Erminia v. Olfers-Batocki mit Töchterchen Hedwig auf Tharau (1916)

Paula Anna Irene Erminia von Olfers-Batocki (* 29. Juni 1876 in Rathshof bei Königsberg i. Pr.; † 14. Dezember 1954 in Bad Harzburg) war eine deutsche Gutsherrin und Schriftstellerin.[1] Bekannt war sie als ostpreußische Mundartdichterin und Hörspielautorin.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erminia Tortilovitz von Batocki war die Tochter des Gutsbesitzers Rudolf Tortilovitz von Batocki (1845–1900), Herr auf Gut Tharau (Kreis Preußisch Eylau), und der Pauline von Gramatzki (1848–1914), Erbin von Tharau. Erminia verbrachte ihre Kindheit im Luisenhaus auf den Hufen (Königsberg).[3] Schon als junges Mädchen auf dem mütterlichen Gut Tharau begann sie zu schreiben.[3][4] Am 24. Mai 1912 heiratete sie auf Gut Tharau den späteren Finanzpräsidenten Johannes (Hans) von Olfers (* 16. Februar 1878 auf Gut Metgethen; † 28. Januar 1945 auf Gut Tharau beim Einmarsch der Russen), mit dem sie in Königsberg lebte. Dort leitete sie die Lokalredaktion der Ostpreußischen Hausfrau.[1] Später zog sie wieder nach Tharau.

Sie schrieb Gedichte in natangischem Platt und verfasste Märchen, Laienspiele und ländliche Geschichten.[5] Mit Agnes Miegel verstand sie sich gut. Am bekanntesten wurde ihr großes Selbstzeugnis Das Taubenhaus. Die Familiengeschichte spielt von 1762 bis 1862 in Königsberg. Darin beschreibt sie auch das Fest, das die Pappenheimer, Lithauer und Masuren 1832 auf dem Galtgarben feierten. Einige Romanfiguren waren tatsächlich Pappenheimer. Wie genau sie unterrichtet war, zeigt sich auch an der Erwähnung der „Drengfurtia“.[6] Ihr literarisches Werk ging größtenteils auf der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945 bis 1950 verloren. Die Ostpreußischen Dorfgeschichten weisen sie als naturverbundene und sprachbegabte Schriftstellerin aus.[3]

Über ihre Flucht schrieb sie ein Tagebuch. Als Erminia von Olfers-Batocki mit 78 Jahren gestorben war, setzte ihre Tochter Hedwig von Lölhöffel (1913–1986) ihr Werk fort.[7] Das Taubenhaus erschien in 2. Auflage 1986 in Würzburg.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erminia in ihrem letzten Lebensjahr

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Peter Hansen: Erminia von Olfers-Batocki. In: Plattdeutsche Bibliographie und Biographie. Institut für niederdeutsche Sprache, abgerufen am 18. April 2018.
  2. Gudrun Wedel: Autobiographien von Frauen: ein Lexikon. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien, 2010, ISBN 978-3-412-20585-0; abgerufen am 18. April 2018.
  3. a b c Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002. ISBN 3-88189-441-1
  4. Manfred Höhne: Geschichte von Dorf und Gut Tharau. In: ostpreussen.net. Abgerufen am 18. April 2018.
  5. Erminia von Olfers-Batocki. Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise, archiviert vom Original am 12. April 2013; abgerufen am 18. April 2018.
  6. Hans Lippold: Masovia im Taubenhaus. Zeitung der Altmärker-Masuren 44 (1969), S. 873.
  7. Plattdeutsch gepflegt: Vor 125 Jahren wurde Erminia v. Olfers geboren. In: Ostpreußenblatt, 30. Juni 2001, abgerufen am 18. April 2018.